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Traben-Trarbach

In alten Weingewölben wird es ganz weihnachtlich

Heidrun Braun

Umgeben von Weinbergen und berühmt für die vielen Jugendstilbauten, hat Traben-Trarbach an der Mosel auch in der Weihnachtszeit und zwischen den Jahren Hochsaison. Seit sieben Jahren zieht der unterirdische Mosel-Wein-Nachts-Markt Tausende Besucher in die riesigen, festlich geschmückten Weingewölbe der Stadt. Fast die gesamte Altstadt in Traben ist unterkellert.

Der Markt besticht mit regionalen Produkten und Handwerkskunst.  Fotos: Heidrun Braun/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH
Der Markt besticht mit regionalen Produkten und Handwerkskunst. Fotos: Heidrun Braun/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH
Foto: Heidrun Braun

Um 1900 lagerten in den Kellern der Stadt rund 15.000 Fuder Wein. Damals war der Moselort nach der französischen Weinmetropole Bordeaux wichtigster Weinlieferant in Europa. Dazu trug die große Nachfrage nach Rieslingwein bei, aber auch die Tatsache, dass der Ort eine protestantische Enklave im Erzbistum Trier war. Käufer in den Niederlanden, England und Preußen waren nicht nur am Wein interessiert, sondern auch Brüder im Glauben. In dieser Blütezeit des Weinhandels wurde immer mehr Lagerplatz benötigt und der Ort nach und nach auf 22 Kilometer Länge unterkellert. Der erste unterirdische Weihnachtsmarkt startete 2010 in den beiden Moselschlösschen-Gewölben. 2012 kam das von zwei mächtigen Säulen getragene Weingewölbe im Alten Rathaus dazu. Von dort führt ein Tonnengewölbe in den Keller der Alten Zunftscheune. Im fünften Jahr des Wein-Nachts-Marktes öffnete auch das 900 Quadratmeter große Kellergewölbe des Weingutes Axel Emert am Alten Bahnhof in Traben seine Türen. Die Marktstände sind hier in das Weinmuseum Vinorellum integriert. Der Keller „Galerie Bogner“ vereint neun verwinkelte Gewölbe. Drei der Keller präsentieren als Museum die Schatzkammer, Kelter, Fässer und Flaschenlager. So wird der Weihnachtsbummel auch zu einer Zeitreise durch die Geschichte des Weinbaus an der Mosel. Über steile Treppen geht es in die festlich geschmückten Gewölbe hinab, die Platz für viele Marktstände haben. Über diese Schrotgänge zogen und schoben die sogenannten Schröter die schweren Fuderfässer aus Eichenholz aus den Weinkellern und trugen sie auf die Fuhrwerke oder zu den Schiffen der Kunden. Noch heute gibt es die Zunft der Weinschröter in Traben-Trarbach, die sich die Pflege des moselländischen Brauchtums auf die Fahnen geschrieben hat.

Der heilige Jakobus ist der Schutzpatron der Stadtschröter. Sie werden ihn oft um Hilfe angerufen haben, denn rutschte ein Fass ab und ging zu Bruch, mussten sie den Schaden ersetzen. Deshalb sollen die Stadtschröter vor einem Transport lange diskutiert haben, wie sie das Fass aus dem Keller bekommen. Dabei wurde manches Glas Wein getrunken. Die bis zu 1,70 Meter langen Fuderfässer, für die man die Gewölbe einst baute, sind im Brückenkeller neben Weinbergs- und Kellergeräten am Moselufer zu sehen. Die Schwerstarbeit in den Weinkellern vergangener Jahrhunderte tritt in der Adventszeit hinter den weihnachtlichen Düften von Glühwein, Zimt und Tannenzweigen zurück. Natürlich fehlen auch die regionalen Spezialitäten von der Mosel, aus dem Hunsrück, der Eifel und vom Rhein nicht.

Allen voran zeigen die Winzer und Schnapsbrenner, wie gut all das schmeckt, was an den Ufern der Mosel wächst. Auf der Terrasse des Moselschlösschens ist vor der Kulisse der abends angestrahlten Ruine Grevenburg, die hoch oben auf der anderen Moselseite steht, das kleine Hüttendorf mit weihnachtlichen Leckereien aufgebaut. Aus Frankreich reisen Händler mit Salami, Käse, Gebäck und Seife an. In den Weingewölben wandeln die Besucher bei angenehmen Temperaturen durch die Gänge zwischen den Ständen mit ausgesuchten kunsthandwerklichen Waren aus Leinen, Filz, Glas, Edelmetallen, Wolle und Wachs.

Das Wetter draußen ist Nebensache, und die Atmosphäre animiert zum entspannten Schauen, Kaufen, Schlemmen, Weintrinken und Feiern mit Freunden. Über das Weihnachtsfest hinaus sind die Gewölbe bis zum 1. Januar von Montag bis Donnerstag von 11 bis 19 Uhr sowie Freitag und Samstag von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Nur an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag bleibt der Mosel-Wein-Nachts-Markt geschlossen. Heidrun Braun

Weitere Informationen

Tourist-Information Traben-Trarbach, Am Bahnhof 5, Traben-Trarbach, Telefon 06541/ 839 80, www.traben-trarbach.de, www.gastlandschaften.de

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