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Mainz

LKA ermittelt weiter im Fall des Amsterdamer-Angreifers

Der Fall eines Asylbewerbers, der in Amsterdam zwei US-Touristen mit dem Messer angegriffen haben soll, beschäftigt die Behörden in Rheinland-Pfalz. Er wird weiter als bisher unauffällig beschrieben für die Zeit vor dem Attentat.

Mainz (dpa/lrs). Knapp zwei Wochen nach dem Messerangriff auf dem Zentralbahnhof von Amsterdam ermittelt das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz weiter zum mutmaßlichen Täter aus Rheinland-Pfalz. „Die Ermittlungen dauern an und werden mit der gebotenen Intensität betrieben“, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. Das LKA habe dazu eine gesonderte Ermittlungseinheit eingerichtet. Ein Hinweis, dass der heute 19-Jährige aus Afghanistan einmal den Wunsch geäußert haben soll, in seine Heimat zurückzukehren, sei ebenso wenig als Indiz für eine Radikalisierung ausreichend gewesen wie die Information, dass er sich einen Bart wachsen ließ. Er war im Kreis Mainz-Bingen registriert.

Der junge Mann hatte zwei US-Touristen Ende August dieses Jahres im Hauptbahnhof von Amsterdam mit einem Messer schwer verletzt. Die Behörden in Rheinland-Pfalz arbeiteten eng mit den Ermittlern in den Niederlanden zusammen, sagte der Minister. So seien nach der Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen elektronische Kommunikationsmedien, Datenträger und Schriftstücke sichergestellt und den niederländischen Behörden übergeben worden. Der Mann hatte laut Staatsanwaltschaft ausgesagt, er sei in die Niederlande gekommen, weil dort der Prophet Mohammed, der Koran, der Islam und Allah beleidigt würden.

Der Afghane, dessen Name mit Jawed S. angegeben wird, war 2015 nach Rheinland-Pfalz gekommen. Sein Asylantrag wurde im August 2017 abgelehnt, dagegen klagte er im September 2017. Er war nach Angaben der Landesregierung strafrechtlich nicht aufgefallen.

Ein damaliger Betreuer einer Jugendhilfeeinrichtung hatte im Januar 2017 allerdings der vom Land geförderten Beratungsstelle Salam am Telefon Verhaltensauffälligkeiten des jungen Mannes geschildert. Der Asylbewerber sei demnach unter anderem stark religiös gewesen und habe viel Zeit am Handy verbracht. Der Hinweis wurde nicht weiterverfolgt, weil sich der Mann nicht mehr meldete. Er wurde direkt danach nicht gezielt auf eine Sicherheitsgefahr eingeschätzt.

dpa-Landesdienst
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