Rheingau-Taunus

Touristiker machen sich Gedanken um Wunschgäste: Marke Rheingau soll sichtbarer werden

Die Tourismusbranche, allen voran die Gastronomie- und Hotellerie, erwartet nach Monaten des Lockdowns mehr denn je die Öffnung ihrer Betriebe. Viele hätten die lange Zeit genutzt, um sich neu aufzustellen und kreative Ideen zu entwickeln, schreibt die Rheingau-Taunus Kultur- und Tourismus GmbH (RTKT). Die Destinationsmanagementorganisation habe sich gleichermaßen neben vielen anderen Themen mit wesentlichen Fragen der Gästeansprache auseinandergesetzt: Womit erreichen wir die Gäste am besten, was gefällt ihnen? Was genau veranlasst sie zur Entscheidung, eine Region zu besuchen? Wo müssen Angebote beworben werden?

Der Rheingau hat viel zu bieten: Blick auf den Tempel auf dem Niederwald in Rüdesheim; auf der anderen Rheinseite liegt Bingen. Foto: Thorsten Stötzer
Der Rheingau hat viel zu bieten: Blick auf den Tempel auf dem Niederwald in Rüdesheim; auf der anderen Rheinseite liegt Bingen.
Foto: Thorsten Stötzer

Ein zentraler Gedanke der Marketingstrategie für den Tourismus im Rheingau sei die Orientierung an den Bedürfnissen der Zielgruppe. Die Marketingmaßnahmen würden nicht mehr nach Themen strukturiert, vielmehr flössen die Kernthemen Natur, Wein und Kultur in der für die Zielgruppe relevanten Kombination in die Produktentwicklung ein.

Thorsten Reineck, Geschäftsführer der RTKT, macht es an einem Beispiel deutlich: „Unsere Wunschgäste, nennen wir sie Frank und Nicole, sind Mitte bis Ende 40, mögen zu zweit in der Natur unterwegs zu sein, sei es wandern oder Rad fahren, lieben regionales Essen und guten Wein und besuchen gerne Konzerte oder Museen. Ein perfekter Tag für die beiden ist die Kombination aus all dem.“

Den Wunschgästen ihren Lieblingstag im Rheingau individuell zusammen mit den Gastgebern und touristischen Partnern zu gestalten, sei der Auftrag. Gleichwohl wisse man, dass sich das Reiseverhalten verändert habe: „Es reisen Gäste zu uns, die den Rheingau bisher nicht in ihrer Reiseplanung berücksichtigt haben. Quasi nebenbei haben sich der Region neue Zielgruppen erschlossen. Selbst Gäste aus dem näheren Rhein-Main-Gebiet haben den Rheingau als Urlaubsort entdeckt mit einer ungewöhnlich langen Aufenthaltsdauer.“

Der Tourismus hat für den Rheingau eine große Bedeutung als Wirtschafts- und Standortfaktor und damit verbunden für die Lebensqualität der Bürger. Diesen Wirtschaftszweig zu stärken, werde eine zentrale Aufgabe für die touristischen Akteure, aber auch für die Politik sein, so die RTKT. „Der Rheingau muss sich zukunftsorientiert und wettbewerbsfähig aufstellen.

Dazu ist es notwendig, sich an den veränderten Marktgegebenheiten auszurichten“, sagt Andrea Engelmann, Geschäftsführerin der Rheingau-Taunus Kultur und Tourismus GmbH und erläutert: „Für den Tourismus im Rheingau verfolgen wir fünf zentrale Ziele, wovon ich zwei herausgreifen möchte: Zum einen die Entwicklung zu einer starken touristischen Marke.

Die Sichtbarkeit und Bekanntheit der Marke Rheingau auf dem inländischen Markt muss gerade angesichts der anhaltenden, pandemiebedingten Situation deutlich gesteigert werden. Zum anderen die Weiterentwicklung der Rheingau-Taunus Kultur und Tourismus GmbH als Destinationsmanagementorganisation des Rheingaus zum touristischen Kompetenzzentrum der Region.“

Abschließend weist Andrea Engelmann auf das neue Rollenverständnis der RTKT hin: „Wir verstehen uns als Kümmerin und Fürsorgerin – für unsere Gäste, für unsere Partner, unsere Leistungsträger, unsere Bürger. Wir werden Netzwerkpartner und Coach, Impulsgeber und Motivator wie auch kreativer Initiator sein. Wir möchten integrieren, kooperieren, Synergien schaffen und nutzen, Strukturen vereinfachen. Zielgerichtet haben wir dabei den Aufbau einer zukunfts- und wettbewerbsfähigen Region im Blick, in der sich unsere Gäste und Bewohner bestens aufgehoben fühlen. So steht es am Ende unseres Strategiepapieres – diesem Anspruch haben wir uns verpflichtet.“