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Limburg

Bischofsresidenz: Café oder Haus für Obdachlose?

Wenige Tage nach dem vom Papst verordneten Zwangsurlaub für Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat die Diskussion um eine mögliche Umnutzung der bischöflichen Residenz in Limburg begonnen. Die Ideen reichen von der Obdachlosenunterkunft bis hin zu einem Kommunikationszentrum. «Der Standort an sich hat etwas Einladendes, etwas Kommunikatives. Da gehört etwas Offenes hin», sagte Pfarrer Albert Dexelmann aus Runkel der Nachrichtenagentur dpa. Er könne sich ein Café für die Millionen Besucher des Doms vorstellen, so der Geistliche. Er bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel».

Bischofshaus in Limburg
Es gibt neue Pläne für das Bischofshaus in Limburg.
Foto: Fredrik von Erichsen – DPA

Das Mitglied des Limburger Priesterrats, Werner Otto, schlägt vor, das Gebäude Obdachlosen und Bedürftigen zu öffnen. «Wäre es nicht ein gutes Zeichen, wenn das Haus, das der Öffentlichkeit geradezu als Symbol der Verschwendung gilt, sich für diejenigen öffnen würde, die nichts zum Verschwenden haben?» fragt er. Auf der einen Seite könne der Bischof arbeiten, auf der anderen könnten sozial schwache Menschen bedient und bewirtet werden. So bekomme ein mit 25 000 Euro «sündhaft teurer» Konferenztisch eine «neue Funktion als Tisch der Armen».

Der Gedanke knüpfe an die Tradition von Pfarreien und Bischofssitzen als «Anlaufstellen für Menschen in Not an». Otto, der auch Stadtjugendpfarrer in Frankfurt ist, hält die Residenz-Bezeichnung «Diözesanes Zentrum» für eine Täuschung der Öffentlichkeit. Dies habe er Tebartz-van Elst in einer Sitzung des Priesterrats auch gesagt. Gewählt worden sei Begriff erst, als die Kosten in die Höhe schnellten. Der Prachtbau soll mehr als 31 Millionen Euro gekostet haben.

Tebartz-Kritiker Dexelmann findet die Architektur abweisend. «Sie hat eine Hermetik. Da kann niemand rein, sie wirkt nicht einladend.» Auf diese Weise sei eine Option verspielt worden, einen Lieblingsspruch des beurlaubten Bischofs «Kirche hat Gesicht» im Sinne einer offenen Tür zu verwirklichen. Er geht davon aus, dass der Bischofssitz nicht mehr bezogen wird.

Tebartz-van Elst steht seit Wochen insbesondere wegen seiner Amtsführung und der Baukosten für seinen Amtssitz in der Kritik. Eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Prüfkommission soll klären, wie die Kosten explodieren konnten. Papst Franziskus hatte dem Limburger Oberhirten in dieser Woche eine längere Auszeit verordnet.

Neuer kommissarischer Leiter des krisengeschüttelten Bistums Limburg ist Generalvikar Wolfgang Rösch. Er nimmt an diesem Montag offiziell seine Amtsgeschäfte in der Domstadt auf. In einem Interview des Hessischen Rundfunks sagte Rösch, ihm gehe es zunächst darum, Ruhe und Vertrauen zu bewahren. Am Sonntag hatte sich Rösch mit einer Messe von seinen bisherigen Aufgaben als Wiesbadener Stadtdekan verabschiedet. Er kündigte an, an den Wochenenden weiterhin Gottesdienste in seiner Gemeinde Sankt Bonifatius zu halten.

Bistum Limburg

Vatikan-Mitteilung

Kath. Jugendkirche Frankfurt

dpa-Landesdienst
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