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Augsburg

Eine sichere Treppe braucht mehr als ein Geländer

dpa/tmn

Treppen lassen sich nicht einfach auswechseln oder verändern. Bauherren müssen sich daher rechtzeitig Gedanken machen. Wer für das Alter gerüstet sein will, sollte auf einen überlangen Handlauf und kleinere Abstände zwischen den Stufen achten.

Sichere Treppe
Gutes Licht und ein langer Handlauf: So ist die Treppe sicher. (Bild: «licht.de»/dpa/tmn)

Treppen können im Nachhinein kaum noch umgebaut werden. Deshalb sollten Bauherren bereits bei der Planung abwägen, ob sie Wert auf ein architektonisches Highlight legen oder eine praktische breite Treppe bevorzugen, auf der man auch mal bequem sitzen kann.

Die Mehrzahl der Treppen, insbesondere bei Einfamilienhäusern, ist eine Halb-Wendeltreppe. Die Treppe dreht sich vom Antritt bis zum Austritt um 180 Grad und ist in der Regel gut begehbar, erläutert Siegfried Schmid, Vorsitzender des Deutschen Instituts für Treppensicherheit (DIT) in Augsburg.

«Eine Spindeltreppe ist dagegen vor allem ein architektonisches Gestaltungsmittel», sagt Fachautor und Architekt Thomas Drexel. Sie wirkt großzügig, besitzt aber einen geringeren Auftritt. Sperrige Gegenstände wie Wäschekörbe sind so schwierig zu balancieren. Eine solche Treppe sei nur zu empfehlen, wenn es noch eine zweite, breite Treppe als Alternative gibt. Auch sogenannte Watscheltreppen seien nur bedingt empfehlenswert, weil sie steil, eng und unbequem sind, betont Drexel.

Wichtig für die Sicherheit auf der Treppe ist das sogenannte Steigungsmaß, also das Verhältnis von Auftrittsfläche zur Stufenhöhe. «Bequem und sicher ist eine Treppe, wenn sie ein Steigeverhältnis von 28 zu 17 Zentimetern einhält», erklärt Susanne Woelk von der Aktion Das Sichere Haus. Treppenstufen sollten außerdem mit rutschfesten Belägen gesichert werden – Steinstufen zum Beispiel mit Gummistreifen. «Bei Holztreppen kann man zudem auf lackierten oder gewachsten Holztreppen leicht ausrutschen», warnt Drexel. Die geölte Variante sei weniger rutschig.

Für kleine Kinder sind geschlossene Treppen mit Tritt- und Setzstufen sicherer. «Setzstufen verhindern, das Kleinkinder zwischen den Stufen durchrutschen», betont Woelk. Zur sicheren Treppe gehöre auch ein schützendes Geländer, dessen Mindesthöhe die Bauvorschrift auf 90 Zentimeter festlegt. Der Sprossenabstand darf zwölf Zentimeter nicht überschreiten, damit Kinderköpfe nicht durch die Sprossen passen. Für kleine Kinder kann unterhalb des Geländers noch zusätzlich ein zweites, niedrigeres angebracht werden. Der Handlauf sollte in jedem Fall über die erste und letzte Stufe herüberragen.

«Auch bei Osteoporose, einer Gehbehinderung oder Wirbelsäulenproblemen sind Treppen mit Setzstufen leichter zu überwinden», sagt Schmid. Ein beidseitiger, griffsicherer Handlauf an der Treppe ist ebenso hilfreich.

Eine schlechte Beleuchtung der Treppe kann gefährlich werden. «Gewöhnlich ist es gefährlicher, die Treppe hinunterzufallen als sie hinaufzustolpern», sagt Andreas Lang von der Brancheninitiative licht.de. Deshalb müssten die einzelnen Stufen von oben besonders gut erkennbar sein. Vom oberen Treppenabsatz aus beleuchtet, sorge Licht, das von oben nach unten fällt, für kurze weiche Schatten. Die Trittstufen setzten sich dann deutlich voneinander ab. Jede einzelne Stufe sei gut zu erkennen.

«Oben und unten an der Treppe sollten außerdem Lichtschalter installiert sein», rät Woelk. Diese sollten ebenfalls gut sichtbar und möglichst beleuchtet sein. Zu empfehlen seien auch Bewegungsmelder, die das Licht automatisch einschalten.

Beleuchtungsdauer in Treppenhäusern

Das Oberlandesgericht Koblenz hat in einem Urteil entschieden, dass der Hauseigentümer die Verkehrssicherungspflicht verletze, wenn Mieter und Besucher bei durchschnittlicher Gehgeschwindigkeit nicht mindestens zwei Geschosse überwinden können, ohne erneut den Lichtschalter betätigen zu müssen (Aktenzeichen: 5 U 324/95).

In Miethäusern gibt es aber keine Vorschrift, wie lange das Licht im Treppenhaus brennen muss. Darauf weist Andreas Lang vom Branchenportal licht.de hin. Er empfiehlt, eine Leuchtperiode so einzustellen, dass der langsamste Mieter den Weg zwischen Wohnung und Haustür bei Licht bewältigen kann.

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