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    Köln

    Wohlige Wärme: Kaminöfen nachträglich einbauen

    Wenn in Hollywoodfilmen die Kamera aufs knisternde Kaminfeuer schwenkt, vor dem sich die Liebenden eng umschlungen halten, wird fast jedem warm ums Herz. Klischee hin oder her: Ein Kaminofen ist für viele Hausbesitzer ein Muss.

    Abnahme vom Schornsteinfeger ist Pflicht
    Wer einen Kamin oder Kaminofen nachträglich einbaut, braucht eine Abnahme vom Schornsteinfeger. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

    Die meisten Menschen träumen von einem wohlig-warmen Kaminfeuer in den eigenen vier Wänden. Und so lassen sich immer mehr Hausbesitzer einen Kaminofen einbauen. Dessen Vorteile liegen angesichts steigender Gas- und Ölpreise auf der Hand. «Mehr als 90 Prozent aller Öfen werden gekauft, um Heizkosten zu sparen», sagt Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln.

    Grundsätzlich lässt sich dem DIY-Experten zufolge in jedes Haus nachträglich ein Kaminofen einbauen. Allerdings sind dabei je nach Haustyp Besonderheiten zu beachten. So sind in Neubauten, die nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) errichtet wurden, spezielle Öfen erforderlich. Sie müssen über einen externen Luftanschluss verfügen, da Energiesparhäuser quasi luftdicht sind. Irgendwo muss der zur Verbrennung nötige Sauerstoff ja herkommen. Gleiches gelte für Altbauten, die energetisch nach der EnEV saniert worden sind.

    Auch wenn im Haus kein Schornstein vorhanden ist, an den ein Kaminofen angeschlossen werden kann, ist das kein Hinderungsgrund. Dann wird einfach ein doppelwandiges Edelstahlrohr außen an der Hauswand montiert, per Kernbohrung an der Austrittsstelle ein Loch in die Hauswand gebohrt und das Abgasrohr an den externen Schornstein angeschlossen. Bevor jedoch die Wand aufgestemmt wird, sprechen Hausbesitzer besser mit ihrem Schornsteinfeger, empfiehlt Pommer. Denn der muss die Installation abnehmen und wird daher am besten von Anfang an in die Planungen einbezogen.

    Dabei sind zum Beispiel Brandschutzaspekte zu berücksichtigen, erläutert Andreas Kramer vom Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger. So müssen beim Aufstellen eines Ofens bestimmte Sicherheitsabstände zu brennbaren Materialien eingehalten werden. Ist im Zimmer Parkett verlegt, muss der Ofen etwa auf einer Schutzplatte aus Metall oder Glas stehen.

    Wichtig sind auch die Druckbedingungen am Aufstellungsort. So müssen die Rauchgase laut Kramer ungehindert durch den Schornstein entweichen. Daher dürfen in dem Wohnbereich keine Ventilatoren - etwa in Dunstabzugshauben - gleichzeitig betrieben werden.

    Der Schornsteinfeger berät Hausbesitzer auch im Hinblick auf die Heizleistung, sagt Pommer. Denn es ist wichtig, den Ofen richtig zu dimensionieren. Maßgeblich für den erforderlichen Heizwert seien die Kubikmeterzahl der aufzuheizenden Räume und der persönliche Wärmebedarf. Will man mit dem Ofen die Heizung ersetzen, muss dieser «dauerbrandgeeignet» sein.

    Für welchen Ofen sich Hausbesitzer auch entscheiden - er sollte die gültigen Immissionsvorschriften erfüllen, erklärt der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) in Frankfurt. Denn mit Inkrafttreten der überarbeiteten 1. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchV) im März 2010 dürfen neu installierte Kaminöfen nur noch bestimmte Mengen Feinstaub ausstoßen. Hausbesitzer sollten darauf achten, dass der Ofen typgeprüft ist und der Hersteller die Einhaltung der DIN- und EN-Normen garantiert.

    Filternachrüstung alter Kaminöfen ist teuer

    Wollen sich Hausbesitzer einen Kaminofen günstig gebraucht kaufen, sollten sie genau rechnen. Denn auch ein alter Ofen muss die Anforderungen der 1. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz erfüllen, wenn er in einem anderen Haus installiert wird, sagt Annekathrin Schmitt, Technik-Referentin beim Industrieverband HKI. Möglicherweise darf der Hausbesitzer den Ofen nur betreiben, wenn er ihn mit einem Filter nachrüstet. Laut Schmitt ist derzeit nur ein Elektrofilter zugelassen, der mit Hilfe elektromagnetischer Felder Rußpartikel aus den Rauchgasen auffängt. Mit rund 1500 Euro sei er jedoch recht teuer. Der Kauf eines neuen Kaminofens sei daher womöglich die rentablere Alternative - zumal dieser meist auch einen besseren Wirkungsgrad hat und man daher weniger Holz verfeuert.

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