Limburg-Weilburg

Ohne Kundschaft keine Umsätze: Service, Handel und Gastronomie laut IHK-Umfrage schwer belastet

Die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben gravierende Auswirkungen auf die verschiedenen Branchen der Wirtschaft. Allein die Industrie zeigt sich stabil. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Limburg plädiert für eine schrittweise Öffnung derzeit geschlossener Betriebe.

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Symbolfoto
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Foto: dpa
Kontaktbeschränkungen und Hygienevorgaben sollen die Corona-Pandemie eindämmen. Für viele, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen werde laut IHK in der Folge trotz staatlicher Hilfsgelder die Luft immer dünner: ohne Kundschaft keine Umsätze und keine Einnahmen. „Viele der blockierten Branchen und Unternehmen hatten bereits in Schutzkonzepte investiert. Sie benötigen eine Ausstiegsperspektive aus dem Lockdown in Form eines inzidenzgesteuerten nachvollziehbaren Stufenplans zur Lockerung der bestehenden Beschränkungen“, betont IHK-Präsident Ulrich Heep.

„Durch die anhaltenden Beschränkungen und angeordneten Betriebsschließungen hat sich die Situation für viele Betriebe insbesondere in Handel, Gast- und Dienstleistungsgewerbe noch mal verschlechtert. Die Stimmung ist allgemein sehr angespannt, wie wir in vielen Gesprächen aus den Unternehmen hören. Von der Politik wünschen wir uns, dass sie schnellstmöglich mit der schrittweisen, verantwortbaren Öffnung geschlossener Betriebe beginnt“, ergänzt Hauptgeschäftsführerin Monika Sommer.

In der Industrie schafft es der Konjunkturklimaindex zum Jahresanfang mit 102 Punkten in den befriedigenden Bereich, der bei über 100 Punkten beginnt. Dies ist eine Verbesserung um 13 Punkte gegenüber dem Herbst vergangenen Jahres mit 89 Punkten und dem Einbruch im Frühjahr 2020 mit 68 Punkten.

Die Stimmung in der Bauwirtschaft hat sich merklich verschlechtert. Der Konjunkturklimaindex im heimischen Baugewerbe erreicht zum Jahresanfang 2021 aber noch einen Wert von fast „befriedigenden“ 99 Punkten nach 117 Punkten im vergangenen Herbst. Dem Teilbereich des Bauhauptgewerbes (Industriebau, Tiefbau, Straßenbau et cetera) geht es nicht mehr so gut, die Auftragseingänge haben in den letzten Monaten per saldo abgenommen. Die Lage wird noch überwiegend positiv gesehen, aber im Blick auf die Zukunft herrscht Pessimismus.

Seit dem zweiten Lockdown hat sich die Stimmung im heimischen Handel wieder deutlich verschlechtert. Im Einzelhandel ist der Konjunkturklimaindex nach der Erholung über den Sommer von 103 Punkten im Herbst auf jetzt 94 Punkte abgesackt. Die Umsätze hatten sich zum Herbst hin stabilisiert, sind aber in den letzten vier Monaten insgesamt gefallen.

Besonders betroffen sind die Bereiche Kfz, Bekleidung, Uhren und Schmuck sowie Bücher. Beim Blick auf die Zukunft sind die heimischen Einzelhändler eher pessimistisch.

Monika Sommer, Hauptgeschäftsführerin IHK.
Monika Sommer, Hauptgeschäftsführerin IHK.
Foto: privat

Auch die Konjunktur im sonst so stabilen Gesamtbereich des Dienstleistungsgewerbes war im Frühjahr 2020 auf 69 Punkte stark eingebrochen, hatte sich dann bis Herbst auf 88 Punkte verbessert und ist nun im Zuge des zweiten Lockdowns wieder auf niedrige 74 Punkte zurückgefallen. Die Geschäftserwartungen haben sich gegenüber dem Herbst eingetrübt, es überwiegt weiterhin deutlich der Pessimismus.

Bei den unternehmensbezogenen Dienstleistern hatte sich der Konjunkturklimaindex von 83 Punkten im Frühjahr vorigen Jahres zum Herbst hin auf befriedigende 105 Punkte erholt und hat sich jetzt auf 98 Punkte wieder abgeschwächt. Die Umsätze sind in den letzten Monaten per saldo um 21 Prozent zurückgegangen. Deutlich schlechter ist die Geschäftslage bei den personenbezogenen Dienstleistern (Reisebüros, Fitness- oder Kosmetikstudios, Tanzschulen et cetera). Hier sind die Umsätze nach den Rückgängen zu Beginn der Pandemie in den vergangenen Monaten weiter gefallen, per saldo zuletzt bei 63 Prozent der Unternehmen.

Im Gastgewerbe hatte sich im Zuge der ersten Lockerungen im Herbst 2020 der Klimaindex ein wenig auf schwache 64 Punkte verbessert. Nach dem zweiten Lockdown ist die Auslastung per saldo bei 95 Prozent der Unternehmen gefallen – keine Gäste, keine Auslastung, keine Umsätze. In der Folge ist der Index auf jetzt sehr niedrige 30 Punkte wieder abgestürzt.

Im Verkehrsbereich war der Klimaindex im Frühjahr vergangenen Jahres auf 52 Punkte eingebrochen. Zum Herbst hatte sich der Klimaindex zwar auf 83 Punkte erholt, die Lage aber blieb vor allem im Bereich Personentransport schwierig. Zum Jahresanfang ist der Index gegenüber dem Herbst nun auf schwache 66 Punkte gefallen, denn die Umsätze sind in den letzten Monaten per saldo zurückgegangen.