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    Zwischen Party und Strand in Thailand: Selfies im Paradies

    Das Handy passt zwar in die Hand, aber das Reiseziel nicht ins Handy. Thailand ist schlicht zu groß fürs Display. Jeder Versuch, zumindest Bruchstücke dieses so vielfältigen Landes auf der Speicherkarte zu sichern, scheitert. Obwohl es so viele versuchen.

    Besonders die Region Phuket ist bei jungen Touristen beliebt. Die einen reisen mit dem Rucksack durchs Goldene Dreieck – die Grenzregion zwischen Laos, Thailand und Myanmar – und machen einen Abstecher auf die Halbinsel. Die anderen feiern in Phuket, bevor der thailändische Sommer einsetzt, ihren Spring Break. Vor allem bei Australiern, für die Thailand einen Katzensprung entfernt liegt, ist Patong beliebt. Zu Tausenden pilgern sie in den Frühjahrsmonaten an die Westküste Phukets und wollen nur eines: feiern. Und das geht am besten in Patong. Nur einen Steinwurf von den Hotels und Stränden des kleinen Ortes entfernt liegt die Bangla Road. Wer das ursprüngliche, idyllische Thailand sucht, ist hier falsch. Denn hier konzentriert sich all das Verrückte und Verruchte, was sonst in den Touristenorten wenig Platz hat. Schon der Blick auf die Meile raubt den Atem.

    Tausende Menschen drücken sich wie ein dicker Brei durch die Gasse, ständig bequatscht von Straßenverkäufern und Barangestellten, die sie in „die beste Kneipe der Welt“ oder zur „besten Show der Welt“ einladen. Ältere Damen bieten LED-Katzenohren feil, nebenan schiebt ein Mann unter der Last gebückt einen Karren voll mit Kräutern, Nüssen und Gewürzen durch die Menge und hofft auch noch um 4 Uhr nachts auf ein gutes Geschäft. An abenteuerlich auf Bartheken montierten Stangen turnen hübsche junge Frauen und locken mit verschmitztem Lächeln. Darunter sitzen die Touristen, stützen ihre Ellenbogen auf die meterlangen Theken, wagen verstohlene Blicke nach oben, rauchen, trinken, tanzen. Selfiesticks werden in die Luft gereckt für den einen perfekten Schnappschuss vom Abenteuer Asien. Die hübschen Damen oder die exotischen Ladyboys, Männer in Frauenkleidern, die hier zum Straßenbild gehören, lassen sich gern mit aufs Foto bannen – nicht ohne nach einem kleinen Obolus für ihren Dienst zu fragen. Das Nachtleben in der Bangla Road läuft zur Hochform auf.

    Im Morgengrauen haben die Touristen ihre Flip-Flops von den müden Füßen gestreift, die sich zurückgelassen unter den Barhockern sammeln. Aus den Boxen wummern immer noch dieselben Hits der 90er, Gläser klirren, die Lichter blinken. Bangla Road kann müde machen, nur die Beats füllen noch die Straße. Die Touristen schlafen sich aus für die nächste Nacht.

    Gegen Mittag, die Augen noch klein, die Haare verwuschelt, pilgern die Nachtschwärmer zum Strand. Wer nicht in der Sonne den Rausch der Nacht verfliegen lässt, steigt aufs „Hype Boat“, einen riesigen Katamaran, der die Passagiere hinausträgt auf das grellblaue Meer. Zu sphärischen Beats, die übers Deck wummern, legt der Luxuskahn ab, und seine Passagiere lassen sich mit einem Seufzer in die dicken Kissen fallen. „Relax“, mahnt der DJ, und die Servicekräfte servieren Sushi und Sekt in Plastikgläsern. Der Wind lässt die Haare und die Segel fliegen, die Ostküste zieht vorbei.

    Langsam werden die Passagiere wach, die ersten wagen sich auf die Tanzfläche unter der geduldig rotierenden Discokugel, der Rest formiert sich an Deck. Dutzende Handys spiegeln die strahlende Sonne wider, Arme greifen um Hüften, eine Gruppe Australier, durchtrainiert und braun gebrannt, posiert waghalsig an der Reling. Es ist Selfie-Zeit. Doch die Linsen der Taschenkameras erfassen nur die Gesichter, das gewollte Lächeln, die geprobte Pose. Thailand und seine unbeschreibliche Schönheit bleiben im Hintergrund. Wie Theaterkulissen erscheinen die sattgrünen Hügel der Ostküste auf den Displays und verschwinden wieder, hin und wieder blitzt in der Ferne irgendwo ein goldener Buddha auf, verdeckt von jungen Menschen, die ihre Erinnerungen digitalisieren wollen.

    Das „Hype Boat“, das die Südspitze von Phuket umrundet hat, verliert an Fahrt, geht vor Koh Bon vor Anker. Es hält einige Hundert Meter Abstand von dem kleinen Eiland am südlichsten Zipfel der Phuket-Halbinsel, das noch jene Idylle verspricht, die man im Partytempel Patong nicht mehr findet. Eine Handvoll Touristen setzt mit dem Holzboot über, das auf Besucher gewartet hat. Sie schlendern über den schneeweißen Strand, lassen sich eine Kokosnuss in der Abendsonne schmecken, schnorcheln eine Weile, während vom Partyboot draußen auf dem ruhigen Meer der Beat immer schneller und lauter rüberschallt. An Bord stehen die ersten schon am Mast Schlange, um nicht den Schnappschuss im Sonnenuntergang zu verpassen. Doch die Aufmerksamkeit gilt dem eigenen Konterfei und dem tanzenden Partyvolk, während sich die thailändische Sonne eitel von ihrer hübscheste Seite zeigt, in Pose wirft über funkelnden Wellen, eingerahmt durch die wilde Landschaft von Koh Bon.

    Als die schwimmende Disco wieder im Hafen von Patong einläuft, die letzten Gäste ihre feuchten Handtücher über die Schultern legen und in den kleinen Straßen und Hotelkomplexen verschwinden, machen sich Straßenverkäufer schon wieder bereit, die Ladyboys ziehen noch einmal den Lippenstift nach, die Leuchtreklamen flackern auf. Bangla Road ist bereit für die Nacht.

    Von unserer Reporterin Marta Fröhlich

    Wissenswertes für Reisende

    Anreise: Thai Airways sowie Emirates fliegen von Frankfurt aus nach Phuket. Passagiere müssen in Bangkok oder Dubai umsteigen.

    Zielgruppe: Thailand ist für Backpacker als auch für Strandurlauber geeignet. Patong ist ein perfektes Reiseziel für junge Menschen, die feiern wollen. Beste Reisezeit: Das Klima ist tropisch-monsunal. Beste Reisezeit ist November bis März. Im Sommer regnet es oft und es ist sehr heiß.

    Unsere Ausflugstipps:

    • Die Insel Koh Samui im Osten der Phuket-Halbinsel ist deutlich ruhiger als das Festland und sehr sehenswert.
    • Ein Bootsausflug in den Angthong Marine Park bietet unberührte Natur und Platz zum Schwimmen und Schnorcheln.
    • Wer etwas wagen will, probiert sich durch die Garküchen in Patong – von süßem Klebreis bis zu frisch gegrilltem Fisch.
    • Eine Pause vom Urlaubsstress bieten die vielen kleinen Massageläden. Für ein paar Baht gibt es eine erholsame Fußmassage – nur keine Scheu!

    Unsere Autorin ist mit Thai Airways gereist und hat im Amari Koh Samui und im Amari Phuket übernachtet. Diese Reise wurde unterstützt von Amari Hotels.

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