Archivierter Artikel vom 25.05.2021, 17:21 Uhr
Holzheim

Ehemaliges Holzheimer Naturdenkmal zerstört: Sturmtief Marco fällt 200 Jahre alten Baum

Vor etwa 35 Jahren war er noch ein besonders geschütztes Naturdenkmal, nun wurde ein alter Kastanienbaum im Holzheimer Wald Opfer eines Sturmes, berichtet Karl August Meyer aus Holzheim.

Opfer von Sturmtief Marco: Die alte Kastanie liegt am Boden.
Opfer von Sturmtief Marco: Die alte Kastanie liegt am Boden.
Foto: privat

Er war Mitglied einer Wandergruppe, die Samstagmittag am Holzheimer Börnchen, Bereich Jakobsecke, vorbeikam. „Der Baum lag fast komplett auseinandergerissen am Boden.“ Wahrscheinlich wurde die Kastanie Opfer des Sturmtiefs Marco, so die Vermutung. Denn in der Nacht von Freitag auf Samstag fegte der Sturm auch durch die Holzheimer Gemarkung. Der Kastanienbaum, dessen Alter auf etwa 200 Jahre geschätzt wird, konnte dieser Wucht offenbar nicht mehr standhalten.

„Kastanienbäume können bis zu 300 Jahre alt werden“, fährt Meyer fort. Entsprechend lang reichen auch die Holzheimer Anekdoten zurück. Überliefert ist zum Beispiel, dass bereits während des Ersten Weltkrieges Granatsplitter in den Baum flogen. Auch viele Stürme und Blitzschläge führten immer wieder zu Beschädigungen.

„Dadurch wurde der Stamm immer weiter ausgehöhlt, sodass die Kastanie schließlich in den 1980er-Jahren den Status eines Naturdenkmals verlor“, berichtet Meyer. Der Baum hätte damals auch gefällt werden können. „Niemand wollte das aber.“

Stattdessen taten die Verantwortlichen offenbar alles, um ihn zu erhalten. So wurde damals unter anderem auch ein Baumgutachter eingeschaltet. Im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung kamen 1990 schließlich noch links und rechts zwei neue Kastanien dazu. „Nach nunmehr 31 Jahren haben diese beiden jungen Kastanienbäume bereits eine entsprechende Größe erreicht.“

Bedeutet das nun das endgültige Ende für das ehemalige Kulturdenkmal, fragt Meyer. Und weist darauf hin, dass sich an der Seite des ausgehöhlten Stammes ein junger Ast befindet. Dieser steht nun in voller Blüte und hat dem Sturm standgehalten. „Es besteht also Hoffnung, dass ein Teilstück des alten Baumes erhalten werden kann.“

So gebe es auch Gespräche mit dem Grundstückseigentümer und der Gemeinde. „Demnach wollen sich beide dafür einsetzen, dass der alte Kastanienbaum nach einer entsprechenden Begutachtung weiterleben darf.“