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Hunsrück

Wildbach, Wasserfälle und Wurzelbank im Hunsrück

Jeder Wanderweg hat sein Filetstück: Beim Saar-Hunsrück-Steig ist das der Abschnitt zwischen der Schmausemühle bei Gondershausen und Oppenhausen. Auf diesen 26,5 Kilometern sorgen sprudelnde Wildbäche in felsigen Schluchten, sonnendurchfluteter Buchenwald, federnder Waldboden, Ritterburgen sowie eine Einkehr mit frisch gebackenem Brot und selbst geräuchertem Schinken für eine Wanderung voller Erlebnisse und Naturgenuss.

Die Wurzelbank auf der Traumschleife Murscher Eselsche bietet Gelegenheit zur Rast.
Die Wurzelbank auf der Traumschleife Murscher Eselsche bietet Gelegenheit zur Rast.
Foto: Heidrun Braun

Hier suchen sich die 22. und 23. Etappe des Saar-Hunsrück-Steiges ihren Weg durch die abwechslungsreiche Landschaft und gelten als die schönsten Teile des gesamten Steiges. Das Deutsche Wanderinstitut zertifizierte die Etappe 22 von der Schmausemühle nach Morshausen mit 99 Erlebnispunkten und kürte sie damit zur Nummer eins der insgesamt 27 Etappen des Steigs. Die Etappe 23 folgt ihr mit 88 Erlebnispunkten auf dem Fuße. In den Verlauf des Saar-Hunsrück-Steiges sind in diesem Abschnitt die beiden Traumschleifen Baybachklamm und Murscher Eselsche eingebunden, die als Rundwege besonders jenen entgegenkommen, die nach einer Wanderung gern wieder am Ausgangspunkt ankommen. Die Etappe 22 beginnt an der Schmausemühle, die von Wanderern besonders wegen des frischen Mühlenbrotes und des Schinkenbratens aus dem Steinbackofen geschätzt wird. Außerdem gibt es fangfrische Forellen, die auf dem Freisitz der urigen, mitten im Wald und direkt am Baybach gelegenen Mühle am besten schmecken. Die rund zehn Kilometer lange Traumschleife Baybachklamm beginnt und endet hier.

Auf einem Pfad geht es von der Schmausemühle zunächst ganz gemütlich immer am Baybach entlang, doch dann fällt die Schlucht rund 15 Meter zum Baybach hin ab, und der erste kleine Wasserfall ist zu sehen. Der Weg wird felsiger und alpin, aber Halteseile und festes Schuhwerk gewähren bei der Kletterei sicheren Halt.

Ein schmaler Weg führt hinunter zum Bach und einer Schieferhöhle, ein Relikt aus der Zeit des Bergbaus. Grün bemooste Mauern sind die Vorboten der Burg Waldeck, die rund 500 Meter oberhalb des Weges über dem Tal thront. Die mittelalterliche Stammburg der Waldecker ist einen Abstecher wert. Berühmt wurde die Burg im 20. Jahrhundert als Versammlungsort der Bündischen Jugend und später der Nerother Wandervögel, die heute Eigentümer der Burg sind und regelmäßig Veranstaltungen und Konzerte ausrichten. Der Saar-Hunsrück-Steig bleibt im Tal und folgt dem sich durch die Felsen schlängelnden Bach. Dort, wo sich das Tal wieder weitet, beginnt die Traumschleife Murscher Eselsche und strebt sportlich auf der steilen Felsrippe des „Eselsche“ bergauf zur weiten Aussicht über das Baybachtal und das Hunsrücker Land.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten ein paar Jungen der Gegend der Versuchung nicht widerstehen, Munition, die sie gefunden hatten, auszuprobieren. Ihre Schlagkraft war so groß, dass sie ein Stück des Felsens „Murscher Eselsche“ (Morshausener Eselchen) wegsprengte. Die Dorfjungen blieben zum Glück unverletzt, aber der Felsen erinnert seither nicht mehr an einen Esel wie einst. Seinen Namen behielt er trotzdem und gab ihn an die Traumschleife weiter. Bei der Wanderung geht es auch über den historischen Zechenpfad zur Grube Theresa. Die geschnitzte lebensgroße Figur des Zechenarbeiters Jupp am Wegesrand erinnert an den täglichen Arbeitsweg von Morshausen zur Grube. Rudi Hammes aus der örtlichen Schreinerei sägte für die Traumschleife eine wunderschöne Wurzelbank mit Tisch aus einem großen Birnbaum. Zur Erinnerung an die Grubenarbeiter flankieren die Bank drei Wurzelknappen aus Robinienholz. So entstand ein origineller und aussichtsreicher Rastplatz.

Der Saar-Hunsrück-Steig führt von der Ortschaft Ehrenburgertal in einem langen Aufstieg zur mittelalterlichen Ehrenburg und weiter durch das Ehrbachtal mit vielen Mühlen und durch die wildromantische Ehrbachklamm über Pfade, Trittsteine und Brücken zu bizarren Felsen. Die Geschichte der Burg ist von Belagerung und Streit geprägt. Die „Eltzer Fehde“ von 1331, die blutige Auseinandersetzung mit den Bürgern von Koblenz Ende des 14. Jahrhunderts, die spanische Besetzung im Dreißigjährigen Krieg und schließlich die Zerstörung 1689 durch Soldaten des Sonnenkönigs Ludwig XIV. ließen dem Burggrafen kaum Zeit für ein sorgenfreies höfisches Leben. Die auf einem Felssporn im 12. Jahrhundert erbaute wehrhafte Burg ist heute ein gastlicher Ort und Besuchern freundlich gesinnt. Kleine und große Gäste wandeln bei einer spannenden Burgerkundung, beim Bogen- und Katapultschießen auf den Spuren der Ritter. An jedem Sonn- und Feiertag zwischen Ostern und Allerheiligen erwacht in den alten Gemäuern die „Lebendige Burg“, wenn im Burghof der Töpfer, der Trogschnitzer und der Schmied aktiv werden, um den Besuchern das Handwerk aus alter Zeit zu zeigen. An jedem Sonntag im Juli und August wird zudem der Burghof zur Bühne für verschiedene Musikanten und Gaukler, die allesamt Meister ihrer Zunft sind.

Heidrun Braun

Infos: Hunsrück-Touristik GmbH, Gebäude 663, Hahn-Flughafen, Tel. 06543/507.703, E-Mail info@hunsruecktouristik.de, www.hunsruecktouristik.de.

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