Arzbach

Endlich Urlaub zu viert: Das hat sich durch HELFT UNS LEBEN für Familie Heymann verändert

Freudestrahlende Gesichter, Umarmungen, menschliche Wärme: Es ist ein wunderbarer Empfang, der Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, und Geschäftsführer Hans Kary in Arzbach bereitet wird. Wegen dieser offenen und sympathischen Art, die Michael und Rebecca Heymann auch im Umgang mit ihren Kindern an den Tag legen, ist ihnen die Familie ans Herz gewachsen. Und es ist wirklich beeindruckend, wie unbeschwert und zufrieden die vier wirken – obwohl sie es alles andere als leicht haben.

Markus EschenauerLesezeit: 3 Minuten

Eine Familie, „die uns ans Herz gewachsen ist“, sagt Manuela Lewentz-Twer, als sie kürzlich gemeinsam mit Hans Kary Michael, Rebecca und „Hexe“ Vanessa zu Hause in Arzbach besuchte. Tochter Saphira war noch in der Schule. Mit der Unterstützung von HELFT UNS LEBEN, der Hilfsaktion unserer Zeitung, hat die Familie Heymann ein neues Lebensgefühl erhalten.  Foto: Markus Eschenauer
Eine Familie, „die uns ans Herz gewachsen ist“, sagt Manuela Lewentz-Twer, als sie kürzlich gemeinsam mit Hans Kary Michael, Rebecca und „Hexe“ Vanessa zu Hause in Arzbach besuchte. Tochter Saphira war noch in der Schule. Mit der Unterstützung von HELFT UNS LEBEN, der Hilfsaktion unserer Zeitung, hat die Familie Heymann ein neues Lebensgefühl erhalten.
Foto: Markus Eschenauer

Tochter Vanessa ist seit ihrer Geburt geistig und körperlich schwerstbehindert und auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Davon lassen sich die Heymanns aber nicht unterkriegen. Die Familie hält zusammen. Doch so wichtig der liebevolle Umgang untereinander auch ist, ganz ohne Unterstützung geht es nicht. Die Familie ist eingeschränkt. Gemeinsam irgendwo hinfahren, gemeinsame Ausflüge, Urlaube? Ein Traum. Es fehlt ein geeigneter fahrbarer Untersatz. Das war vor drei Jahren. Dann trat HELFT UNS LEBEN, die Hilfsaktion unserer Zeitung, auf den Plan – und die Situation für die Familie änderte sich.

Im Dezember 2016 konnten Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary der Familie ein Auto übergeben, in dem alle Platz haben. Dadurch veränderte sich alles. Nun können die Heymanns zusammen auf Tour gehen. Der Kleinbus wurde für die inzwischen 19-jährige Vanessa umgebaut, besitzt im Heck eine breite Laderampe, über die der Rolli bequem hineinfahren kann. „Das ist ein ganz anderes Lebensgefühl“, sagt Mutter Rebecca. Besonders freue sich die elfjährige Saphira, mit ihrer großen Schwester unterwegs zu sein. „Da geht nichts drüber“, sagt Michael Heymann mit Blick auf die enge Verbindung der Geschwister.

Bei dem Besuch in Arzbach erzählen Rebecca und Michael von ihren Touren. Die „Hexe“, wie Vanessa von allen nur liebevoll genannt wird, sitzt daneben, strahlt Freude aus, setzt gelegentlich ein Lächeln auf, das andere ansteckt. Ein Ziel hat es der Familie Heymann inzwischen besonders angetan: der Europa-Park in Rust. An Pfingsten hatten sich die vier erstmals zusammen in den Südwesten Deutschlands aufgemacht, um einige schöne Tage in dem Vergnügungspark zu verbringen. Ohne das große, umgebaute Auto undenkbar. „Wie übernachtet ihr da?“, wollte Manuela Lewentz-Twer wissen. Die Antwort ist einfach. Familie Heymann hat einen Wohnwagen dabei, und der wird auf einem Behindertenstellplatz auf dem angrenzenden Campingplatz geparkt. „Das klappt einwandfrei“, sagt Rebecca. Für die Familie ist das der perfekte Urlaub. Wenn Vanessa sich ausruhen muss, geht ihr Vater mit ihr zum Wohnwagen. Mutter Rebecca bleibt mit Saphira im Vergnügungspark. Aber natürlich kommt auch die „Hexe“ auf ihre Kosten. Es gebe beispielsweise extra ein Boot, auf das ein Rollstuhl passt. „Sie durfte mit drei Bahnen fahren“, sagt der Vater stolz, und sie hatte richtig viel Spaß. Die Fotos, die er zeigt, sind ein eindeutiger Beweis. Natürlich ist das Leben mit der „Hexe“ nicht immer einfach. Es gibt Höhen und Tiefen. Aber im Moment sei sie „topfit“, erklärt Michael. Auch bei so mancher Tour sei etwas schiefgegangen. Aber all das steht die Familie durch. „Einfach kann jeder“, sagt der Vater mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht. So geht es für die sympathische Familie aus Arzbach weiter. Vanessa hat in diesem Jahr ihren Schulabschluss an der Christiane-Herzog-Schule in Engers gemacht. Demnächst geht sie in die Tagespflege der Stiftung Scheuern in Nassau. Angeschaut hat sie sich die Einrichtung bereits, wie Michael betont: „Das hat ihr Spaß gemacht.“

Viel Freude und Mut legt die Familie Heymann an den Tag – und Dankbarkeit. Denn die große Unterstützung, die ihr von HELFT UNS LEBEN und dadurch auch zahlreichen anderen Menschen und Einrichtungen zuteilwurde, hat das Leben von Michael, Rebecca, Saphira und Vanessa verändert, sie noch mehr zusammengeschweißt.

Und die vier sind glücklich und zufrieden. „Was wir dringend bräuchten, wüsste ich nicht“, sagt Michael. Wie könnte man ihnen trotzdem eine Freude machen? Gar nicht so einfach zu beantworten. Doch nach einigem Hin- und Herüberlegen hatten Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary dann eine Idee. HELFT UNS LEBEN spendiert die nächste Jahreskarte für den Europa-Park, sodass die Familie noch viele schöne Urlaube genießen kann – gemeinsam zu viert.

Von unserem Redakteur Markus Eschenauer

Das ist ein ganz anderes Lebensgefühl.

Der Kleinbus, in den Vanessa mit ihrem Rollstuhl passt, hat das Leben der Familie Heymann verändert, wie Mutter Rebecca beim Besuch von Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary betonte.