Archivierter Artikel vom 22.01.2022, 06:00 Uhr
Katzenelnbogen

Katzenelnbogener Commödche vor dem Aus? Ungewisse Zukunft für Kult-Bistro

Corona hat die Gastronomie schwer gebeutelt. Auch an dem Katzenelnbogener Bistro Commödche ist diese Entwicklung nicht spurlos vorbeigegangen. Momentan ist daher nicht klar, wie es mit dem Bistro weitergeht.

Von Uschi Weidner
Claudia und Rolf Breitscheid werden auf jeden Fall weitermachen. Bis zum Umzug ist viel aufzuräumen und zu ordnen. Foto: Uschi Weidner
Claudia und Rolf Breitscheid werden auf jeden Fall weitermachen. Bis zum Umzug ist viel aufzuräumen und zu ordnen.
Foto: Uschi Weidner

Seit mehr als elf Jahren ist – oder war – das Bistro Commödche in Katzenelnbogen eine Institution. Mit antiken Möbeln ausgestattet, lud es im Winter in den Innenbereich zu einem Kännchen Tee oder einem Glas Wein, zu einem erlesenen Schnäpschen und/oder den Delikatessen ein, die Rolf Breitscheid liebevoll zubereitete und Claudia Breitscheid ebenso liebevoll servierte. Das Kulturbistro war ein Garant für schöne Nachmittage und Abende, für Genuss, Lachen und Kultur. So viele Künstler und Gruppen gaben sich hier ein Stelldichein. Stetig stieg außerdem die Zahl der Besucher – innen wie außen, denn der große Naturgarten am Dörsbach bot das ideale Ambiente für Sommerkonzerte.

Aber wie in anderen gastronomischen Betrieben hat die Pandemie hier ebenso alles auf den Kopf gestellt. Die Gäste blieben aus. Reservierungen wurden oft nicht wahrgenommen und dabei auch nicht abgesagt. Waren in großen Mengen verdarben oder überschritten das Mindesthaltbarkeitsdatum. Es gab Tage, an denen kein einziger Kunde oder Gast kam. Finanzhilfen blieben aus.

Mehr und mehr wurde eine Veränderung erforderlich. Zunächst war für die „guten“ Monate im Sommer ein Pächterwechsel vorgesehen. Eine Nutzungsänderung ist beantragt. Der beschlussfertige Antrag liegt den Behörden seit Wochen vor, ohne dass sich eine Zusage oder ein Zwischenbescheid abzeichnet. Bedenkt man dann noch die pandemiebedingten Lieferengpässe, gibt es immer weniger Hoffnung, dass es mit dem Commödche – in welcher Form auch immer – bald weitergeht.

Zurzeit ist geplant, das Ladengeschäft im Eingangsbereich des Bistros auszulagern. Claudia und Rolf Breitscheid wollen den Verkauf mit in ihr Haus in der Untertalstraße 11 a nehmen. Das Commödche sollte mit seinem neuen Pächter in der dann erweiterten Gastronomie mit professionellem, neuem Konzept installiert werden.

Leider ist der neue Pächter krank geworden. Claudia und Rolf Breitscheid haben schon begonnen, Inventar, Gläser und Geschirr zu verkaufen. Der gastronomische Bereich ruht – nicht nur wegen der Pandemie, die in diesem kuscheligen Ambiente wegen der Mindestabstände ohnehin nur sehr schwierig zu betreiben wäre. Ohne einen Nachmieter kann man kein Pachtverhältnis fortführen. Weil das Ehepaar Breitscheid nur mit dem Verkauf der Genussmittel das Commödche aber nicht wirtschaftlich betreiben kann, muss nun eine anderweitige Lösung her.

Noch besteht das Ladengeschäft in der Untertalstraße 19 weiter. Doch sobald ein Umzug möglich ist, zieht es in die Untertalstraße 11 a um. Es wird dort auch kulinarische Genüsse geben. Breitscheids hoffen, dass nach der Pandemie auch wieder Tastings stattfinden können.

Viele „gute Geister“ sind nötig, um diese Bastion der Geselligkeit in einem der ältesten Häuser Katzenelnbogens zu erhalten. Breitscheids betonen, dass es in dieser schwierigen Zeit auch Menschen gegeben habe, die durch ihre oft unkonventionelle Hilfe und ihr Verständnis für manche coronabedingte Maßnahme das Betreiben des Commödchens etwas leichter gemacht hätten.

Von unserer Mitarbeiterin

Uschi Weidner