Archivierter Artikel vom 30.07.2021, 11:52 Uhr
Limburg

Rund 100 Limburger Helfer im Einsatz: So meistern Malteser ihren Hochwassereinsatz

Einsatzkräfte des Malteser Hilfsdienstes (MHD) aus dem Bistum Limburg sind in den Hochwassergebieten im Einsatz. Es sind vor allem Ehrenamtliche, die dort Menschen in Not unterstützen. Das betont Gregor Goetz, Diözesangeschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes in der Diözese Limburg. Er berichtet im Interview, wie und wo geholfen wird.

Deutschlandweit sind mehrere Hundert Malteser im Einsatz, um Feuerwehr und Polizei bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Sie helfen bei der Evakuierung, bei der medizinischen Versorgung verunglückter oder kranker Menschen, errichten Notunterkünfte und versorgen sowohl Einsatzkräfte als auch Betroffene mit Essen und Getränken.
Deutschlandweit sind mehrere Hundert Malteser im Einsatz, um Feuerwehr und Polizei bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Sie helfen bei der Evakuierung, bei der medizinischen Versorgung verunglückter oder kranker Menschen, errichten Notunterkünfte und versorgen sowohl Einsatzkräfte als auch Betroffene mit Essen und Getränken.
Foto: Dirk Moll/Malteser

Wie viele Helferinnen und Helfer aus dem Bistum Limburg sind im Einsatz?

Aus dem Bistum Limburg sind etwa 100 Helferinnen und Helfer im Einsatz – unter anderem involviert sind die Malteser Standorte Bad Homburg, Frankfurt, Kelkheim/Main-Taunus-Kreis, Oestrich-Winkel/Rheingau, Limburg-Weilburg, Rhein-Lahn, Usingen/Weilrod, Wallmerod/Westerwaldkreis, Wetzlar/Lahn-Dill-Kreis, Wiesbaden. Es sind vor allem Ehrenamtliche, die hier Menschen in Not unterstützen. Sie sind dafür im Rahmen des Katastrophenschutzes von ihrem Hauptberuf derzeit befreit. Vielfach geht die Bevölkerung davon aus, dass es vor allem Hauptberufliche sind, die im Rahmen unterschiedlicher Institutionen in den Hochwassergebieten anpacken. Das ist unserer Erfahrung nach nicht so.

In welchen Einsatzbereichen sind die Malteser aktiv?

Die Malteser sind überwiegend eingesetzt im Sanitätsdienst, im Betreuungsdienst, das heißt in der Verpflegung und Unterbringung von Helfenden, und in der Erkundung in schwer zugänglichem Gelände mit geländegängigen Motorrädern. Von großer Bedeutung ist darüber hinaus die psychosoziale Notfallhilfe, die Hilfe für die Helfer.

Wie sieht die konkrete Hilfe aus?

Der Malteser Hilfsdienst ist mit seinen Einheiten zur Betreuung und Verpflegung sowie im Rettungsdienst den kommunalen Einsatzleitungen unterstellt. Wir versorgen also zum Beispiel Feuerwehr und Technisches Hilfswerk mit guter Verpflegung und stellen Ruheplätze bereit. Wir helfen bei Evakuierungen und bei der Versorgung und Betreuung der Menschen, die derzeit nicht in ihren Wohnungen und Häusern leben können. Wir stellen mit geschulten Kräften eine psychosoziale Unterstützung für Einsatzkräfte und Betroffene zur Verfügung.

Der Sanitätsdienst, der der Bevölkerung normalerweise am ehesten auf Großveranstaltungen und im Rahmen von Sportveranstaltungen auffällt, ist ebenfalls sehr gefragt bei der Versorgung von Schürfwunden, Kreislaufproblemen, Schnittverletzungen. Nach dem Ende des Katastrophenschutzeinsatzes unterstützen die Malteser die Betroffenen des Hochwassers. Wie das am besten geschehen kann, wird sich in nächster Zeit in Absprache mit den Kommunen und anderen Hilfsorganisationen zeigen.

Gregor Goetz, Diözesangeschäftsführer
Gregor Goetz, Diözesangeschäftsführer
Foto: privat

An welchen Orten im Katastrophengebiet ist der MHD tätig?

Unsere Helfenden waren und sind überwiegend im Landkreis Ahrweiler eingesetzt. Ein Team des Standorts Kelkheim/Main-Taunus-Kreis ist in Nordrhein-Westfalen eingesetzt.

Wie lange werden Sie voraussichtlich vor Ort noch gebraucht?

Der Einsatz im Rahmen des Katastrophenschutzes dauert aktuell noch an. Nach der Rettung und Bergung steht der Wiederaufbau an. Auch hier macht sich der Malteser Hilfsdienst stark. Unter Mithilfe der Kult-Band Die Höhner gab es auf den sozialen Netzwerken einen „#ProudToHelp Malteser Charity Livestream“. Er ist jetzt abgeschlossen und auf unserer Facebook-Seite Malteser im Bistum Limburg zu sehen.

Wie können Menschen den Betroffenen am besten helfen?

Der Malteser Hilfsdienst gehört der Aktion Deutschland Hilft (ADH) an. ADH ruft zu Spenden auf, die an die beteiligten Organisationen – gemessen an deren Leistungsfähigkeit – weitergegeben werden. Die Verteilung von Sachspenden gestaltet sich aufgrund der teilweise zerstörten Infrastruktur vor Ort schwierig. Am besten können die Organisationen gemeinsam mit den Kommunen in den Hochwassergebieten helfen, wenn Transportwege möglichst kurz sind und der logistische Aufwand möglichst gering gehalten wird. Wer mit anpacken möchte, muss entsprechend geschult sein.

Wir erleben immer wieder, dass Menschen im Falle einer Katastrophe sofort durchstarten möchten: Katastrophenschutz verlangt jedoch eine optimale Vorbereitung, auch im Ehrenamt. Wir vom MHD freuen uns natürlich über Menschen, die sich für das Ehrenamt interessieren. Wer sich vorstellen kann, längerfristig auf ehrenamtlicher Basis Menschen in Not zu helfen, findet hier weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten im Internet unter www.malteser-limburg.de