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    Mehr als Mythos-Pflege – Porsche und Le Mans

    Porsche kehrt 2014 nach 16 Jahren Abwesenheit wieder mit einem Werksteam nach Le Mans zurück. Das Engagement im Rennsport ist nicht nur wichtig für Markenimage und Mythos, auch künftige Serienfahrzeuge profitieren von den Einsätzen.

    Porsche und Le Mans - Mehr als Mythos-Pflege
    Porsche und Le Mans - Mehr als Mythos-Pflege

    16 Jahre lang fehlte ein Porsche-Werksteam beim wichtigsten Langstreckenrennen der Welt, dem 24-Stunden-Rennen von Le Ma
    16 Jahre lang fehlte ein Porsche-Werksteam beim wichtigsten Langstreckenrennen der Welt, dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

    16 Jahre lang fehlte ein Porsche-Werksteam beim wichtigsten Langstreckenrennen der Welt, dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Aber es war immerhin ein starker Abgang, den die Sportwagen-Spezialisten 1998 mit einem Doppelsieg der beiden zuletzt eingesetzten 911 GT1 hingelegt hatten. 2014 wird Porsche endlich wieder dabei sein, mit einem sorgfältig entwickelten LMP1-Prototypen. Das ist wichtig für die Fan-Kultur, das Markenimage und den Mythos. Aber warum dann vorher diese lange Abstinenz?

    Porsche kehrt 2014 nach 16 Jahren Abwesenheit wieder mit einem Werksteam nach Le Mans zurück.
    Porsche kehrt 2014 nach 16 Jahren Abwesenheit wieder mit einem Werksteam nach Le Mans zurück.

    Porsche-Chefarchivar Dieter Landenberger verweist auf eine nie dagewesene Modelloffensive und die damit verbundenen enormen Kosten. Außerdem habe man die Philosophie geändert und lange Zeit den ebenfalls nicht unwichtigen Breitensport unterstützt. Nun aber haben sich die Zeiten offenbar geändert: Enormes Markenwachstum bedingt durch neue Absatzmärkte mache eine Wiederkehr in den Spitzensport möglich und auch nötig, so Landenberger. Schließlich darf der Mythos nicht verblassen, und die Kunden eines ernsthaften Sportwagenlabels erwarten nun einmal dessen Aktivität bei Rennen. Die Le-Mans-Abstinenz hatte in den letzten Jahren aber auch einen weiteren Grund: Porsche war mit dem Reglement nicht zufrieden, das Diesel-Fahrzeuge klar bevorzugte. Nun aber liegt der Schwerpunkt bei Hybrid-Antrieben, was den Zuffenhausenern in die Hände spielt.

     Porsche kehrt 2014 nach 16 Jahren Abwesenheit wieder mit einem Werksteam nach Le Mans zurück.
    Porsche kehrt 2014 nach 16 Jahren Abwesenheit wieder mit einem Werksteam nach Le Mans zurück.

    Doch es ist nicht der Mythos alleine, der den Rennsport für Ingenieurs-Marken wie Porsche so wichtig macht. Seit jeher werden zunächst für den Rennbetrieb entwickelte Technologien in die Serie transferiert. In den Fünfzigerjahren beispielsweise experimentierte Porsche mit Doppelzündung und einem damals revolutionären Fünfgang-Getriebe. Die effektivere Zündung kam in diversen 356-Serienmodellen zum Einsatz. Der erste Großserienwagen mit zwei Kerzen je Zylinder war der 1988 eingeführte Porsche 911 mit dem Werkscode 964. Das Fünfgang-Getriebe war hingegen bereits bei den Ur-Elfern (seit 1963) Standard.

    Das Engagement im Rennsport ist nicht nur wichtig für Markenimage und Mythos, auch künftige Serienfahrzeuge profitieren
    Das Engagement im Rennsport ist nicht nur wichtig für Markenimage und Mythos, auch künftige Serienfahrzeuge profitieren von den Einsätzen.

    Die Mehrlenker-Hinterachse zur Verbesserung der Fahrstabilität erprobte Porsche im Modell 718 RS 61 Spyder und setzte sie 16 Jahre später, im Jahr 1977, erstmals beim 928 ein. Viel schneller in die Serie schaffte es die Benzineinspritzung, mit der man im Rennsport bereits 1964 (Porsche 904/8) Erfahrung sammelte und vier Jahre später in die Modelle 911 E und S brachte. Zwecks Leistungssteigerung bei reduziertem Kraftstoffverbrauch. Und manchmal spielen auch trivial erscheinende Details eine Rolle wie zum Beispiel der 1967 im 911 R eingesetzte Kunststofftank – sechs Jahre später bekam ihn die gesamte 911-Familie.

    Doch es ist nicht der Mythos alleine, der den Rennsport für Ingenieurs-Marken wie Porsche so wichtig macht.
    Doch es ist nicht der Mythos alleine, der den Rennsport für Ingenieurs-Marken wie Porsche so wichtig macht.

    Auch beim Thema Bremsen wurde Erfahrung aus tausenden Kilometern Rennaktivität in die Serie eingebracht: Mit der so genannten innenumgreifenden Scheibenbremse (um mehr Bremsfläche zu generieren) ging Porsche 1959 im 356 an den Start und brachte die Technik ab 1961 auch in den raren 356 B Carrera 2 für die Straße. Und die Bremse des 911 Turbo 3,3 stammt aus keinem geringeren Rennwagen als dem 917/30. In der gleichen Baureihe wurde auch die Ladeluftkühlung erprobt, die die Techniker dem zweiten serienmäßigen Turbo-911 einpflanzten.

    Porsche und Le Mans
    Porsche und Le Mans

    In den Achtzigern und Neunzigern gingen die Erprobungen munter weiter. Allrad-Erfahrungen generierte man mit dem legendären Porsche 959, und die 1991 eingesetzte Keramikbremse im Rennwagen Typ 961 ist aus den heutigen Performance-Fahrzeugen nicht mehr wegzudenken. Der letzte Le-Mans-Sieger 911 GT1 vererbte dem pfeilschnellen Supersportler Carrera GT sein leichtes Karbon-Monocoque, während sich die Hybrid-Erprobungen des 911 GT3 im aktuellen 918 Spyder widerspiegeln.

    Nächstes Jahr wird nun das frisch entwickelte LMP1-Fahrzeug in Le Mans um den Gesamtsieg kämpfen, zusammen mit der Konkurrenz aus dem eigenen Hause – nämlich Audi. Es wird spannend werden zu beobachten, was sich die findigen Tüftler aus Porsches Entwicklungsabteilungen für die künftigen Serien-Supersportler ausgedacht haben. Aber nun soll erst einmal Le Mans gewonnen werden.

    Patrick Broich/SP-X

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