Archivierter Artikel vom 10.11.2019, 09:43 Uhr
Gießen/Weilmünster

Nach Behandlungsfehler: Uniklinik Gießen muss Rekordschmerzensgeld zahlen

Ein 17-Jähriger liegt 2013 im OP-Saal der Uniklinik Gießen. Reine Routine, eigentlich: Ein Nasenbeinbruch soll operativ behandelt werden. Allerdings: Die Schläuche des Beatmungsgeräts für die Vollnarkose sind falsch angeschlossen. Sein Gehirn erhält 25 Minuten zu wenig Sauerstoff, die Hirnzellen sterben nach und nach ab. Der Teenager, der zuvor noch Fußball spielte und dabei an der Nase verletzt wurde, erleidet einen schwersten Hirnschaden. Sein Anwalt erringt nun vor Gericht einen juristischen Sieg. 800.000 Euro Schmerzensgeld muss die Klinik zahlen, so viel wie noch nie in Deutschland zuvor.

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