Limburg

Geschützter Bereich für Krebspatienten: Limburger Krankenhaus investiert 450.000 Euro

Kürzere Wege für die Mitarbeitenden, mehr Raum und vor allem: eine angenehme, warme Atmosphäre für die Patienten – das ist die Quintessenz der Baumaßnahme, deren Abschluss jetzt am St. Vincenz gefeiert wurde: die Eröffnung einer neuen Onkologischen Ambulanz.

Freuen sich über den erfolgreichen Abschluss eines langen Weges und die Eröffnung der neuen Onkologischen Ambulanz (von links): Dr. Nicola Storch, Anett Suckau, Prof. Dr. Thomas Neuhaus, Guido Wernert, Martin Richard, Vorsitzender der Stiftung St. Vincenz-Hospital, Erwin Reuhl, Dr. Michael Fries und Sabrina Baum.  Fotos: Klinik
Freuen sich über den erfolgreichen Abschluss eines langen Weges und die Eröffnung der neuen Onkologischen Ambulanz (von links): Dr. Nicola Storch, Anett Suckau, Prof. Dr. Thomas Neuhaus, Guido Wernert, Martin Richard, Vorsitzender der Stiftung St. Vincenz-Hospital, Erwin Reuhl, Dr. Michael Fries und Sabrina Baum. Fotos: Klinik

„Ein Kraftakt in Höhe von 450.000 Euro“, so der Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft, RA Erwin Reuhl, den die Krankenhausgesellschaft aus Eigenmitteln gestemmt habe, unterstützt von einigen sehr großzügigen Sponsoren und der Stiftung St.-Vincenz-Hospital, denen der Verwaltungsratsvorsitzende ausdrücklich besonderen Dank aussprach. Namentlich der Dehrner Krebsnothilfe, dem Lions Club Mittellahn und zahlreichen Einzelspendern dankte Reuhl für die finanzielle und ideelle Unterstützung.

Das Ergebnis ist ein in warmen Farben gehaltener, geschützter Bereich für die onkologischen Patienten – ein besonders sensibles Patientenklientel also, deren Versorgung den Verantwortlichen der Krankenhausgesellschaft ganz besonders am Herzen liegt: „Dass es uns damit ernst ist, das haben wir nun auch mit dieser Investition unter Beweis gestellt“, konstatierte Reuhl, der die Eröffnung auch zum Anlass nahm, dem „hochgeschätzten Chefarzt Herrn Prof. Neuhaus und seinem Team“ für die ausgezeichnete Arbeit und ihren schweren Dienst am Menschen zu danken.

Als Onkologisches Schwerpunktkrankenhaus biete das St. Vincenz ein großes Netzwerk unter einem Dach für an Krebs erkrankte Menschen. Dem sei nun auch die neue Ambulanz geschuldet, welche in die ganzheitliche Patientenversorgung fest integriert sei: „Ganzheitliche Versorgung, umfassend und aus einem Guss. Vorstationär, stationär, nachstationär – alle Versorgungsmöglichkeiten sind gegeben, ergänzt und abgesichert durch die enge interdisziplinäre Vernetzung des Onkologischen Schwerpunktes“, so der Verwaltungsratsvorsitzende. „Alles andere würde der hochanspruchsvollen Versorgung dieser schwer erkrankten Menschen nicht gerecht.“

„Alles andere würde der hochanspruchsvollen Versorgung dieser schwer erkrankten Menschen nicht gerecht.“

Erwin Reuhl

In diesem Zusammenhang stellte er insbesondere das Engagement des Teams unter Prof. Neuhaus und seit nunmehr fast fünf Jahren auch des Teams des MVZ Onkologie unter der ärztlichen Leitung von Oberärztin Dr. Nicola Storch, heraus. Beide Teams praktizierten in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen medizinischen Disziplinen eine Versorgung auf hohem Niveau, also nach aktuellstem Stand der Wissenschaft und neuesten Standards und Qualitätskriterien. Reuhl würdigte in diesem Kontext ebenso die Arbeit aller beteiligten Disziplinen.

Der Onkologische Schwerpunkt St. Vincenz-Krankenhaus vereine die wichtigsten medizinischen Fachabteilungen, die an der Diagnostik und Behandlung von Tumorerkrankungen beteiligt sind, unter einem Dach, die Abteilung für Hämatologie und internistische Onkologie nehme in dieser Riege natürlich einen sehr zentralen Platz, wenn nicht gar eine Schlüsselposition ein. Weitere zentrale Fachabteilungen arbeiteten Hand in Hand vereint gegen den Tumor – in Ergänzung des stationären Auftrags eben auch die onkologische Ambulanz.

Mit rund 790 Quadratmetern steht für dieses essenzielle Segment des ganzheitlichen onkologischen Versorgungskonzepts im fünften Stock des St. Vincenz nun mehr als doppelt so viel Platz zur Verfügung als in der ehemaligen Ambulanz der Onkologie im Erdgeschoss. Vier Therapieräume mit 14 Behandlungsplätzen (drei mehr als bisher) wurden geschaffen, die Räume farbig warm und dezent gehalten. Dort können nun Chemo- und Bluttransfusionen in kleineren Einheiten und geschützter Atmosphäre verabreicht werden. Drei Anmeldemöglichkeiten für die Patienten entzerren und entspannen die Wartesituation, auch in den Wartebereichen gibt es mehr Raum.

Ein separater Punktionsraum für Knochenmark- und Bauchwasserpunktionen wurde eingerichtet. Alles in allem deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen für das Team von Onkologie und Ambulanz – insbesondere angesichts der auch in der Region drastisch angestiegenen Patientenzahlen: Ihre Zahl habe sich in den vergangenen 14 Jahren mehr als verdreifacht, so Prof. Neuhaus. Seien noch zu Beginn seiner Tätigkeit 400 Patienten pro Quartal zu betreuen gewesen, seien dies heute 1300.

Auch die Zahl der Chemotherapien sei allein in den letzten sechs Jahren von knapp 2400 Zubereitungen pro Jahr auf über 7000 gestiegen. Neuhaus dankte vor diesem Hintergrund ausdrücklich den Teams der Onkologie und des MVZs Onkologie, die auch das Bauprojekt mit viel Engagement, Herzblut und zuletzt mit „echter Energieleistung“ konstruktiv begleitet haben.

Besonderen Dank richtete der Chefarzt auch an die stellvertretende Geschäftsführerin der Krankenhausgesellschaft, Anett Suckau, welche das Projekt ganz wesentlich vorangetrieben habe. Neben dem Dank an Technik und IT zollte er vor allem auch seiner Oberärztin und ärztlichen Leiterin des MVZs Onkologie, Dr. Nicola Storch, großen Respekt: Zusätzlich zu ihren anderen klinischen Herausforderungen habe sie sich die Zeit genommen, die Bauphase produktiv und konstruktiv zu beleben. Das positive Resümee des Chefarztes am Ende eines sehr langen Weges: „Danke, dass wir hier heute stehen dürfen!“ red