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    Weniger Weine in Rheinland-Pfalz beanstandet

    Schwefeldioxid, Metalle, Glycerin: Die Weinkontrolleure finden in ihren Proben immer wieder Stoffe, die nicht in den Wein gehören. Eine besondere Herausforderung ist für sie ein ganz neuer Weintyp.

    Volker Wissing
    Weinbauminister Volker Wissing (FDP) verkostet einen Wein.
    Foto: Andreas Arnold/Archiv - dpa

    Mainz (dpa/lrs). Vanillin für eine Holznote, Glycerin für vollmundigen Geschmack, falscher Alkoholgehalt auf dem Etikett: Die Weinkontrolleure in Rheinland-Pfalz haben im vergangenen Jahr Hunderte Proben beanstandet. Die Trefferquote sinke aber erfreulicherweise seit Jahren, sagte Weinbauminister Volker Wissing (FDP) am Freitag in Mainz.

    Im vergangenen Jahr entsprach jede elfte Probe nicht den rechtlichen Vorgaben. 2015 war es noch jede zehnte, im Jahr 2012 sogar mehr als jede fünfte Probe. Die hohe Kontrolldichte in Rheinland-Pfalz trage dazu bei, dass die Produzenten wüssten, dass sie auffliegen können, sagte Wissing. „Das Entdeckungsrisiko ist sehr hoch.“

    Die Mehrzahl der Beanstandungen bezog sich auf fehlerhafte Etiketten. Aber in den Weinen wurden auch Schwefeloxid, Glycerin, Aromazusätze oder Metalle gefunden. Wissing betonte: „Bei keinem Wein bestand ein Gesundheitsrisiko.“ Einige Weinproduzenten hätten zum Beispiel Vanillin zugesetzt, um zu suggerieren, dass der Wein im Holzfass ausgebaut wurde. Dieses Vanillearoma sei auch in vielen Backwaren - gehöre aber eben nicht in den Wein.

    Die Kontrolleure des Landesuntersuchungsamtes (LUA) führten im vergangenen Jahr rund 5500 Kontrollen in Betrieben durch. Mehr als 4200 Proben wurden im Labor untersucht. Das LUA betonte aber, das nur im Labor lande, was die Kontrolleure bei der Geruchs- und Geschmacskprüfung auffällig finden.

    Die Quote der schwerwiegenden Weinverfälschungen - wozu die Zugabe von Glycerin und Aromen gehört - lag bei 1,9 Prozent. Sie verharre damit auf niedrigem Niveau, sagte LUA-Präsident Stefan Bent. In einem Fall merkte eine rheinland-pfälzische Kellerei in eigenen Proben, dass ein aus Spanien angelieferter Wein viel zu viel Chrom und Nickel enthielt. Etwa eine Million Liter Wein seien ungenießbar gemacht und nach Spanien zurückgeschickt worden, sagte Bent. „Der ist nur noch für Industriealkohol verfügbar.“

    Vor Herausforderungen stellt die Prüfer der Trend „Orange Wine“. Dabei wird Weißwein mit der Schale vergoren, wie das normalerweise beim Rotwein der Fall ist. „Das ergibt ein ganz anderes Geschmackserlebnis wie bei den frischen deutschen Weißweinen“, sagte Wissing. Die Prüfer müssten herausfinden, ob ein Winzer gezielt Orange Wine herstellen wollte oder ob der Wein durch fachliche Fehler oder mangelnde Hygiene aus Versehen orange wurde. „Auch wir müssen uns da herantasten“, ergänzte Bent.

    dpa-Landesdienst
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