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    Ürzig

    «Spiegel»: Hochmoselbrücke ist «erhebliches bauliches Risiko»

    Der Bau der Hochmoselbrücke zwischen Ürzig und Rachtig soll nach Informationen des "Spiegels" erheblich riskanter sein als bisher eingeräumt. Das Nachrichtenmagazin zitiert aus internen Unterlagen der Landesregierung, die Bedenken des Vereins "Pro Mosyel" bestätigen.

    Baustelle des Hochmoselübergangs
    Die größte Brückenbaustelle Europas.
    Foto: Thomas Frey/Archiv - DPA

    Dem Bericht zufolge warnt das Landesamt für Geologie vor «erheblichen baulichen und finanziellen Risiken» bei der Errichtung der bis zu 150 Meter hohen Brückenpfeiler auf der Westseite des Moseltals. Das Infrastrukturministerium weist die Zweifel als «nicht nachvollziehbar» zurück: «Wir sagen eindeutig: Das ist anspruchsvoll, aber es ist ingenieurtechnisch beherrschbar», sagte Sprecher Joachim Winkler am Freitag. Anders als die Ingenieure sprächen die Geologen allerdings von Risiken, räumte er ein.

    Das rund 130 Millionen Euro teure Projekt ist die derzeit größte Brückenbaustelle in Europa. Die Überführung soll unter anderem den Flughafen Hahn im Hunsrück besser mit der Eifelregion verbinden. Anwohner und Winzer protestierten jahrelang vergebens dagegen.

    Laut «Spiegel» verweisen die Experten auf geologische «Rutschflächen» am Hang, die bis zu 70 Metern in die Tiefe reichten und «nicht sicher erkundet» seien. Das «Baugrundrisiko» sei insgesamt «sehr hoch».

    Das Ministerium wehrt sich: Der Boden sei intensiv erkundet worden, sagte Winkler. Es habe unter anderem rund 180 Bohrungen gegeben, teilweise bis zu einer Tiefe von 70 Metern. «Dabei wurde auf die Hangstabilität ein besonderes Augenmerk gelegt», sagte er. Außerdem könne durch sogenannte Monitoring-Einrichtungen - dazu gehören auch Neigungsmesspegel - erkannt werden, ob sich der Hang verforme.

    Das Landesamt für Geologie hat die risikoreiche Lage der Baustelle auch mit einer Karte erfasst. Auf der eigenen sogenannten Hangstabilitätskarte im Internet ist der Bereich der Hochmoselbrücke als nachgewiesenes Rutschgebiet rot gefärbt. Geplante Bauvorhaben innerhalb der hochgradig komplizierten Rutschflächen müssten aber nicht zwingend Probleme aufwerfen, heißt es beim Landesamt. «Allerdings ist hier ein erhöhter Untersuchungsaufwand notwendig.»

    Der Verein «Konzepte für unseren Lebensraum Erde - Agenda 21», hinter dem die Bürgerinitiative "Pro Mosel" steht, hatte gegen das Land geklagt, weil er die Prüfergebnisse zur Statik der 160 Meter hohen Brücke sichten will. Das Gericht hatte das abgelehnt, die Einsicht verletze Betriebsgeheimnisse der Baufirma. 

    Die rund 160 Meter hohe und 1,7 Kilometer lange Brücke soll im Jahr 2016 zusammen mit der 25 Kilometer langen Neubaustrecke zwischen dem Autobahnkreuz Wittlich und der Hunsrückhöhenstraße fertig werden. Neben der Hochmoselbrücke gehören zum Projekt Hochmoselübergang 39 weitere Brücken und ein Tunnel. Davon seien bereits 23 Brücken fertig.

    Hochmoselübergang

    Bürgerinitiative Pro-Mosel

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    dpa-Landesdienst
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