Archivierter Artikel vom 06.05.2021, 04:30 Uhr

Deutschlands Bäder

Wo Kurpark auf Thermalbad trifft

Zwischen Ostsee und Allgäu ist Deutschland gespickt mit besonderen Städten: Sie alle tragen ein „Bad“ im Namen und versprechen Erholung durch natürliche Heilmittel. Sechs Tipps für einen Wellness-Trip.

Regendusche
Wellness wie im Regenwald: Regendusche in der Emser Therme.
Foto: Emser Therme GmbH/dpa-tmn

Bad Malente-Gremsmühlen (dpa/tmn) – Der Namenszusatz „Bad“ will verdient sein: Rund 200 Städte verfügen neben Kurparks und Kliniken auch über natürliche Heilmittel wie Moor, Mineral-, Sole- oder Thermalwasser. Und beste Luftqualität.

Moorheilbad
Moor ist einer der Schätze der Natur, mit denen der Kurort Bad Aibling wirbt – Bayerns ältestes Moorheilbad.
Foto: AIB-KUR GmbH/dpa-tmn

Zu den klassischen Bädern kommen hierzulande zahlreiche weitere Kurorte und Seeheilbäder. Wem keine Kur verordnet wurde, der kann dort trotzdem für sein Wohlbefinden sorgen und in zertifizierten Bädern Erholung finden. Sechs wohltuende Bäder von Norden nach Süden.

Wassertreten
Kneippbecken in Malente: Das Heilbad verfügt über viele natürliche Wasserquellen, die zum Wassertreten genutzt werden können.
Foto: Dirk Jacobs/Malente Tourismus und Service GmbH/dpa-tmn

Bad Malente-Gremsmühlen: Kneippen in der Schweiz des Nordens

Chiemgauer Alpen
In Bad Aibling sind die Chiemgauer Alpen ganz nah – so kann man tagsüber aktiv sein und abends entspannen.
Foto: AIB-KUR GmbH/dpa-tmn

Wer in der kleinen Gemeinde aus dem Zug steigt, findet sich inmitten einer hügeligen, von rauschenden Wäldern und Seen geprägten Landschaft wieder: der Holsteinischen Schweiz. Bereits 1955 als Kneippheilbad zertifiziert, locken bis heute natürliche Wasserquellen zu eiskalten Arm- und Wassertretbecken. Eine Anlage verbirgt sich im Kurpark unweit des Bahnhofs, die beliebteste und reizvollste jedoch direkt am Ufer des Dieksees, an den Spiegelteichen.

Kneippheilbad Bad Malente-Gremsmühle
Das Kneippheilbad Bad Malente-Gremsmühle liegt in der malerischen Landschaft der Holsteinischen Schweiz.
Foto: Anne Weise/Malente Tourismus und Service GmbH/dpa-tmn

Wer vom Bahnhof aus dem Wanderweg zwischen Wildgehege und Bahnschienen folgt, gelangt an die Quelle der gebrochenen Herzen. Und genau dieses, heißt es, werde bei jenem geheilt, der von ihrem Wasser trinkt. Vielleicht war es auch die gute Luft von Malente, die der Deutschen Nationalelf 1990 zum WM-Triumph verhalf. Zwischen 1974 und 1990 bereitete sich die Nationalmannschaft im hiesigen Trainingslager auf anstehende Weltmeisterschaften vor.

Therme Bad Aibling
Entspannen und wohlfühlen: Die Therme Bad Aibling bietet Wellness und Erholung auf 10 000 Quadratmetern.
Foto: AIB-KUR GmbH/dpa-tmn

Bad Bevensen: Heilung in der Heide

Steintherme in Bad Belzig
Die Steintherme in Bad Belzig verfügt über sechs Thermalsolebecken.
Foto: Uwe Tölle/Bad Belzig Kur GmbH/dpa-tmn

Das niedersächsische Bad Bevensen wartet mit allerhand Schönheit auf: Rosen ranken sich alte Fachwerkfassaden hinauf, im Kurgarten an der Ilmenau grünt und blüht es. Obendrein liegt der Erholungsort im Osten des Naturschutzparks Lüneburger Heide. Südlich der Stadt lädt die Klein Bünstorfer Heide zu Radtouren oder Spaziergängen ein, insbesondere während der sommerlichen Heideblüte.

Altstadt von Bad Wildungen
Blick auf die Altstadt von Bad Wildungen: Das hessische Staatsbad blickt auf eine lange Kurgeschichte zurück.
Foto: Katharina Jaeger/Stadtmarketing Bad Wildungen/dpa-tmn

Dass die Kleinstadt eine Bäderstadt wurde, ist einer Thermalquelle zu verdanken. Sie sprudelt etwas außerhalb des Ortes aus der Tiefe und begründete den Bau eines Kurzentrums. 1975 als Mineralheilbad anerkannt, folgte ein Jahr später die Umbenennung in Bad Bevensen.

Therme in Bad Belzig
Wellness zum Tagesausklang: Saunagarten der Therme in Bad Belzig am Abend.
Foto: Michaela Weiss/Bad Belzig Kur GmbH/dpa-tmn

Ob für Kurgäste oder schlicht als Ruhe- und Erholungssuche: Ein Besuchermagnet ist die Jod-Sole-Therme mit Saunalandschaft, Massageangebot oder mineralischem Rasul-Heilerde-Bad.

Entspannungsurlaub
Auszeit: Der Kurort Bad Wildungen bietet sich für einen Entspannungsurlaub an.
Foto: Hotel AquaVita/dpa-tmn

Bad Belzig: Schwerelos in Brandenburgs jüngstem Bad

Kurpark von Bad Wildungen
Die historische Wandelhalle liegt im Kurpark von Bad Wildungen.
Foto: Katharina Jaeger/Stadtmarketing Bad Wildungen/dpa-tmn

Seinen Beinamen „Bad“ trägt das brandenburgische Bad Belzig erst seit 2010. Zwischen Berlin und Magdeburg im Naturpark Hoher Fläming gelegen, können Besucher hier nicht nur sattes Grün durchwandern, den schmucken historischen Stadtkern und Burgen erkunden. Am Einlass der Steintherme dürfen sie auch ihren Stress abstreifen.

Bad Ems
Der Glanz vergangener Zeiten: In Bad Ems suchten schon Persönlichkeiten wie Goethe und Dostojewski eine Linderung ihrer Leiden.
Foto: Dominik Ketz/Touristik Bad Ems-Nassau e.V./dpa-tmn

Sechs Thermalsolebecken – darunter ein Außenbecken – entspannen mit über 30 Grad warmem Wasser verspannte Muskeln und stärken das Immunsystem. Ein Erlebnis für alle Sinne ist der Licht-Klang-Raum. Bei einem Salzgehalt von 4,5 Prozent, was salziger ist als die Nordsee, scheint man auf dem warmen Thermalwasser zu schweben. Eingehüllt von sanften Klängen und Lichtspielen.

Kurhaus in Bad Bevensen
Die Kleinstadt liegt im Osten der Lüneburger Heide.
Foto: Markus Tiemann/Bad Bevensen Marketing GmbH/dpa-tmn

Bad Wildungen: Heilquellen statt Hexenkessel

Jod-Sole-Therme
Bad Bevensen verfügt über eine Jod-Sole-Therme, wo Besucher in 32 Grad warmem Wasser entspannen können.
Foto: Dominik Ketz/Bad Bevensen Marketing GmbH/dpa-tmn

Die Geschichte der Stadt an der Wilde hatte dunkle Kapitel – etwa die Wildunger Hexenprozesse bis ins Jahr 1664. Bereits im 19. Jahrhundert aber florierte durch die Entdeckung mehrerer Heilquellen der Kur-Tourismus. Seit 1906 ist Bad Wildungen offiziell ein Bad.

Klein Bünstorfer Heide
Radfahrer in der Klein Bünstorfer Heide: Der Kurort Bad Bevensen bietet auch Aktivurlaubern viele Möglichkeiten.
Foto: image-foto.de/Bad Bevensen Marketing GmbH/dpa-tmn

Den Mittelpunkt bildete die historische Wandelhalle. Bestückt mit Trinkbechern, wandelten Kurgäste buchstäblich durch diese Hallen. Gelegen ist das Bauwerk im ursprünglichen Teil des Kurparks, dem das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau 2006 angeschlossen wurde. Spazier- und Terrainkurwege führen durch den üppig grünen Park. Bis heute können sich Ansässige wie Gäste an sieben städtischen „Heilwasser-Tankstellen“ mineralhaltiges Quellwasser zapfen.

Bad Ems: Baden wie einst Goethe und Dostojewski

Die Liste bedeutender Kurgäste ist beeindruckend lang: Ob Kaiser Wilhelm I. oder Zar Alexander II., ob Wagner, Goethe oder Dostojewski – sie alle reisten einst nach Bad Ems. Schon früh avancierte die rheinland-pfälzische Stadt an der Lahn, gesegnet mit zahlreichen Thermalquellen, zum Kurort mit Heilsversprechen.

Noch heute erzählt das 1715 errichtete, imposante Kurhaus von der Glanzzeit kaiserlicher Bäderkultur. Nicht umsonst reiht sich Bad Ems in die elf herausragenden Kurstädte aus sieben Ländern ein, die als Great Spas of Europe für einen Eintrag in die Unesco-Welterbeliste nominiert sind. Zu diesen zählen auch Bad Kissingen, Baden-Baden, die britische Stadt Bath und Vichy in Frankreich.

Bad Ems lockt außerdem mit wunderbaren Lahnwanderungen und Weingenuss. Obendrein können Urlauber weitere Sehenswürdigkeiten der Region erkunden, etwa Schloss Stolzenfels und die Marksburg.

Bad Aibling: Wohltuende Schlammschlacht

Ob Rheuma oder Gicht, Durchblutungsstörungen oder Osteoporose: Bad Aiblings „schwarzes Gold“ verspricht Linderung. Bäderstadt seit 1895, gilt sie als Bayerns ältestes Moorheilbad. Dabei wirken Wärme plus Mineralien und Pflanzenhormone schmerzstillend und entspannend.

Gleichzeitig sprudelt hier aus mehr als 2000 Metern Tiefe schwefel-, fluorid- und jodhaltiges Thermalwasser. Seit 2008 ist die Desiderius-Quelle als Heilquelle staatlich anerkannt und damit Bayerns jüngstes Thermalbad. Bergwanderer können von den Gipfeln der nahen Chiemgauer Alpen schon aus weiter Ferne auf ihr abendliches Entspannungsprogramm im Mangfalltal hinabblicken: die Therme Bad Aibling mit ihren acht futuristisch anmutenden, weißen Kuppeln. Auf 10 000 Quadratmetern warten Ruhe und Regeneration pur.

© dpa-infocom, dpa:210505-99-478536/4

Deutscher Heilbäderverband

Malente Tourismus

Uwe-Seeler-Trainigspark in Malente

Bad Bevensen

Jod-Sohle-Therme Bad Bevensen

Bad Belzig

Steintherme Bad Belzig

Bad Wildungen

Heilquellen in Bad Wildungen

Bad Ems – Nassau

Great Spas of Europe

Naturmoor Bad Aibling

There Bad Aibling