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    So bunt wie nie: Sieben Tipps für den Herbst in Amsterdam

    Amsterdam ist immer schön. Aber im Herbst wird es endlich ruhiger. In den Museen gibt es weniger Gedrängel. Und an den Grachten kann man den Blättern beim Tanzen zusehen.

    Herbst in Amsterdam
    Herbstliche Idylle im bunten Amsterdam: Die dritte Jahreszeit eignet sich gut für einen Besuch der Stadt, die dann nicht mehr ganz so überfüllt ist.
    Foto: Andreas Heimann - dpa

    Amsterdam (dpa/tmn) - Amsterdam hat ein echtes Problem - die Stadt ist einfach zu attraktiv. Vor allem im Sommer scheinen auf jeden Einwohner drei Touristen zu kommen. Da ist es im Herbst schon etwas ruhiger. Amsterdam ist dann immer noch schön, aber deutlich ruhiger und noch bunter.

    Grachtentour in Amsterdam
    Eine Grachtentour über Amsterdams Wasserwege lohnt sich auch im Herbst - dann sollte man sich nur warm genug anziehen.
    Foto: Andreas Heimann - dpa

    Wer auf einer der vielen Brücken über der Heren- oder der Keizersgracht steht, kann zusehen, wie die Blätter von den Bäumen geweht werden und auf dem Wasser landen. Auf den Grachten wird der gelb-rote Blätterteppich jeden Tag etwas dichter.

    Museum Willet-Holthuysen
    Prunkvoll: Das Museum Willet-Holthuysen gibt Einblicke in die Wohnkultur vergangener Jahrhunderte - und präsentiert reichlich Antiquitäten.
    Foto: Amsterdam Marketing/Hans Fonk - dpa

    Unternehmen lässt sich im Herbst genauso viel wie im Hochsommer - aber oft viel entspannter. Sieben Kulturtipps für Urlauber:

    Gassan
    Bei Gassan funkeln die Steine: Die Diamantenfabrik bietet kostenlose Führungen für Touristen an - die sollen im besten Fall gleich ein Schmuckstück mitnehmen.
    Foto: Amsterdam Marketing/ www.inkbvba.com - dpa

    Marihuana-Museum: Kein Klassiker für Kunstliebhaber ist das Marihuana-Museum am Oudezijds Achterburgwal. Die Ausstellung setzt beim Thema Kiffen nicht gerade auf kritische Distanz. Wer noch nie echte Cannabispflanzen gesehen hat, bekommt hier die Gelegenheit dazu und erfährt außerdem einiges über berühmte Haschkonsumenten: Schriftsteller wie Charles Baudelaire etwa oder Alexandre Dumas.

    Moco Museum
    Zeitgenössische Kunst gibt es im neuen Moco Museum zu sehen, ebenfalls am Museumplein. Die erste Ausstellung (bis Ende Oktober) zeigt Werke von Warhol und des Street-Art-Künstlers Banksy.
    Foto: Moco - dpa

    Museum Willet-Holthuysen: Das Museum in der Herengracht 605 ist schon seit 1896 ein Museum für gediegene Wohnkultur, wenn man so will. Abraham Willet und Louisa Holthuysen, ein Ehepaar, das sich um Geld wenig Sorgen machten musste, lebte dort lange Jahre. Viele Räume sind noch so eingerichtet wie damals. Der Ballsaal von 1865 ist nach Pariser Mode der Zeit gestaltet. Im Herrenzimmer bietet der riesige Tisch Platz für 18 Gäste. Willet präsentierte hier oft seine neuesten Erwerbungen - für Antiquitäten und Gemälde hat er zeitlebens viel Geld ausgegeben. Auch Küche und Vorratskammer sind zu besichtigen.

    Herbstfarben in Amsterdam
    Vor Bäumen mit gefärbten Blättern sehen die Grachten im Herbst besonders schön aus.
    Foto: Andreas Heimann - dpa

    Die Portugiesische Synagoge am Mr. Visserplein: Das Gotteshaus ist aus vielen Gründen eindrucksvoll, der hohe Innenraum trägt sicher dazu bei. Die Synagoge geht auf das Jahr 1675 zurück und auf jüdische Glaubensflüchtlinge, die Portugal und Spanien aus Angst vor Verfolgung verlassen mussten. Weite Teile der Einrichtung sind historisch. Die Synagoge ist Teil des jüdischen Kulturviertels mit zahlreichen Anlaufpunkten. Dazu gehört das Jüdisch-Historische Museum am Meijerplein. Es erzählt anschaulich und multimedial die Geschichte der Juden Amsterdams bis zum Holocaust und den schwierigen Jahren des Neuanfangs nach dem Zweiten Weltkrieg.

    Marihuana-Museum
    Alternatives Kulturprogramm: Das Marihuana-Museum setzt beim Thema Kiffen nicht unbedingt auf kritische Distanz.
    Foto: Andreas Heimann - dpa

    Grachtentour: Auch wenn es im Herbst schon mal etwas frischer werden sollte, ist das kein Grund, keine Grachtentour zu machen. Die Ausflugsschiffe legen an Dutzenden von Haltestellen an und ab, es gibt Hop-on-Hop-of-Touren. Dabei sieht man von der Altstadt eine Menge. Man kann zum Beispiel ins Jordaanviertel fahren, in Amsterdams neues In-Quartier mit vielen ungewöhnlichen Läden und Geschäften. Vor Jahrzehnten war es ein Arbeiterviertel, keine Wohngegend für Gutbetuchte, inzwischen ist es aber durchgentrifiziert - und hat Touristen, die Lust auf Shoppen und Flohmärkte haben, viel zu bieten.

    Portugiesische Synagoge
    Noch eher unbekannt, aber durchaus eine Besichtigung wert: die Portugiesische Synagoge am Mr. Visserplein.
    Foto: Amsterdam Marketing/Marijke Volkers - dpa

    Anne-Frank-Haus: Das Museum in der Prinsengracht ist ein Phänomen. Die Warteschlangen vor dem Eingang sind am Morgen, wenn es noch geschlossen hat, schon so lang wie später am frühen Abend und reichen oft bis zur Keizersgracht. Aber das Warten lohnt sich: Das Museum in dem Haus, in dem sich Anne Franks Familie versteckt hielt, bis sie von den Nazis aufgespürt und deportiert wurde, vermittelt diese Geschichte sehr eindrucksvoll. An den Wänden sind viele Zitate aus Annes berühmtem Tagebuch zu les und viele Fotos der Familie zu sehen, die aus Frankfurt nach Amsterdam geflohen war.

    Städtisches Museum Stedelijk
    Moderne Kunst in einem modernen Bau: das Stedelijk, Städtisches Museum für moderne und zeitgenössische Kunst.
    Foto: NBTC - dpa

    Museumplein: An dem Platz führt für Amsterdam-Besucher eigentlich kein Weg vorbei. Viel mehr Kunst bekommt man auf so kleinem Raum kaum geboten. Das Rijksmuseum zeigt niederländische Kunst vom Mittelalter bis 20. Jahrhundert, darunter die großen Namen: Rembrandt, Frans Hals, Vermeer. Das Stedelijk ist das Städtische Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, mit Werken etwa von Miro, Picasso und Henri Matisse. Und das Van Gogh Museum widmet sich dem Popstar unter den niederländischen Künstlern mit einer ebenso modernen wie gut zu bewältigenden Ausstellung. Neu seit dem Frühjahr ist das Moco Museum mit Gegenwartskunst

    Museumplein
    Der Museumplein lockt besonders viele Amsterdam-Besucher. Kein Wunder, dort sind die besten Museen der Stadt versammelt.
    Foto: Amsterdam Marketing/Merijn Roubroeks - dpa

    Diamantenfabrik Gassan: Die Diamantenfabrik in der Nieuwe Uilenburgerstraat lässt nicht nur Besucher rein, sondern bietet sogar kostenlose Führungen an. Dabei ist dann zu sehen, wie Diamanten geschliffen und poliert werden. Bei den Preisen kann einem leicht schwindlig werden: Auf dem Tisch liegen dann schon mal Steinchen, die mehr als 50 000 Euro wert sind. Wer seine Kreditkarte dabei hat, kann hinterher durch den Showroom schlendern und das ein oder andere Souvenir kaufen. Und das ist sicher auch die Absicht der lächelnden Mitarbeiterinnen, die einem bei den Führungen funkelnde Brillanten immer mal wieder anreichen und in die Finger nehmen lassen. Aber nur für kurze Zeit.

    Fahrräder stehen auf einer Brücke in Amsterdam
    Fahrrad wird in Amsterdam natürlich auch im Herbst gefahren.
    Foto: Andreas Heimann - dpa

    Museum Willet-Holthuysen

    Anne-Frank-Haus
    Äußerst prominent und daher zu jeder Jahreszeit von Touristen belagert: das Anne-Frank-Haus.
    Foto: Andreas Heimann - dpa

    Informationen zu Gassan Diamonds

    Trödel-Fundstücke
    Auf dem Noordermarkt im hippen Amsterdamer Jordaanviertel können Touristen nach Trödel-Fundstücken suchen.
    Foto: NBTC - dpa

    Anne Frank Haus

    Rijksmuseum
    Die großen niederländischen Maler können Touristen im Rijksmuseum am Museumplein betrachten.
    Foto: Amsterdam Marketing/Erik Smits - dpa

    Informationen zur Portugiesischen Synagoge

    Amsterdam-Grafik
    Die Innenstadt Amsterdams ist recht übersichtlich, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nicht allzu weit voneinander entfernt. Viele Attraktionen lassen sich von der City aus bequem zu Fuß erreic
    Foto: dpa

    Interaktive Tour durch die Portugiesische Synagoge

    Rijksmuseum

    Stedelijk Museum

    Van Gogh Museum

    I amsterdam Visitor Centres

    Amsterdam

    Anreise: Zum Flughafen Schiphol gibt es ab Deutschland zahlreiche tägliche Direktverbindungen zum Beispiel mit KLM, Lufthansa und Easyjet, etwa ab Frankfurt/Main, München, Berlin oder Hamburg. Eine Alternative ist die Anreise per Bahn. Ab Düsseldorf dauert es rund drei, ab Berlin im günstigsten Fall gut sechs Stunden.

    Übernachtung: Amsterdam hat ein großes Angebot an Hotels und Pensionen. In der Altstadt sind viele davon in historischen Grachtenhäusern untergebracht. Online-Buchungen sind kein Problem, auch im Herbst ist es allerdings besser, sich rechtzeitig darum zu kümmern. Alternativ gibt es jede Menge Privatunterkünfte.

    Informationen: I amsterdam Visitor Centres, Tel.: +31/20/7026000, E-Mail: info@iamsterdam.com

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