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Neuer Leiter im Bistum Limburg setzt auf Vertrauen

Frankfurt/Limburg (dpa) – Der neue kommissarische Leiter des Bistums Limburg, Wolfgang Rösch, setzt auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Kirchenbeschäftigten. «Der Bischof hat Vertrauen in mich gesetzt. Sein Vertrauter bin ich aber deswegen nicht, wie es einmal hieß. Vertrauen genieße ich aber auch, so denke ich, bei den Priestern, pastoralen Mitarbeitern und im Ordinariat. Und ich möchte ihnen Vertrauen entgegenbringen», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» («FAZ»/Freitag). «Ich habe Gestaltungswillen, vor allem in Situationen, die nicht ideal sind, und Spaß, mit Menschen zusammenzuarbeiten.»

Generalvikar Rösch und Bischof Tebartz-van Elst
Wolfgang Rösch (r) und Franz-Peter Tebartz-van Elst.
Foto: Roger Töpelmann/Archiv – DPA

Der bisherige Wiesbadener Stadtdekan war am Mittwoch zum Generalvikar und Statthalter des umstrittenen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst ernannt worden. Dieser steht unter anderem wegen seines Führungsstils und der Baukosten für seine neue Residenz in der Kritik. Papst Franziskus hatte ihm daraufhin eine Auszeit verordnet.

Die römische Zeitung «La Repubblica» hatte am Donnerstag unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen berichtet, der Bischof habe Fehler eingeräumt und sich entschuldigt. Als schwersten Fehler nannte die Zeitung Kommunikationsmängel, was die Kosten anbetrifft.

Zwischen Rösch und Bistumsangehörigen gab es bereits am Freitag erste Gespräche, wie ein Sprecher der Diözese berichtete. Seine wichtigste Aufgabe sei jetzt vor allem, dafür zu sorgen, dass die Verwaltungsarbeit weitergehe, sagte Rösch der «FAZ». «Wir müssen unsere Alltagsgeschäfte wieder in Ruhe erledigen können.»

Seine neue Aufgabe geht er mit gemischten Gefühlen an: «Es tut mir sehr leid, meine Pfarrei in Wiesbaden loszulassen. Dort war ich sehr gerne. Andererseits habe ich auch ein Stück Vorfreude», sagte der Generalvikar der «FAZ». Er tritt an die Stelle des bisherigen Generalvikars Franz Kaspar. Tebartz-van Elst hatte Rösch Anfang Oktober berufen, wollte ihn aber erst von Januar an einsetzen. Wegen der Entwicklungen im Bistum wird sein Amtsantritt nun vorgezogen.

Dem Bischof droht unterdessen ein Strafbefehl wegen einer falschen eidesstattlichen Erklärung im Zusammenhang mit einem Flug nach Indien. Ferner prüft die Staatsanwaltschaft Limburg, ob sie gegen den Oberhirten wegen Untreue ermitteln wird. Auslöser sind Anzeigen, die im Zusammenhang mit den Baukosten für die Residenz von mindestens 31 Millionen Euro gegen den Bischof erstattet wurden.

Der stellvertretende Generalvikar im Bistum Limburg, Helmut Wanka, rief am Freitag in einem Brief die Gemeinden dazu auf, Rösch zu unterstützen. «Wir freuen uns, dass in dieser schwierigen Situation ein Mitbruder aus unserem Bistum mit der Verwaltung der Diözese beauftragt wurde», schrieb der Prälat laut Mitteilung.

Eine Kommunikations- und Management-Beraterin empfiehlt dem kommissarischen Bistumsleiter für seine Aufgabe Transparenz nach innen und außen. Rösch solle sich auch rasch an die Gläubigen wenden, sagte Beate Brüggemeier aus Hofheim der Nachrichtenagentur dpa: «Die Menschen sollten ihre Informationen nicht nur aus der Zeitung bekommen.» Der neue Generalvikar sollte den Mitarbeitern gut zuhören, um ein Vertrauensverhältnis aufbauen zu können.

Homepage Beate Brüggemeier

Bistum Limburg

Vatikan-Mitteilung

Brief an Gemeinden

dpa-Landesdienst
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