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    Mainz

    Ring-Betreiber wollen vorerst keine Pacht mehr zahlen

    Die Betreiber des insolventen Nürburgrings wollen vorerst keine Pacht mehr zahlen. Das kündigte der Gesellschafter der privaten Betreibergesellschaft, Jörg Lindner, am Mittwochabend im SWR-Fernsehen an. Der Sprecher der Sanierungsexperten, Pietro Nuvoloni, bestätigte am Donnerstag den Eingang eines Schreibens, in dem die «Aufrechnung der Pachtzahlungen mit Baumängeln» mitgeteilt würden. «Anscheinend wird aber zunächst keine Pacht mehr gezahlt», sagte Nuvoloni. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sprach von einer «Drohgebärde».

    Freizeitpark am Nürburgring
    Der Bau des Freizeitparks erwies sich als Flop.
    Foto: Thomas Frey/Archiv - DPA

    Lindner begründete im SWR die Einstellung der Zahlungen mit dem Ziel, «künftige Ansprüche zu sichern, die wir aus vielfältigen Gründen haben». Dabei gehe es etwa um die Beseitigung von rund 2300 Baumängeln, um die sich seit dem Insolvenzantrag der Besitzgesellschaft Nürburgring GmbH niemand mehr kümmere. «Wir werden dann wieder in die Pachtzahlungen einsteigen, wenn die Mängel beseitigt sind.» Im Juli hatten die Pächter nach eigenen Angaben noch 880 000 Euro Pacht an die größtenteils landeseigene Nürburgring GmbH überwiesen.

    Lindner und der weitere Gesellschafter Kai Richter gaben laut SWR auch zu verstehen, dass sie die Rennstrecke nicht vor dem Auslaufen des Pachtvertrags 2040 räumen wollten. Die rot-grüne Landesregierung hatte ihnen zwar wegen früheren Streits um die Pacht bereits gekündigt. Die Betreiber wehren sich jedoch dagegen. Dennoch stand nach Verhandlungen zunächst ihr Abzug im Herbst 2012 im Raum.

    In Mainzer Regierungskreisen wurde am Donnerstag Verärgerung laut. «Das ist ein Elefantenrennen durch den Porzellanladen. Die neuen Aussagen der Betreiber zeigen, dass die Trennung von ihnen richtig ist», hieß es.

    Ministerpräsident Beck sagte mit Blick auf den Sanierungsgeschäftsführer: «Ich bin sehr zuversichtlich bei Prof. (Thomas) Schmidt, dass diese Drohgebärde, die Pacht zurückzuhalten, auf die richtigen Reaktionen stoßen wird. Wir sind im Verfahren (...) auch Gläubiger. Insoweit haben wir auch Informationsrechte.»

    Das Infrastrukturministerium nahm keine Stellung - es verwies auf Schmidt und Insolvenz-Sachwalter Jens Lieser. Deren Sprecher Nuvoloni sagte: «Wir müssen das in Ruhe prüfen und sichten. Wir machen keinen Schnellschuss.» Mit Lindner und Richter werde «kurzfristig» das Gespräch gesucht. Die Existenz der Baumängel stehe außer Zweifel.

    Die frühere SPD-Alleinregierung hatte den Nürburgring für 330 Millionen Euro um einen riesigen Freizeitpark erweitert. Die erhofften Besucherscharen blieben jedoch aus. Die Besitzfirma ist nun pleite. Der Millionen-Kredit der landeseigenen Förderbank muss mit Haushaltsmitteln gedeckt werden.

     

    dpa-Landesdienst
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