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    Koblenz

    Mutmaßlicher Terrorhelfer beschreibt Erlebnisse in Al-Kaida-Lager

    Der mutmaßliche Terrorhelfer Ahmad S. hat vor dem Koblenzer Oberlandesgericht (OLG) seine Erlebnisse in einem Ausbildungslager von Al-Kaida in Pakistan geschildert. Bei praktischen Übungen sei es etwa darum gegangen, wie ein Mörser für den Einsatz vorbereitet werde und wie man mit einem Zielfernrohr umgehe, sagte der 37-jährige Deutsch-Afghane am Montag.

    Angeklagte Ahmad S. im OLG Koblenz
    Ahmad S. wird am 19.03.2012 in den Gerichtssaal geführt.
    Foto: Thomas Frey - DPA

    Er selbst habe eine Art Fortgeschrittenenkurs an Waffen, der üblicherweise vier Monate dauere, bereits nach einigen Tagen wieder verlassen. Seine Frau habe ihm einen Brief geschrieben, dass sie sich große Sorgen mache. Das habe ihn dazu bewogen, abzubrechen. Auf die Frage, ob er sich dort ausbilden ließ, um später zu kämpfen, sagte der Angeklagte: «Ja.»

    Gleichzeitig betonte Ahmad S., keinen Treueeid auf das Terrornetz Al-Kaida abgelegt zu haben. Dies sei üblich, wenn Kämpfer einen zweimonatigen Anfänger- sowie den viermonatigen Fortgeschrittenenkurs absolviert hätten. Er sei an vier Tagen in einer Gruppe theoretisch geschult worden, habe aber gemeinsam mit einem Freund dem Kurs nicht folgen können, weil sie kein Arabisch sprächen. «Wir haben kein Wort verstanden.»

    Vor dem Aufenthalt in dem Al-Kaida-Lager war Ahmad S. 2009 nach eigenen Angaben von der Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU) an Pistolen und Kalaschnikows ausgebildet worden. Diesen Kurs hatte er nach früheren Aussagen vorzeitig verlassen, weil er sich schlecht behandelt fühlte. Bei der IBU sei er mit weiteren Mitgliedern der Hamburger «Reisegruppe» - einer Islamistenzelle - gewesen.

    Zum Prozessauftakt in der vergangenen Woche hatte Ahmad S. bereits den Kontakt zu Al-Kaida und zur IBU im Jahr 2009 eingeräumt. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann Mitgliedschaft bei den beiden Terrorvereinigungen vor. Laut Anklage sollte er in Europa ein Netzwerk von Al-Kaida mitaufbauen und möglicherweise Anschläge in Deutschland unterstützen. Der Deutsch-Afghane war 2010 in der afghanischen Hauptstadt Kabul aufgegriffen und in US-Gewahrsam genommen worden. Seit April 2011 sitzt er in Deutschland in Untersuchungshaft.

    dpa-Landesdienst
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