Rhein-Lahn/Zollhaus

Auch wegen Corona: Demenz-Netzwerke blicken auf bewegtes Jahr zurück

Nach dem ersten Jahr als gefördertes Demenz-Netzwerk im Rhein-Lahn-Kreis ziehen die Verantwortlichen Bilanz und schauen auf ein bewegtes Jahr 2020 zurück. Das Netzwerk aus mittlerweile 45 Netzwerkpartnern musste wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen seine geplanten öffentlichen Veranstaltungen wie den Fachtag „Demenz und Autofahren“ oder eine Seniorenmesse in Lahnstein absagen. Auch mit Schulen und Konfirmanden geplante Projekte konnte man nicht umsetzen.

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„Mut zur Lücke“ lautet das Motto der Demenz-Netzwerke Rhein-Lahn (hier beim Sportmedizinischen Forum in Lahnstein).  Foto: Netzwerk Demenz
„Mut zur Lücke“ lautet das Motto der Demenz-Netzwerke Rhein-Lahn (hier beim Sportmedizinischen Forum in Lahnstein).
Foto: Netzwerk Demenz
Nicht zuletzt waren die Ressourcen für übergreifende Netzwerkarbeit durch die außerordentliche Belastung der Aktiven in der Pflege und ihre besondere Verantwortung für den Schutz der ihnen anvertrauten Menschen eingeschränkt. Da es zu Einschränkungen und teilweise auch zu einem Ausfall von gewohnten Entlastungsangeboten kam, waren die „Netzwerker“ wichtige Anlaufstellen für die Angehörigen.

„Pflegende Angehörige haben keine Lobby“, so Silke Löhr von den Demenz-Netzwerken. Deshalb war es wichtig, trotz der fehlenden persönlichen Präsenz in Kontakt zu bleiben und neue Wege der Begegnung zu suchen. Netzwerktreffen, Gesprächskreise und Treffen mit Ehrenamtsgruppen wurden als Telefonkonferenzen organisiert. Der Austausch auf digitaler Basis gewann zunehmend an Bedeutung. Mittlerweile gehören Videokonferenzen zum Alltag.

Im Spätsommer konnte man kleinere Projekte wie zum Beispiel Kinotage durchführen. Es wurden Materialien für eine kontaktlose Öffentlichkeitsarbeit angeschafft. In der Stadt Lahnstein gaben die Demenz-Netzwerke einen Seniorenwegweiser heraus. Nicht zuletzt organisierten sie in einer Kooperation mit der Bornicher Initiative 55 plus minus mehrere gut besuchte Onlinevorträge zum Thema Demenz.

„Trotz der digitalen Angebote fehlen die persönlichen Kontakte und Begegnungen“, bedauern die Aktiven und versprechen: „Sobald sich die Lage verbessert, passen wir die Angebote zeitnah wieder an.“ Mittlerweile wurde die Förderung der Demenz-Netzwerke Rhein-Lahn für ein weiteres Jahr bewilligt, sodass die Beteiligten ihre Aktivitäten fortsetzen können und auch für 2021 spannende Aktionen geplant sind.

Dazu wird es im Laufe des Jahres noch Ankündigungen geben. Kontakt zu den Netzwerken erhält man über die Koordinierungsstelle der Demenz-Netzwerke Rhein-Lahn im Kreml-Kulturhaus in Zollhaus unter Telefon 06430/929 27 24 sowie bei den regionalen Ansprechpartnern in den Pflegestützpunkten Nastätten, Lahnstein, Bad Ems und Diez.

Weitere Informationen gibt es auch über www.demenz-rhein-lahn.de und bei www.facebook.com/DemenzRheinLahn.