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Mainz

Neue Studie soll Behandlung von Computersüchtigen verbessern helfen

dpa/lrs

Eine neue Studie der Uniklinik Mainz soll dabei helfen, Internet- und Computerspielsüchtige künftig besser zu behandeln. Die Klinik für Psychosomatische Medizin will Erfahrungen mit der Therapie von Betroffenen bis zum Jahr 2014 auswerten, teilte die Uniklinik am Donnerstag in Mainz mit. Bei der in dieser Art weltweit ersten Studie sollen insgesamt 200 Betroffene in einer viermonatigen Therapie in Mainz, Mannheim, Tübingen und Wien den richtigen Umgang mit dem Computer lernen. Ziel sei auch, zur internationalen Anerkennung der Internet- und Computerspielsucht als Krankheit bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beizutragen.

Studie gegen Computersucht
Uniklinik: Studie zur Behandlung Computersüchtiger.
Foto: Waltraud Grubitzsch/Archiv – DPA

«Ein deutliches Zeichen für eine Computerspielsucht ist Kontrollverlust über das Spielverhalten, begleitet von dem Verlangen, etwas tun zu wollen, das gegen den eigenen Willen ist», sagte Klaus Wölfling, psychologischer Leiter der Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Mainz. Betroffene sollen lernen, wie ihr Verlangen entsteht, und wie sie damit umgehen können. Es gehe auch darum, einen Notfallplan zu entwickeln, wenn das Verlangen nach dem Spielen zu stark wird.

Insgesamt dauert die Therapie vier Monate. In 15 Gruppensitzungen und acht Einzelsitzungen sprechen Betroffene über ihre Sucht. Vorausgegangen war ein Pilotprojekt an der Uniklinik Mainz im Jahr 2010. Die Ergebnisse seien durchaus positiv, teilte die Klinik mit. Von 42 Patienten hätten 30 die Therapie abgeschlossen – sie konnten ihr Suchtverhalten ablegen.

Auch Andreas Meier (Name geändert) hat von der Therapie profitiert. Wegen seiner Spielsucht ist der heute 30-Jährige vor zwei Jahren durchs Abitur gefallen. «Ich habe mich isoliert, hatte keine sozialen Kontakte mehr. Im Abi-Stress bin ich dann in eine andere Welt geflüchtet.» Heute studiert er Soziologie und Politik in Frankfurt. «In der Gruppe habe ich gelernt, dass ich mit meinem Problem nicht alleine bin.» Einmal im Monat trifft sich der Ex-Süchtige mit Freunden zum Computerspielen. Das Spielen ist dabei aber Nebensache.

Neben der Uniklinik Mainz sind auch das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, das Universitätsklinikum Tübingen und das Wiener Anton Proksch Institut beteiligt. Noch suchen die Wissenschaftler männliche Probanden im Alter zwischen 17 und 45 Jahren. Ergebnisse der Studie werden für 2014 erwartet.

dpa-Landesdienst
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