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Möbel mit Gewicht – Beton setzt Design-Akzente

Köln/Bad Honnef (dpa/tmn) – Hart, schwer und robust – beim Bauen hat Beton große Vorteile. Aber es liegt nicht unbedingt auf der Hand, warum er als Design-Material für Alltagsmöbel zum Einsatz kommen sollte.

Gerade das hat ihn aber für einige Designer der neuen Möbelkollektionen interessant gemacht. Und so waren auf der Möbelmesse IMM Cologne in Köln Anfang des Jahres immer wieder Tische oder Regale aus gegossenem Beton zu sehen. Die Macher der Kölnmesse riefen die «Beton-Optik» als Trend aus. «Wobei die Optik auch mit Hilfe von Folien erreicht wird», erläutert Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef. Manche Hersteller beschichten Holzfaserplatten mit Beton und schleifen sie anschließend ab, um eine raue Optik zu erzeugen.

Hersteller Schnepel aus Hüllhorst (Nordrhein-Westfalen) zum Beispiel bietet in seiner «X-Linie» ein TV-Möbel, dessen Grundgerüst und Einlegeböden in Beton-Optik daherkommen. Der Korpus dagegen ist nicht aus massivem Beton. Verbaut sind sogenannte MDF-Platten aus mitteldichten Fasern. «Das ist gepresstes Holz, mit einer Betonschicht überzogen. Die Kanten werden nachgearbeitet, damit sie glatt sind», sagt Kornelia Krause, die Assistentin der Geschäftsleitung.

Ist Beton bei diesem TV-Rack nur Dekor, so verwendet ihn der dänische Hersteller «Tangsø» reichlich: Die einen mal zwei Meter messende Betonplatte des neuen Esstischs ist massiv. Sie steht auf einem Unterbau aus Metall. 75 Kilogramm bringt der Tisch auf die Waage. Ein wenig leichter ist der passende quadratische Kaffeetisch.

Noch leichter, aber immer noch zu schwer für einen einzelnen Mann ist der Beton-Briefkasten von «Serafini» aus Iserlohn. «Ich weiß gar nicht, wie viel er wiegt – aber er ist schon so schwer, dass man ihn zu zweit anbringen muss», sagt Unternehmerin Stefanie Serafini. Massiv und gegossen ist der Briefschlucker, dazu passend gibt es eine Zeitungsröhre, Beton-Hausnummern und -leuchten. «Das ist ein zeitloses Design. Es passt zu einem alten Haus genauso wie zu einem neuen», sagt Serafini. Wer sich seines Stils sicher ist, hat damit einen Briefkasten für die Ewigkeit.

Auf die Materialkombination von Holz und massivem Beton setzt der Designer André Steverding mit der neuen Tischkollektion der «Nuss Möbelwerkstatt» in Pleisweiler-Oberhofen (Rheinland-Pfalz). So steht die Tischplatte aus Kirsch-, Nuss- oder Eichenholz auf Betonsäulen oder wird nur von einer Säule und einem an der Decke befestigten Stahlseil gehalten. Bei einem anderen Modell wird die Platte durch einen Schlitz im Betonsockel geschoben.

Der Beton-Trend ist ein Gegenentwurf zu den glatten Hochglanzflächen von Schränken und Einlegeböden, die seit mehreren Saisons angesagt sind. Und auch zum Natur- und Ökotrend, der den Werkstoff Holz – vor allem unbehandelt und gemasert – in den Mittelpunkt stellt. «Es gibt immer wieder Versuche, Tischplatten aus Granit, Sandstein, Schiefer – und jetzt Beton – herzustellen», sagt Geismann. Sie rechne aber damit, dass Betonmöbel Nischenprodukte bleiben.

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