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    Noch keine endgültige Entwarnung nach Gas-Unfall im Rheingau

    Oestrich-Winkel (dpa) - Zwei Tage nach dem Chemieunfall im Rheingau-Ort Oestrich-Winkel haben die Behörden am Mittwoch noch keine endgültige Entwarnung gegeben. «Es gibt noch ein Risiko», sagte der Sprecher des Rheingau-Taunus-Kreises, Christoph Zehler. Der havarierte Tank mit giftigem Gas in einer Schaumstofffabrik werde weiter gekühlt und überwacht. «Und die Wasserwerfer stehen bereit, um notfalls das Gas niederzuschlagen.»

    Giftgas-Unfall im Rheingau
    Der Gasunfall hält die Rettungskräfte weiter in Atem.
    Foto: Fredrik von Erichsen - DPA

    Für die Bürger bestehe keine Gesundheitsgefahr, sagte Bürgermeister Paul Weimann (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. An Obst und Gemüse aus der Region seien keine Schadstoffe gemessen worden, auch Spielplätze seien nicht verunreinigt worden. Die ausgetretenen Giftgase seien komplett von der Wasserwand der Feuerwehr aufgefangen worden. In den Boden sei nichts gelangt, alles sei sofort in die Kanalisation gelaufen. Die Messstation an der Kläranlage habe keine Grenzwertüberschreitung festgestellt.

    Die Ursache des Gefahrgutunfalls vom Montag ist nach Polizeiangaben weiterhin unklar. Bei einem Ladevorgang war die mit der hochgiftigen Blausäure verwandte Chemikalie Isocyanat durch ein Sicherheitsventil ausgetreten. Der Stoff verursacht Husten, Atemnot, Schnupfen und Augenreizungen und kann in hoher Konzentration tödlich sein.

    In der Fabrik werden Schaumstoffe hergestellt, zum Beispiel für Verpackungsmaterial. 26 Menschen wurden verletzt, darunter Feuerwehrleute und Polizisten. Die Feuerwehr setzte Wasserwerfer ein, um das Gas an der Ausbreitung zu hindern. Die Kriminalpolizei ermittelt mit Unterstützung von Experten des Regierungspräsidiums, des Umweltamtes und eines von der Staatsanwaltschaft beauftragten Gutachters. Auch die Werksleitung der Firma Koepp Schaum GmbH sei vor Ort gewesen, berichtete die Polizei.

    Die Werksfeuerwehr werde voraussichtlich am Donnerstag damit beginnen, die Reste der Chemikalie abzupumpen, sagte der Sprecher der Kreisbehörde. Er wolle auf keinen Fall zu früh Entwarnung geben, sagte Zehler. «Ich bin da sehr vorsichtig. Wir haben schon mal Entwarnung gegeben, und zwei Stunden später hat es geknallt.» In der Nacht zum Dienstag war unerwartet noch zweimal Gas aus dem havarierten Chemikalientank der Schaumstofffabrik ausgetreten. Die Behörden hatten wegen des Unfalls erwogen, Hunderte Anwohner aus ihren Häusern in Sicherheit zu bringen.

    Unterdessen wurde Kritik an der Informationspolitik der Unternehmensleitung laut. In einer auf der Homepage der Stadt veröffentlichten Mitteilung der Firma ist von einem «ungefährlichen Polyharnstoff» die Rede. Bei Fragen verweist das Unternehmen an das Bürgertelefon der Stadt. Bürgermeister Weimann bescheinigte dem Unternehmen kooperatives Verhalten. Es habe bei der Koordination der Einsätze keinerlei Probleme gegeben. Beim Bürgertelefon der Stadt seien tausende Anrufe besorgter Bürger beantwortet worden.

    Info der Stadt Oestrich-Winkel zu Isocyanat

    Mitteilung der Firma Koepp

    dpa-Landesdienst
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