Archivierter Artikel vom 30.03.2021, 17:15 Uhr
Diez/Limburg

Eine Stadt erinnert an die Vergessenen: Ausstellung mit Werken der Fotografin Alea Horst geplant

Menschen wehren sich mit Kunst gegen das Vergessen und werden dabei zum Impulsgeber und Helfer. Das ist das Ziel der Initiatoren der Kunstausstellung „Die Vergessenen“, die, sofern es die Pandemie zulässt, vom 15. Mai bis 12. Juni in Diez und in Limburg stattfindet. Die Ausstellung mit Fotografien der renommierten Fotografin Alea Horst ist eine Hommage an die Menschen, über die wir zwar immer wieder berichten, reden und urteilen, aber dennoch schnell wieder vergessen.

Beeindruckende Aufnahmen von Alea Horst, aber auch interaktive Komponenten sind Bestandteil einer Ausstellung, die bald in Diez und Limburg stattfindet.
Beeindruckende Aufnahmen von Alea Horst, aber auch interaktive Komponenten sind Bestandteil einer Ausstellung, die bald in Diez und Limburg stattfindet.
Foto: Alea Horst

Die Künstlerin Alea Horst fotografiert zum Beispiel in Kooperation mit „SOS-Kinderdörfer“ in Krisengebieten dieser Welt. Ihre Arbeiten sind herausragend und bereits ausgezeichnet, da sie Menschen in Not, aber mit sehr viel Würde präsentieren. „Dieser Spagat zwischen Kunst, Ästhetik und gesellschaftlichem Engagement ist etwas Besonderes. Daher war es uns wichtig, diesen Menschen Raum zu geben und zu helfen, dass sie nicht vergessen werden“, erklärt Rebecca Lefèvre, Initiatorin des Großprojekts.

Die Ausstellung ist dezentral in verschiedenen leer stehenden, „vergessenen“ Immobilien sowie im Kalkwerk geplant. Neben den Fotos stehen vor allem die Geschichten der Menschen im Fokus. Weiteres wichtiges Element des Konzeptes ist die Einbeziehung der Bürger. Landrat Frank Puchtler fördert Alea Horst schon seit geraumer Zeit, war sofort begeistert und hat gern die Schirmherrschaft übernommen: „Alea Horst kommt aus der Region und ist eine Stimme für viele Menschen in Not, daher freue ich mich über dieses Bürgerengagement und unterstütze gern.“

Hauptsächlich als Ausstellung konzipiert, bedient sich das Projekt auch audiovisueller Angebote und interaktiver Komponenten. Die Ausstellung wird in drei Unterthemen gegliedert.

1 Kinder in Not: Viel zu häufig werden die Augen vor den Problemen der Kinder verschlossen. In der Diezer Innenstadt werden in den Schaufenstern freier Ladenlokale unterschiedlichste Themen visualisiert. Kinder vor Ort werden auf verschiedenste Weise in das Projekt mit einbezogen. Die Bürger werden dazu aufgerufen, selbst an Fenstern und Türen Aleas Bilder auszustellen. Dazu werden verschiedene Vorlagen zu Verfügung gestellt. Eine Hashtagaktion wird ins Leben gerufen und alle Beteiligten können ihre Bilder auch unter einem Hashtag in den sozialen Medien posten und so kann ein überregionales Bündnis für Kinder entstehen.

2 Die Geflüchteten: Kaum ein Thema polarisiert in der heutigen Gesellschaft so sehr wie der Umgang mit Geflüchteten. Der Mensch als Individuum gerät dabei häufig aus dem Fokus. Die Ausstellung soll den Blick dafür öffnen, dass hinter jeder Zahl ein Mensch und hinter jeder Schlagzeile eine Geschichte steckt. Gleichzeitig wird an die unterschiedlichsten Formen der Flucht in der Gegenwart und der Vergangenheit erinnert. Fluchtgeschichten von Menschen, die hier in der Region eine Heimat gefunden haben, werden erzählt und Eindrücke aus dem Camp Moria visualisiert. Die Ausstellung findet im Kalkwerk in Limburg statt, außerdem ist noch eine Video-Installation und andere Installationen vorgesehen.

3 Pflegen, Leben, Sterben: Jeder und jede von uns ist unweigerlich irgendwann davon betroffen und dennoch wird dieses Thema so oft beiseitegeschoben. Wie geht es den Menschen, die Pflege benötigen? Wie gehen wir mit ihnen um? Was fühlen wir, wenn wir ans Altwerden denken? Wie möchten wir alt werden? Und wir erinnern auch an die Menschen, die keine Wahl hatten, sondern verfolgt und getötet wurden. Würdevoll werden alte Menschen mit ihren Begleitern dargestellt. In der Pfaffengasse 4 in Diez werden Geschichten dieser Menschen erzählt und verschiedene Formen der Pflege thematisiert.

In Zusammenarbeit mit Georg C. Pick und dem Museums- und Geschichtsverein für Diez und Umgebung werden Impulse zum Thema „Sterben und Tod“ gegeben und ein Raum visuell dem Robert-Heck-Park gewidmet. Der Verein arbeitet gemeinsam mit der Stadt Diez daran, die dort Bestatteten und ihre Geschichten nicht zu vergessen und einen einzigartigen Erinnerungsort für die zu schaffen, die in Zukunft sterben werden.

Videos, Streams und, sofern möglich, eine Abschlussveranstaltung am 12. Juni sollen das Konzept vervollständigen, und so können Initiatoren, Politik und Bürger gemeinsam sagen: „Die Vergessenen. Eine Stadt erinnert.“

Der Verein „gemeinsam zusammen“ hat die Trägerschaft übernommen, und die Firma „unicateevents Veranstaltungstechnik“ hat sich sofort als Kooperationspartner zur Verfügung gestellt und wird die Veranstaltung mit einem Licht- und Tonkonzept professionell begleiten. „Wir hatten bereits einige Hochs und Tiefs bei der Planung, aber die Eckdaten stehen. Wir bekommen viel Unterstützung von Landrat Puchtler, Bürgermeisterin Annette Wick (Diez), Bürgermeister Marius Hahn (Limburg), und auch die Verbandsgemeinde ist an unserer Seite“, erklärt dazu Rebecca Lefèvre. Es gibt verschiedene Teams, die an der Ausstellung mit Werken von Alea Horst arbeiten.

Ziel ist ein großes gemeinsames Projekt mit einem tollem Netzwerk und mit vielen Beteiligten, die helfen, das Kreativkonzept umzusetzen.

Wer sich an dem Projekt beteiligen will, kann sich per E-Mail an die Adresse mail@ausstellung-dievergessenen. de wenden. Aber auch finanzielle Unterstützung ist wichtig. Spenden an die Kreissparkasse Limburg, Kontoinhaber „Gemeinsam zusammen“, IBAN DE52.5115.0018.0011.0035 97; Überweisungstext: „Spende Die Vergessenen“.