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    Virus-Erkrankung hält sich bei Amseln in Grenzen

    Sieben Jahre nach dem großen Amselsterben von 2011 macht das von Mücken übertragene Virus den Singvögeln erneut zu schaffen. Wer ihnen helfen will, sollte auf eine naturnahe Gartengestaltung achten.

    Amsel
    Eine vermutlich am Usutu-Virus erkrankte Amsel.
    Foto: Martin Gerten/Archiv – dpa

    Mainz (dpa/lrs). Naturschützer sind besorgt, dass erneut Amseln und andere Singvögel massenhaft dem Usutu-Virus zum Opfer fallen. Allerdings ist das Ausmaß der Erkrankungen in diesem Jahr nicht mit dem großen Ausbruch vor sechs Jahren zu vergleichen. Von bundesweit mehr als 1000 Verdachtsmeldungen bis Anfang dieses Monats entfielen nur 43 auf Rheinland-Pfalz, wie der Vogelschutzreferent des Naturschutzbunds (Nabu), Lars Lachmann, mitteilte.

    Der nach einem Fluss in Südafrika benannte Erreger wurde seit Beginn des Jahres in elf Fällen im Labor nachgewiesen, für Rheinland-Pfalz gab es zumindest bis Mitte August keinen solchen Fall. 2011/12 gab es schätzungsweise 300 000 erkrankte Amseln. Schwerpunkt der Epidemie ist in diesem Jahr erneut Nordrhein-Westfalen, neu ist ein Verbreitungsgebiet um Leipzig und Berlin. Zudem gibt es nach Angaben Lachmanns erstmals laborbestätigte Fälle in München, Kassel und Hannover.

    Der Nabu hat die Bevölkerung gebeten, erkrankte oder verendete Vögel über ein Online-Formular zu melden und tote Tiere zur Untersuchung an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg oder an ein Veterinär-Untersuchungsamt zu senden. Jedoch gebe es keinen Grund für übertriebene Ängste, sagte Laura Kettering vom Nabu Rheinland-Pfalz: „Viele Vögel zeigen nach der abgeschlossenen Brut jetzt ein anderes Verhalten. Es ist normal, dass wir weniger Vögel sehen.“ Die Amselpopulation habe sich von der Usutu-Welle 2011 wieder erholt.

    Bisher hätten sich die Bestände nach einem Ausbruch innerhalb weniger Jahre wieder erholt, erklärt Lachmann. Bei späteren Ausbrüchen scheine es dann weniger Todesopfer zu geben. „Vermutlich hängt das damit zusammen, dass überlebende Amseln eine Immunität entwickeln, und die nächste Welle erst dann kommt, wenn eine Generation zumindest teilweise von der nächsten abgelöst wurde.“

    Bei der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR) sind bisher keine Hinweise auf Usutu-Fälle eingegangen. Auch habe es in diesem Sommer nicht über längere Zeit eine feucht-heiße Witterung gegeben wie im August 2011. Die Usutu-Viren werden von Stechmücken übertragen – kranke und tote Vögel sind nicht ansteckend für andere Tiere, auch nicht für Menschen. Das Usutu-Virus befällt auch andere Vogelarten wie den Haussperling, Star oder Eisvogel.

    Der Bestand der Amsel wird wie bei den meisten anderen Vögeln vor allem von der Entwicklung in ihren Lebensräumen und durch ihre Bruterfolge bestimmt. Um Amseln zu helfen, rät der Experte, sollte man vor allem auf eine naturnahe Gartengestaltung achten: „Haben Amseln viel guten Lebensraum zum Brüten, ist der Bestand gesund genug, um eine Krankheit wie Usutu auszuhalten. Sollte sich der Trend zu immer naturferneren Gärten jedoch fortsetzen, könnte dies den Amselbestand gefährden.“

    dpa-Landesdienst
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