Archivierter Artikel vom 11.03.2019, 18:17 Uhr
Diez

107,4 Tonnen eingebaut: Erst Brücken für die Bahn, dann folgt der Straßentunnel

Viele Geburtstagsgeschenke werden von der Post oder Kurierdiensten als Pakete ins Haus geliefert, doch gibt es auch außergewöhnliche Ausnahmen. Für Dr. Kai Mifka, den Leiter Konstruktiver Ingenieurbau und stellvertretenden Dienststellenleiter beim LBM Diez, trafen der Einbau der 107,4 Tonnen schweren und 31,74 Meter langen ersten großen Hilfsbrücke für die Tunnelbaustelle in Diez mit einer Familienfeier zusammen. So mussten die Gäste am Samstagabend ein paar Stunden auf den Hausherrn und Sohn Jonas, der in München Bauingenieurwesen studiert, verzichten. Gemeinsam mit Projektingenieurin Daniela Vogtmann und zahlreichen weiteren Mitarbeitern der beteiligten Baufirmen konnten Vater und Sohn die aufwendige Brückenmontage verfolgen. Der jetzt mit zwei schweren Schienenkränen der Firma HeringBau erfolgte Einbau war das Ergebnis einer mehr als zweijährigen intensiven Planungsphase. Nach Prüfung verschiedener Alternativen, die beim Einbau einer noch längeren Brücke beispielsweise nur einen eingleisigen Bahnverkehr ermöglicht hätten, hat sich der LBM für den Einbau der von der DB Bahnbau Gruppe neu entwickelten Zwillingsträger-Hilfsbrücke ZH 31 entschieden. Gegenüber den bislang größten Hilfsbrücken der DB konnte die Spannweite um 4,80 Meter auf 31 Meter vergrößert werden, ohne die maximale Einbauhöhe von 1,30 Meter zu verändern. Dies war nur durch eine aufwendige Schweißkonstruktion zu erreichen, die in der DB-Brückenwerkstatt Dresden realisiert worden war. Während für den Bau und Korrosionsschutz des ersten Zwillingsträgers noch 16 Wochen benötigt wurden, ließen sich die Arbeiten ab dem vierten Träger auf zehn Wochen verkürzen. Bislang sind in Dresden sechs ZH 31-Brücken gefertigt worden, die im Brückenlager Konz für ihren jeweiligen Einsatz vorbereitet werden.

Hans-Peter Günther Lesezeit: 3 Minuten
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