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    Köln

    Die neuen Sofas: Blaue Wellen, grüne Kiesel

    Bequem, verspielt und ein echter Hingucker: Die neuen Sofas sind viel zu hübsch, um sie wie zu Omas Zeiten unter Decken zu verstecken. Sie sollen aber nicht nur gut aussehen, sondern auch bequem sein.

    Dafür beanspruchen die gemütlichen Riesen wieder mehr Raum und zeichnen sich durch organische, verspielte Formen aus. Die Polster stehen auf Kufen, langen Holzbeinen oder liegen nach orientalischem Vorbild auf dem Boden. Die meisten Hersteller wählen ein kantenloses Design mit Kissen als Lehnen und hautschmeichelnden Bezügen.

    Echte Handarbeit steht dabei wieder hoch im Kurs. Viele Unternehmen lassen ihre Stoffe in Textilmanufakturen anfertigen. «Selbermachen ist auch in der Möbelbranche gefragt – man will etwas Einzigartiges haben», sagt Trendexpertin Ursula Geismann vom Verband der deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef. So verarbeiten die Designer zunehmend hochwertige Naturfasern wie Wolle und Wollfilz, Swarovski-Steine und Leder. «So ist kein Stück wie das andere.»

    Das Bedürfnis nach Individualität stachelt die Designer zu ausgefallenen Entwürfen an. «Eine originelle, vielleicht sogar einzigartige Einrichtung wird immer wichtiger», heißt es auch bei der Kölnmesse, die Anfang Januar auf der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne die Trends für 2010 präsentierte. «Und die Polstermöbel bekommen wieder mehr Charakter.»

    Beobachten lässt sich diese Strömung zum Beispiel an den neuen Sofas von brühl. Ihre Bezüge werden aus umweltfreundlichen, zertifizierten Stoffen hergestellt. «Und 90 Prozent der Produktion sind Handarbeit», sagt die Designerin Kati Meyer-Brühl. Für das organisch geformte Modell «mosspink» schuf sie Lehnen, die Kieseln nachempfunden sind und sich übereinanderschichten. Die Kunden können die Bezüge in weißem und schwarzem Leder oder farbenfroh in Zyklamrot, Orange oder Türkis wählen.

    Das wellenförmige Modell «coupule bleue» scheint von weiblichen Rundungen inspiriert zu sein. Abgerundete Armpolster und ein steckbarer Minitisch lassen sich seitlich oder in der Mitte andocken. Die Füße sind je nach Modell winkelförmig, kufenförmig oder rund. Spielerische Akzente setzen Kissen mit appliziertem Häkelmuster oder Rosen.

    Das Sofa «play with me» von Frommholz passt sowohl ins Kinderzimmer als auch in die Hotellobby. Das neue Modell des Herstellers aus Spenge in Ostwestfalen besteht aus Elementen, die sich durch Reißverschlüsse wie Spielsteine zu einer unendlichen Reihe verbinden lassen. So können mehrere Sitzplatten zusammen eine Liegefläche bilden.

    Das Unternehmen Ligne Roset aus Gundelfingen bei Freiburg hat mit dem Sofa «Ruché» ebenfalls ein extravagantes Modell entworfen: «Am Anfang haben mich Hollywoodschaukeln inspiriert», sagt die Designerin Inga Sempé. Das federleicht anmutende Gestell ist aus Buche gefertigt. Auf den feinen Füßen ruht eine dicke Decke mit gesteppter Polsterung. Der Bezug ist wahlweise aus Velours, Microfaser, Wolle oder Leder.

    Das Unternehmen Koinor aus dem oberfränkischen Michelau setzt vor allem auf versteckte Funktionen. So lässt sich beim Modell «Gargano» der Rücken stufenlos nach oben aufstellen. Dadurch erhöht sich einerseits die Rückenlehne, anderseits vergrößert sich die Sitztiefe. Das weiße, geradlinige Sofa eignet sich für eine klassisch-elegante Einrichtung. Durch seine abgerundeten Kanten fügt es sich in seine Umgebung ein. «Formal wird es wieder ein bisschen rundlicher, die Sofas sind 'kissiger' – man sitzt also nicht auf, sondern in dem Polstermöbel», sagt Koinor-Designer Kurt Beier.

    Orientalische Einflüsse ließen die Designer von COR in Rheda-Wiedenbrück bei Gütersloh das Sofa «Jalis» entwerfen – was auf Arabisch «mit Freunden zusammen sitzen und reden» bedeutet. Die Polster lassen sich durch einen Steckmechanismus am Boden oder auf einem Gestell befestigen und zu einer opulenten Sitzlandschaft zusammenfügen. Der Bezugsstoff «Patio» mit eingewebten Ornamenten wirkt wie eine kunstvolle Stickerei.

    Ein Comeback erlebt auch das klassische Ledersofa. Das neue Leder sei allerdings matt und sollte sich ganz natürlich anfühlen, sagt Geismann. Es ist zwar empfindlicher gegenüber Flecken, dafür aber angenehmer auf der Haut als zum Beispiel Lack-Leder. Neben der weiterhin aktuellen Trendfarbe Weiß setzen die Hersteller überwiegend auf klassische Naturtöne wie Sand, Kaffeebraun, Cognac und Grau.

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