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Land sieht hohe Gefahr für Einschleppen von Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest ist in Belgien angekommen, unweit der deutschen Grenze. Die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz rät Verbrauchern und Schweinehaltern zu besonderer Wachsamkeit.

Kampf gegen Schweinepest
Auf einem Computerbildschirm ist das Virus der Afrikanischen Schweinepest in einer Wirtszelle eines Wildschweins zu sehen. Stefan Sauer/Archiv
Foto: Stefan Sauer – dpa

Mainz (dpa/lrs). Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Nachbarland Belgien schätzt die rheinland-pfälzische Landesregierung die Gefahr einer Einschleppung als hoch ein. „Wir nehmen den Ausbruch in Belgien sehr ernst und rufen alle zur erhöhten Wachsamkeit auf“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Ein Ausbruch bei Wildschweinen in Rheinland-Pfalz wäre dramatisch, da es aktuell keinem Staat gelungen ist, die Tierseuche in der Wildpopulation unter Kontrolle zu bekommen.“ Nur in Tschechien habe eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Hausschweinen verhindert werden können.

Die Erreger wurden nach Angaben belgischer Behörden in zwei toten Wildschweinen nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt in der Gemeinde Étalle nachgewiesen. Der Ort liegt im Dreiländereck Belgien, Frankreich und Luxemburg. Nach Trier sind es 75 Kilometer Luftlinie. Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die nur Wild- und Hausschweine befällt und für sie tödlich sein kann. Der Erreger kann durch direkten Kontakt zwischen Tieren übertragen werden, aber auch durch Speisereste, die von Menschen aus infizierten Gebieten mitgebracht und weggeworfen wurden. Die Bundesregierung sieht sich gut auf einen eventuellen Ausbruch vorbereitet.

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin rief Bürger, die Lebensmittel aus Ländern mit grassierender Afrikanischer Schweinepest mitbringen, zu erhöhter Wachsamkeit auf. Sie sollten auf die Gefahr einer Einschleppung infizierter Waren achten. Weil ein erfolgreicher Kampf gegen das Virus nach aktuellem Stand fast unmöglich sei, sei es entscheidend, Lebensmittel mit Fleisch in der Restmülltonne zu beseitigen. Höfken empfahl Schweinehaltern, ihre Sicherheitsmaßnahmen im Betrieb zu überprüfen. „Es darf keine direkten oder indirekten Kontakte zwischen Haus- und Wildschweinen geben, zum Beispiel auch nicht über Futter oder Einstreumaterial“, warnte Höfken.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd appellierte an Verbraucher und Landwirte mitzuhelfen, um einen Ausbruch zu verhindern. Achtlos weggeworfene Speisereste auf Parkplätzen und Raststätten seien eine der Hauptverbreitungsquellen und könnten zu katastrophalen Folgen führen, warnte Bauernpräsident Eberhard Hartelt in einer Mitteilung. Schweinehalter sollten die strikte Einhaltung der Hygiene noch stärker kontrollieren. Die Jäger forderte er dazu auf, das Auftreten von Fallwild der jeweils zuständigen Behörde zu melden und Proben im Landesuntersuchungsamt untersuchen zu lassen.

Der Westerwaldkreis sieht sich für einen möglichen Ausbruch gerüstet. „Der Fall zeigt, dass sich die Seuche schlagartig über große Entfernungen verbreiten kann, wenn der Übertragungsfaktor Mensch im Spiel ist“, erklärte Amtstierarzt Wolfram Blecha, Leiter der Veterinär- und Umweltabteilung der Kreisverwaltung, per Mitteilung. „Wir sind vorbereitet, sollte die ASP auch bei uns auftreten.“

dpa-Landesdienst
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