Limburg

Neue Container errichtet: Mehr Wohnraum für Kriegsflüchtlinge in Limburg

Aufmerksamen Bürgern ist es nicht entgangen, dass in den Stadtteilen Linter, Blumenrod, Staffel sowie im Industriegebiet Dietkircher Höhe Wohncontainer errichtet wurden. Nicht alle werden unter Regie der Stadt aufgestellt, einen Großteil der Container stellt der Landkreis Limburg-Weilburg zur Verfügung, der auch für die Umverteilung der Flüchtlinge verantwortlich ist.

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Für die Aufstellung der Wohncontainer bedarf es eines Autokrans und einer ruhigen Hand.
Für die Aufstellung der Wohncontainer bedarf es eines Autokrans und einer ruhigen Hand.
Foto: Stadt Limburg

Hierbei handelt es sich um Wohnraum für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die als Notunterkunft für Familien und Einzelpersonen dienen. In Linter in Ortsrandlage wurde die ursprünglich für einen Spielplatz vorgesehene Fläche mit Schotter begradigt, sodass eine ebene Fläche entstand. Am hinteren Teil des Grundstücks ist die Autobahn zu sehen. Zwei Sitzbänke und ein Tisch laden zum Verweilen ein, dahinter verläuft ein Pfad, den Radfahrer und Gassi-Geher nutzen.

Auf der linken Seite steht ein Einfamilienhaus, rechts ein Mehrfamilienhaus. Nun finden hier zwölf Container, in drei Reihen mit einem Autokran aufgestellt, ihr neues Zuhause. Jeweils vier Container nebeneinander bilden eine Anlage, in der bis zu sieben Personen untergebracht werden können. Noch fehlt den Wohncontainern das „Interieur“, damit es auch etwas wohnlich für die Bewohner wird, wenn es draußen langsam kälter wird. „Aufgrund der vorherrschenden Lieferengpässe und stetig steigender Preise hoffen wir, dass wir die Container rechtzeitig für die ankommenden Flüchtlinge herrichten können. Die aktuelle Flüchtlingssituation stimmt uns zuversichtlich, dass wir das schaffen“, erklärt Volkmar Gundermann, Amtsleiter des Stadtbauamtes.

Vorbereitungen für mehr Container laufen

Auch in Blumenrod laufen die Vorbereitungen für acht weitere Wohncontainer, die „Im großen Rohr“ aufgestellt werden. „Bisher ist der erwartete Flüchtlingsansturm ausgeblieben. Durch die zur Verfügung stehenden Container sind wir jedoch gut vorbereitet“, erklärt Michael Stanke, Erster Stadtrat, die aktuelle Flüchtlingssituation.

„Viele Privatpersonen haben im ersten Schritt ihre Hilfe angeboten und Geflüchtete aufgenommen. Im Hinblick auf die finanzielle Mehrbelastung in den kommenden Monaten durch die gestiegenen Energiekosten wollen wir eine alternative Unterbringungsmöglichkeit anbieten können“, so Stanke weiter.

Der Kreis stellt voraussichtlich bis Ende dieses Jahres in Staffel, „Im großen Rohr“ in Blumenrod sowie „Auf der Heide“ im Industriegebiet „Dietkircher Höhe“ etwa 180 Plätze in Wohncontainern für Geflüchtete zur Verfügung. Abhängig ist die Fertigstellung von der termingerechten Lieferung der bestellten Einrichtung und notwendigen Ausstattungsgegenständen. Dies wurde auch den Bürgerinnen und Bürgern in einer vom Sozialamt der Kreisverwaltung organisierten Informationsveranstaltung bereits mitgeteilt.

Flächen im Stadtgebiet überprüft

Schon im April wurde laut Presseinfo der Kauf der Containeranlagen für 455.175 Euro beschlossen. Um einzelne Stadtteile nicht übermäßig zu belasten, sollten die Unterkünfte innerhalb der Stadt verteilt werden. Die Stadt hat daraufhin alle kurzfristig zur Verfügung stehenden Flächen im Eigentum der Stadt geprüft. Es sollte vermieden werden, dass Bürgerhäuser und Sporthallen zur Unterbringung von Geflüchteten belegt werden, da diese sowohl für das Vereinswesen als auch den Schulsport eine wichtige Rolle spielen.

Notsituationen wie ein Kriegsgeschehen erlauben es den Kommunen, in Gewerbegebieten und auf unbebauten Grünflächen Notunterkünfte wie Wohncontainer aufzustellen. red

Archivierter Artikel vom 12.09.2022, 06:00 Uhr