Archivierter Artikel vom 03.07.2021, 20:08 Uhr
Limburg-Weilburg/Hünfelden

Leader-Regionalbudget: Geld für mehr Attraktivität in den Orten einsetzen

Im Juni 2020 hatte der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer den Förderbescheid zum Regionalbudget an den Vorsitzenden des Vereins Regionalentwicklung Limburg-Weilburg, Helmut Jung, überreicht. Insgesamt erhielten 16 Projekte mit einem Gesamtwert von fast 210.000 Euro Zuschüsse in Höhe von über 150.000 Euro.

Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer, Bauamtsleiter Dirk Schmidt und Erster Kreisbeigeordneter Jörg Sauer (von links) freuen sich über Fördergelder aus dem Leader-Regionalbudget.
Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer, Bauamtsleiter Dirk Schmidt und Erster Kreisbeigeordneter Jörg Sauer (von links) freuen sich über Fördergelder aus dem Leader-Regionalbudget.
Foto: Kreis Limburg-Weilburg

„Das Regionalbudget wurde ergänzend zum bereits bekannten EU-Förderprogramm Leader angeboten, um kleinere, kurzfristig und schnell umsetzbare Projekte mit einem Auftragswert zwischen 1000 bis maximal 20.000 Euro zu unterstützen“, erläutert Jörg Sauer.

„Wir sind sehr froh und dankbar, dass wir über diese zusätzliche Fördermöglichkeit gleich vier Projekte in Hünfelden umsetzen konnten“, so Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer nun nicht ohne Stolz. Alle vier Projekte leisten einen Beitrag für mehrere Generationen und bieten Gelegenheit und Platz für Begegnungen und gemeinsamen Austausch. Auch Hofgut Gnadenthal zeigte sich erfreut, wurde doch mit Unterstützung der Gemeinde eine hochattraktive Rutsche für Kinder, Jugendliche und Junggebliebene errichtet.

Folgende Projekte wurden gefördert: Schaffung eines multifunktionalen Bürgerraumes im historischen Gebäude „Altes Rathaus“ in Kirberg, Fördersumme 9672,96 Euro. Das im späten 18. Jahrhundert erbaute und 1997 nach einem Brand innen sanierte „Alte Rathaus“ im alten Kirberger Ortskern wird eingerahmt von der 1355 errichteten Stadtmauer nebst Burganlage. Im „Alten Rathaus“ sind bisher das Standesamt sowie das Heimatmuseum ansässig. Die Fördermittel wurden in diesem Fall dazu verwendet, einen zusätzlichen multifunktionalen, barrierefreien Bürgerraum zu schaffen, als Treffpunkt für Schulungen oder Vorträge. „Da es in Kirberg kein Dorfgemeinschaftshaus gibt, stellt diese neue Begegnungsstätte eine enorme Bereicherung dar“, so Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer.

Revitalisierung des Ortsmittelpunktes „Brunnenplatz“ in Ohren, Fördersumme 15.214,86 Euro. Ganz im Süden der Gemeinde Hünfelden liegt der Ortsteil Ohren mit 774 Einwohnerinnen und Einwohnern. Durch den Ort fließt der Hainbach, der früher einmal zwei Brunnen speiste, von denen heute noch eine Brunnenanlage mit historischer Viehtränke existiert. Ziel des Projektes war es, um diesen Brunnen einen attraktiven „Brunnenplatz“ als Veranstaltungs- und Treffpunkt zu schaffen. Es entstanden eine barrierefrei zugängliche Sitzgruppe und eine schützende Abgrenzung zur Straße, sodass hier künftig regelmäßig Veranstaltungen durchgeführt werden können.

Attraktivitätssteigerung des Dorfplatzes für Radtouristen in Gnadenthal, Fördersumme 9798,26 Euro. Der Weiler und das Kloster Gnadenthal sind Teil der Gemeinde Hünfelden und zählen zum Ortsteil Dauborn. Um den Bedürfnissen der Besucherinnen und Besucher gerecht zu werden, fehlten adäquate Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, insbesondere bei Großveranstaltungen wie dem Fahrradsonntag sowie immer häufiger nachgefragte E-Bike-Lademöglichkeiten.

Beides konnte jetzt mit der finanziellen Unterstützung durch das Regionalbudget angeschafft werden. „Der Dorfplatz ist ein beliebter Treffpunkt für alle Altersgruppen, der nun insbesondere für alle Radfahrerinnen und Radfahrer sowie E-Biker an Aufenthaltsqualität gewonnen hat“, freut sich Norbert Schaum, der kaufmännische Vorstand der Jesus-Bruderschaft, und dankt dem Verein Regionalentwicklung Limburg-Weilburg sowie dem Regionalmanagement für die Unterstützung.

Qualitätssteigerung des Aufenthaltsbereichs am Emsbach-Wörsbach-Radweg in Gnadenthal, Fördersumme 15.988,70 Euro. Im Nehemia-Hof betreibt die Jesus-Bruderschaft eine Jugendbildungsstätte, die mit 9200 Übernachtungen vor Corona pro Jahr gut nachgefragt wird. Neben Kinder-, Jugend- und Familienfreizeiten liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf Bildungsangeboten aus den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz.

Zum Gelände rund um den Nehemia-Hof gehört ein Grünlandbereich, der als Freizeit- und Spielgelände dient. Er ist öffentlich zugänglich und wird vom Emsbach-Wörsbach-Radweg durchquert. Mit den Fördergeldern aus dem Regionalbudget wurde auf dieser Fläche durch den Bau einer über fünf Meter langen Hangrutsche und eines Bodentrampolins eine vielversprechende Nutzungserweiterung erreicht. In Kombination mit den bestehenden Sitzelementen ergibt sich ein lohnendes Ausflugsziel für die ganze Familie. Gruppen und Personen, die touristisch unterwegs sind, profitieren gleichermaßen von diesem Angebot.