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    Wohntrends müssen 2010 vor allem «authentisch» sein

    Frankfurt/Main (dpa) ­ Blumen, überall Blumen. Echte Blumen. Die Frankfurter Messehallen sind voll davon. Sie stehen in hauchdünnen Keramikvasen namens «Papyrus», zwischen Bücherregalen aus Vollholz, Kuhglocken-Deko und Outdoor-Utensilien.

    In Zeiten wirtschaftlicher Schnelllebigkeit und virtueller Anonymität demonstriert die weltgrößte Konsumgütermesse Ambiente (12. bis 16. Februar) ein neues Lebensgefühl: Zurück zur Natur, heißt der Trend, wie Forscher herausgefunden haben wollen. «Die Menschen wollen wieder raus in den Garten», bestätigt eine Ausstellerin umringt von Deko-Plastikvögeln.

    Die Orientierung an der Natur, die es im vergangenen Jahr schon gab, setze sich 2010 in gesteigertem Maße fort, bestätigen Designer und Aussteller unisono. Natürlichkeit und Qualität seien gefragt. Auf der weltgrößten Konsumgütermesse Ambiente präsentieren 4505 Aussteller ihre Neuheiten rund um Inneneinrichtungen, Haushaltswaren und Küchenausstattungen. Der Begriff «Authentizität» zieht sich dabei quer durch die Produktpalette.

    «Möbel müssen heute nicht mehr praktisch sein sondern emotionale Qualitäten aufweisen», so Andrej Kupetz, Geschäftsführer vom Rat für Formgebung. Ein Möbelstück soll sein wie ein guter Freund: authentisch, nicht beliebig austauschbar, beständig. So, wie die naturweißfarbene Liege, ergonomisch auf den menschlichen Körper abgestimmt, auf der man einfach mal «sein» darf, wie es im Werbeprospekt heißt. Oder das schlichte schwarze Ledersofa, elegant aber «keineswegs kühl, für die gemütliche Atmosphäre im Wohnraum». Auch das «authentische» Vollholz-Bücherregal, einem Entwurf von 1898 nachempfunden, soll Beständigkeit vermitteln, obwohl im kommenden Jahr mit Sicherheit der nächste Trend ausgerufen wird.

    2010 dreht sich viel um Strukturen, die sich in der Natur finden lassen. «Ich wollte mit etwas Papierähnlichem arbeiten», erläutert Geschirr-Designer Vittorio Passaro. Und so kreierte er Teller, Tassen, Vasen und Schüsseln aus Keramik, die aussehen als bestünden sie aus Hunderten von übereinandergeklebten Papyrusschichten. Hauchdünn und zerbrechlich. Auch Kunststoffe hätten längst nicht mehr so einen schlechten Ruf, verteidigt sich eine Ausstellerin. «Das Material ist zu 100 Prozent recycelbar.»

    Möbel werden menschlicher, behaupten die Aussteller. Auch wenn es nicht den einen, klar definierten Trend gäbe. «So unterschiedlich wie die Menschen sind, so unterschiedlich sind die Stile», sagt Andrej Kupetz. Und so kämpfen «progressive Materialien» und «sensible Designs» mit hellem Holz und Wiesenblütenmustern «selbstbewusst» gegen die Wirtschaftskrise, gegen Schnelllebigkeit, gegen all das Kalte und Böse in der Welt. Am Ende bleibt die Ambiente, was sie ist: 183 000 Quadratmeter Ausstellfläche voll mit Konsumgütern.

    Weitere Infos zur Messe: ambiente.messefrankfurt.com

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