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Trier

Experte: Koalitionsverhandlungen für Rot-Grün werden schwierig

dpa/lrs

Nach der deutlichen Mehrheit für Rot-Grün in Rheinland-Pfalz sieht der Trierer Parteienforscher Uwe Jun schwierige Koalitionsverhandlungen auf die beiden Parteien zukommen. «Gerade bei Infrastrukturprojekten wie etwa dem Hochmoselübergang oder der Rheinüberquerung wird es schwer werden, Kompromisse zu finden», sagte der Politikwissenschafter an der Universität Trier am Sonntagabend in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Da muss die jetzige Landesregierung Abstriche machen.» Zudem müssten die Grünen «nach erfahrenem Personal Ausschau halten», um der regierungserfahrenen Mannschaft um den bisherigen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) Paroli bieten zu können.

Der Dekan der Trierer Politikwissenschaft ging davon aus, dass die Grünen drei Ressorts beanspruchen werden, darunter auf jeden Fall Umwelt und Bildung. Als Verstärkung von außerhalb von Rheinland-Pfalz seien denkbar der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen, Fritz Kuhn, und der gebürtige Rheinland-Pfälzer Reinhard Bütikofer. Bütikofer, der für die Grünen im Europäischen Parlament sitzt, habe ein gutes Verhältnis zu Kurt Beck, sagte Jun.

Zulauf hätten die Grünen zum einen von FDP-Wählern bekommen, die «zwar im bürgerlichen Lager» verwurzelt seien, aber themenbezogen wählten. Mit der Atomkatastrophe in Japan kam das Thema Atomenergie groß auf die Agenda, das die Grünen «am glaubwürdigsten vertreten», sagte Jun, der Sprecher des Arbeitskreises «Parteienforschung» der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) ist. Aber auch aus dem SPD-Lager habe es Abwanderungen zu den Grünen gegeben. «Es gab einige, die von den Skandalen nicht so begeistert waren und keine Alleinregierung mehr wollten.»

Die CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner habe einen Wahlkampf geführt, in der «eine Machtperspektive fehlte, da die FDP so sehr in die Defensive geraten ist», sagte der Professor. Die Landes-FDP konnte nicht dagegen an, «dass der Bundestrend zu gewaltig gegen sie wirkt». Und den Linken fehlt nach Einschätzung des Experten noch «ein Parteivorsitz, der Ausstrahlungskraft entfaltet».

Professor Uwe Jun

Arbeitskreis Parteienforschung

dpa-Landesdienst
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