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    Ratingen

    Trockene Scheite statt Schrankwand: Mit Holz heizen

    Ob Kamin, Heizkassette oder Kachelofen: Viele wünschen sich mit Holz einen zweiten Brennstoff im Haus. Bezirksschornsteinfegermeister Roland Adams betreut in seinem Bezirk in Ratingen bei Düsseldorf die Heizanlagen von rund 2300 Hausbesitzern.

    600 davon heizen inzwischen zusätzlich mit Holz. «Die haben Angst, dass aus Russland eines Tages kein Gas mehr kommt oder das Öl knapp wird», sagt Adams. Holz dagegen ist in Deutschland reichlich vorhanden.

    Mit 3,4 Milliarden Kubikmetern verfügt die Bundesrepublik nach Angaben des Industrieverbands Haus-, Heiz- und Küchentechnik über die größten Holzvorräte in Europa. «Holz macht demnach 80 Prozent der erneuerbaren Energien aus, die in Deutschland zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden», sagt Geschäftsführer Frank Kienle. In der Forstwirtschaft fallen jedes Jahr große Mengen an Resthölzern an, die in die Energieversorgung gehen. Auch Stürme wie «Kyrill» im Jahr 2007 sorgten durch Bruchholz für große Brennvorräte. Wer am Stadtrand wohnt, kann das Holz aus dem nahen Wald nutzen. Der Förster gibt dazu gegen eine Gebühr einen Holzleseschein aus. Ein herkömmlicher Ofen verheizt pro Winter rund drei Raummeter Holz. Diese werden in einem luftigen, überdachten Unterstand gelagert und nach dem Schlagen zwei Jahre getrocknet. Im Handel kostet ein fertiger Laubholz-Mix zwischen 70 und 90 Euro pro Raummeter. 

    Am besten heizen Eiche, Buche, Fichte und Tanne. Buche bildet ein beständiges Glutbett, das lange vorhält. Die Hölzer sollten gespalten und etwa 30 Zentimeter lang sein. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) in Nordrhein-Westfalen empfiehlt, nur unbehandeltes, abgelagertes Holz zu verfeuern. Dazu gehören auch Hackschnitzel und Reisig sowie Presslinge und Pellets aus Spänen.

    Feuchtes Holz dagegen belastet die Luft mit Schadstoffen. Außerdem tabu im Ofen ist beschichtetes, lackiertes, behandeltes, imprägniertes oder verleimtes Holz sowie Spanplatten. «Das Verbrennen von Abfällen ist sogar strafbar. Denn dabei entstehen in der Rauchfahne giftige Gase, die Schwermetalle, Salzsäure und Dioxine enthalten und an die Luft abgeben», warnt Lanuv-Präsident Heinrich Bottermann.

    Das stinkt dann auch schnell dem Nachbarn, dem der schädliche Rauch ins Haus zieht. Zur Winterzeit erreichen die Behörden regelmäßig viele Beschwerden, weil Verbraucher den alten Zaun oder Omas Schrankwand im Wohnzimmerkamin verheizen.

    Seit 2009 gelten für Kamine und Öfen im Privathaushalt strengere Umweltauflagen. Die Novelle der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung zielt auf eine Verringerung des Schadstoffausstoßes wie Feinstaub und Kohlenmonoxid ab. Dabei ist das Innenleben einer sogenannten Kleinfeuerungsanlage entscheidend. Weist es eine fortschrittliche Verbrennungstechnik auf, bleiben die Emissionen durchaus gering.

    Der Verkauf von billigen Ofenmodellen, die sich ihrer unzureichenden Technik wegen oft als Dreckschleudern entpuppten, ist durch das neue Gesetz Vergangenheit. Die Hersteller müssen jetzt Geräte mit klug konzipierten Brennräumen anbieten, die optimale Heizkraft und geringe Abgasmengen gewährleisten. «Mit so einem Ofen muss man sich nicht mehr vor der Umwelt schämen», sagt Jürgen Maaß, Pressereferent im Bundesumweltministerium.

    Die Verantwortung dafür, dass tatsächlich nur geeignetes, trockenes Holz verbrannt wird, liegt aber weiterhin beim Ofenbesitzer. Nur wenn die Technik stimmt und alle Regeln der Befeuerung beachtet werden, verbrennt ein Holzofen so sparsam, dass am Ende nicht mehr als ein Prozent reine weiße Asche übrig bleibt und aus dem Schlot eine nicht sichtbare Fahne aufsteigt.

    Feuer im Ofen darf nicht lodern

    Drei Dinge sind zum richtigen Feuermachen nötig: Brennstoff, Sauerstoff, Hitze. «Und ein bisschen Geduld», sagt Schornsteinfegermeister Roland Adams aus Ratingen. Hartholzscheite aus Buche, Eiche, Esche, Kirsche, Ahorn dürfen nicht mehr als 20 Prozent Restfeuchte enthalten. Dafür gibt es im Handel Messgeräte.

    Zum Anbrennen eines Feuers eignet sich Weichholz wie Fichte. Danach werden Harthölzer nachgelegt, die eine lang anhaltende Glut bilden. Gut zum Anzünden sind Kienspäne, Holzwolle oder Anzündhölzchen aus dem Baumarkt. Nachhelfen mit Grillanzündern, Brennpaste oder mit Paraffin getränkten Würfeln ist erlaubt. «Niemals Spiritus oder Benzin benutzen», sagt Adams.

    Das Brenngut wird weit hinten im Brennraum quer zur Rückwand des Kamins geschichtet. Dazwischen stecken kleine Späne. Jetzt werden die Luftschieber geöffnet. Wenn es brennt, müssen die Regler so eingestellt werden, dass die Flammen ruhig flackern. Dann verbrennt der Ofen optimal und produziert weniger Rauchgas. Ein loderndes Feuer verbraucht zuviel Sauerstoff.

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