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    Wiedehopf in Rheinhessen noch nicht ausgestorben

    Der Vogel mit der besonderen Federhaube ist wieder da. Naturschützer sehen darin einen Erfolg von Schutzmaßnahmen zur Erhaltung offener Weidelandschaften. Andere Arten werden verdrängt - eine Folge des Klimawandels.

    Wiedehopf
    Ein Wiedehopf.
    Foto: Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz/Mathias Schäf - dpa

    Mainz (dpa/lrs). Vogelschützer sind erleichtert, dass der Wiedehopf in diesem Frühjahr nach Rheinhessen zurückgekehrt ist. Dank gezielter Schutzmaßnahmen wie Nisthilfen und der Erhaltung von Weidelandschaften sei verhindert worden, dass die seltene Art ausgestorben sei, sagte Michael Schmolz von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR).

    Der mit seiner charakteristischen Federhaube sehr auffällige Vogel wurde am 7. März zwischen Mainz und Gau-Algesheim gesichtet. Diese ungewöhnlich frühe Rückkehr aus dem afrikanischen Winterquartier wertete der Experte als Beleg, „dass der Klimawandel in vollem Gange ist“.

    Bei starker Fluktuation wurde der Wiedehopf-Bestand in Rheinland-Pfalz zuletzt auf etwa 70 bis 80 Brutpaare geschätzt, nachdem es Mitte der 1980er Jahre weniger als 30 waren. Zu finden ist der Vogel vor allem in den offenen Landschaften Rheinhessens und der Vorderpfalz, etwa in der Umgebung von Bad Dürkheim.

    Die Art ist auf offenes Grünland oder Streuobstwiesen mit lockerer Vegetation angewiesen. Daher leite sich auch der Name ab: „Der Wiedehopf hüpft auf der Weide“, erklärte Schmolz. Dort findet der Vogel auch seine bevorzugte Nahrung, große Insekten wie Heuschrecken. Der wissenschaftliche Name Upupa epops bezieht sich lautmalerisch auf den dumpfen Ruf des Vogels, der an den Klang einer Rohrflöte erinnert.

    Mit seinem Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeerraum profitiert der Wiedehopf von der globalen Erwärmung. „Man kann den Klimawandel durchaus an Vogelarten dingfest machen, sie reagieren sehr empfindlich darauf“, erklärte Schmolz. Auch beim Bienenfresser gebe es eine positive Bestandsentwicklung, während charakteristische nordische Arten wie der Erlenzeisig oder der Tannenhäher sich in die Mittelgebirge zurückziehen oder ganz verschwinden. Bei den Rohrsängern sei zu beobachten, wie der Gelbspötter vom südeuropäischen Orpheusspötter verdrängt werde. „Wir beobachten eine große Dynamik in der Vogelwelt.“

    Als Leitart der Vogelschutzrichtlinie in Rheinland-Pfalz ist dem Wiedehopf ein eigenes Artenschutzprojekt gewidmet. Dabei erwirbt das Land Flächen, pflanzt dort Streuobstbäume an, kümmert sich um regelmäßiges Mähen und stellt Nisthilfen auf. „Nahrungs- und Brutflächen sind für die Art das Wichtigste“, sagte der Leiter des Artenschutz-Referats im rheinland-pfälzischen Landesamt für Umwelt, Ludwig Simon. Dafür bieten die rheinhessischen Flugsande zwischen Mainz und Bingen besonders gute Voraussetzungen. Allerdings seien bereits viele Obstgrundstücke gerodet und mit EU-Fördermitteln in Äcker umgewandelt worden, kritisierte Simon. „Dadurch sind Flächen für den Wiedehopf verloren gegangen.“

    Artenschutzprojekt Wiedehopf in Rheinland-Pfalz

    dpa-Landesdienst
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