Archivierter Artikel vom 23.02.2021, 11:44 Uhr
Aartal

Reaktivierung der Aartalbahn: Neue Machbarkeitsstudie soll kommen

Die Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz sowie die Aufgabenträger im ÖPNV sind sich einig: Die Reaktivierung der Aartalbahn für den Schienenpersonennahverkehr zwischen Wiesbaden und Diez/Limburg soll im Rahmen einer Machbarkeitsuntersuchung neu überprüft werden. Das teilt das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen mit.

Einigkeit in Bezug auf die Reaktivierung der Aartalbahn demonstrierten die Ministerien aus Hessen und Rheinland-Pfalz in einer Videokonferenz. Eine neue Machbarkeitsstudie soll erstellt werden.
Einigkeit in Bezug auf die Reaktivierung der Aartalbahn demonstrierten die Ministerien aus Hessen und Rheinland-Pfalz in einer Videokonferenz. Eine neue Machbarkeitsstudie soll erstellt werden.
Foto: Uli Pohl
Anlass für diesen Vorstoß ist die Neufassung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes des Bundes vom März vergangenen Jahres, in dem als neuer, gesonderter Fördertatbestand die Reaktivierung von Schienenstrecken aufgenommen wurde. Zwar hat der Bund noch nicht alle Förderkriterien bestimmt, dennoch soll parallel hierzu bereits mit der Untersuchung begonnen werden.

„Mit einer reaktivierten Aartalbahn können verkehrliche Wirkungen weit über Diez und Limburg sowie Wiesbaden und Mainz hinaus generiert und der schienengebundene Personennahverkehr attraktiver gemacht werden“, sagten Hessens Staatssekretär Jens Deutschendorf und der rheinland-pfälzische Verkehrsstaatssekretär Andy Becht.

„Mit der Reaktivierung kann ein durchgehender Schienenverkehr im Berufs-, Schüler- und Freizeitverkehr im gesamten Aartal realisiert und gleichsam Wiesbaden vom hohen Durchgangsverkehr mit einer Schienenalternative entlastet werden“, sagte Deutschendorf.

Auch für die rheinland-pfälzischen Regionen rund um Diez und Hahnstätten würde eine Reaktivierung der Aartalbahn eine verbesserte Anbindung an den ÖPNV von Diez über das Aartal bis nach Mainz bedeuten: „Die Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung ist ein klares Bekenntnis zur Stärkung der Schiene“, sagte Becht.

Die Mitteilung des Ministeriums ist das Ergebnis einer Videokonferenz der für das Verkehrsressort zuständigen Ministerien beiderseits des Rheins sowie des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord sowie der anliegenden Kreise und kreisfreien Städte, also Wiesbaden, die Landkreise Rheingau-Taunus und Rhein-Lahn und die Verbandsgemeinden Aar-Einrich und Diez als Eigentümer der Trasse in Rheinland-Pfalz.

Alle Beteiligten sind sich darin einig, dass die Reaktivierung attraktive Anschlüsse zum übrigen Eisenbahn- und Busnetz herstellen und damit ein Bestandteil des Deutschland-Taktes werden kann, an dessen schrittweiser Umsetzung gearbeitet wird. Die reaktivierte Strecke soll sich nahtlos einfügen in die bereits erzielten und geplanten Verbesserungen im Mobilitätsangebot.