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    Kalk im Haushalt und was dagegen hilft

    Bonn/Berlin (dpa/tmn) – Kalk am Wasserhahn, Ablagerungen in der Dusche und eine verkalkte Kaffeemaschine: Diese unangenehmen Erscheinungen betreffen viele Haushalte – aber eben nicht alle.

    Denn beim Kalkgehalt im Wasser gibt es regionale Unterschiede. Wieviel Kalk im Wasser ist, lässt sich am Härtegrad des Wasser ablesen. «Je härter das Wasser, desto kalkhaltiger ist es auch», erklärt Elke Wieczorek vom Netzwerk Haushalt in Bonn.

    Gemessen wird in Grad deutscher Härte (°dh). Aus dem «Hydrologischen Atlas von Deutschland» – herausgegeben vom Umweltbundesamt – wird ersichtlich, dass beispielsweise große Teile Nordrhein-Westfalens und Rheinland-Pfalz weiches Wasser haben. Die Werte liegen hier meist unter 8,4 °dh. Das heißt, der Kalkgehalt im Wasser ist vergleichsweise gering.

    Hart – und das bedeutet höher als 14 °dh – ist das Wasser dagegen in großen Teilen Bayerns und teilweise in Baden-Württemberg. Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern liegen hingegen weitestgehend im mittleren Bereich zwischen 8,4 und 14 °dh. Allerdings sind das nur grobe Richtwerte, die je nach Ort variieren können. «Die genaue Wasserhärte können Verbraucher bei ihrem Wasserversorger oder dem örtlichen Wasserwerk erfragen», sagt Wieczorek. In Einzelfällen steht er auch auf der Wasserrechnung.

    Kalkhaltiges Wasser kann vor allem für Tee-Liebhaber und Kaffeegourmets zum Problem werden. «In Gegenden, in denen das Wasser hart ist, kann es schon sein, dass der Tee nicht so richtig schmeckt», sagt Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Dennoch rät der Umweltexperte von dem Kauf von Wasserfiltern ab: «In den meisten Fällen sind sie überflüssige Geldverschwendung», erklärt er.

    Außerdem bestehe die Gefahr, dass als Ergebnis das Wasser eher schlechter als besser ist. Wenn nämlich die Filter nicht regelmäßig gewechselt werden oder das Wasser zu lange in dem Wasseraufbereiter steht, können sich Bakterien bilden. Auf diese Weise wird genau das Gegenteil des Gewollten erreicht. «Das Wasser ist nicht desinfiziert, sondern enthält mehr Keime als zuvor», sagt Heldt.

    Gesundheitlich ist Kalk unbedenklich. Auch Menschen, die in Gegenden mit hartem Wasser wohnen, müssen sich keine Gedanken machen. Ganz im Gegenteil: Kalkablagerungen zeugten von einem hohen Anteil an Kalzium und Magnesium im Leitungswasser, so Heldt. «Und diese Mineralstoffe tun uns sogar gut.»

    Von der besonderen Qualität des deutschen Leitungswassers ist auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Berlin (BUND) überzeugt. Denn die Wasserwerke untersuchten ihr Wasser regelmäßig. Nur in weniger als einem Prozent der Proben würden die Grenzwerte überschritten. Deshalb seien Filter unnötig. Sie machten das Wasser nur selten besser, dafür aber teurer.

    Ein Liter Leitungswasser kostet etwa 0,1 bis 0,2 Cent. Der regelmäßige Gebrauch von Filtern könne den Preis auf bis zu 16 Cent pro Liter hochtreiben, heißt es beim BUND. Neben der Kostenersparnis ist auch die Umweltbilanz von Leitungswasser unschlagbar. Anders als bei Wasser in Flaschen wird keine Energie für die Herstellung und den Transport von Verpackungen verbraucht. Und auch lästiges Kistenschleppen entfällt.

    Doch im Haushalt sind Kalkflecken lästig. Am besten lassen sie sich mit Reinigern auf Zitronensäurebasis entfernen. Oder man beugt ihnen gleich vor – das spare Arbeit und Gel, sagt Wieczorek. Dazu eigne sich zum Beispiel ein sogenannter Abzieher, der eigentlich zum Fensterputzen verwendet wird. Mit diesem Gerät kann man nach dem Duschen das Wasser von den Seitenwänden abziehen. Anschließend noch kurz mit einem Tuch trocken reiben, und vom Kalk bleibt nichts übrig.

    Bei Haushaltsgeräten wie Wasserkocher oder Kaffeemaschine hilft es, Wasserreste immer auszuschütten. Allerdings müssen solche Geräte meist trotzdem ab und zu entkalkt werden. Espressovollautomaten brauchen zum Beispiel viel Pflege, um einwandfrei zu funktionieren. Aber auch die Reinigung von Wasserkocher und Kaffeemaschine sollte nicht zu kurz kommen. Abgesehen davon, dass Ablagerungen die Geräte unansehnlich machen, erhöht regelmäßiges Entkalken auch die Lebensdauer der Geräte und hilft, Geld zu sparen: «Kalkfreie Geräte verbrauchen weniger Strom als solche mit Ablagerungen», so Wieczorek.

    Auch hier können Produkte auf Zitronenbasis eingesetzt werden. Für die Kaffeemaschine sollten diese flüssig sein, für den Wasserkocher gehen auch solche auf Pulverbasis. Abzuraten sei in jedem Fall von Essig – besonders als Essenz, erklärt Wieczorek. Denn abgesehen von dem unangenehmen Geruch, ist dieses vermeintlich harmlose Hausmittel sehr aggressiv und greift die Dichtungen oder Chrom an: «Dann wird die Oberfläche porös, und es kann sich noch leichter Kalk absetzen.»

    Ökotipps vom BUND: dpaq.de/oekotipps

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