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    Die ungenierte Kraft – Fahrbericht: BMW X6 M

    Das Stärkste, was die M-Abteilung bei BMW serienmäßig auf vier Räder gestellt hat, rollt nun in Form des brachialen X6 M an. Das SUV-Coupé setzt sich optisch, akustisch und leistungsmäßig wieder derart offensiv in Szene, dass dies Wasser auf die Mühlen seiner Kritiker sein dürfte. Den X6 M und seine Fahrer wird dies herzlich wenig interessieren.

    Die Optik des BMW X6 gibt einem vielstimmigen Chor aus generellen SUV-Gegnern, selbsternannten Design-Fachleuten und unbequemen Klimaschützern seit jeher viel Nörgel-Munition. Prollig im Auftritt  und so sinnfrei wie ein Verleih für Brennholz spöttelt man gerne über den großen Münchner. Ganz besonders die leistungsstarke und optisch nochmals mehr polarisierende M-Version zieht Kritik auf sich. Was dem Verkaufserfolg keinen Abbruch tut. Im April kommt nun die zweite Generation auf den Markt. Für eine erste Ausfahrt im potenten Crossover könnte kaum ein Land besser passen als das der unbegrenzten Möglichkeiten.

    Das Herz des X6 M ist sein neu konstruierter Achtzylinder-Biturbo, der aus 4,4 Litern Hubraum 423 kW/575 PS schöpft. Das ermöglicht eine Beschleunigung auf Tempo 100 in 4,2 Sekunden. Ein Wert, der jedem Sportwagen gut zu Gesicht stünde. Das auch im X5 M arbeitende Turboaggregat ist das stärkste jemals von BMW für ein Allradfahrzeug entwickelte Triebwerk. Bis zu 750 Newtonmeter Drehmoment müssen hier schlupffrei auf die vier Räder verteilt werden.  

    Der X6 M verschiebt zudem auch die markeninternen Machtverhältnisse zu seinen Gunsten, denn der M6, bislang das Maß aller Dinge, verliert nun seine Spitzenposition. Nicht bei der Leistung, die mit 575 PS exakt gleich ausfällt, wohl aber beim Schub, denn das Coupé muss sich mit „nur“ 680 Newtonmetern begnügen.

    Und wie fährt sich ein Kraftpaket wie der X6 M? Wenn der Achtzylinder erwacht, macht er sich zunächst durch leises Grummeln aus den vier Endrohren bemerkbar, was fast automatisch die Sucht nach mehr weckt. Fordert man ihn heraus, rennt der 2,3 Tonnen schwere Pfundskerl mit einer Leichtigkeit los, dass man ihm sein Gewicht kaum glauben kann. Sauber arbeitet sich das Automatikgetriebe selbsttätig durch die acht Gänge oder lässt sich über die Schaltpaddels am Lenkrad dirigieren. Trotz aller sportwagenähnlichen Fahrwerte kann der BMW jedoch vor allem in engen oder schnell gefahrenen Kurven nicht verleugnen, dass er letztlich ein SUV ist.

    Je höher die Geschwindigkeit, desto ungenierter demonstriert der X6 M übrigens auch akustisch seine Kraft. Ein Grinsen im Gesicht ist die fast zwangsläufige Folge, während das Gewissen im Rückspiegel Amok läuft. Um dieses (also das Gewissen) jedoch nicht völlig verrückt werden zu lassen, ist die zweite Generation des X6 M trotz einer um 20 PS gesteigerten Leistung nun immerhin weniger trinkfreudig. Waren es beim Vorgänger noch 13,9 sind es laut Hersteller nun 11,1 Liter, die der Wagen je 100 Kilometer zu sich nimmt und die wir unter texanischer Sonne auch tatsächlich annähernd erreichten.

    Seine Potenz verheimlicht die zweite Generation der X6 M natürlich auch optisch nicht. Große Lufteinlässe an der Front, die erwähnten vier Endrohre, ein standesgemäßer Heckdiffusor, serienmäßige 20-Zöller sowie neu designte Außenspiegel machen deutlich: Hier kommt ein M-Modell. Das Interieur wurde verfeinert mit M-Lederlenkrad, einer eigenständigen Optik für das Kombiinstrument und komfortableren Ledersitzen, die je nach Einstellung tatsächlich den Halt eines Sportsitzes bieten.

    In der Serienausstattung verfügt der BMW X6 M über LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, Einparkhilfe, ein verbessertes Navigationssystem sowie eine Alarmanlage. Letzteres nicht ganz grundlos, gehört doch gerade der X6 zu den beliebtesten Fahrzeugen, die ungewollt den Besitzer wechseln. Apropos Besitzer: Um einen X6 M sein eigen nennen zu dürfen, muss man natürlich tiefer in die Tasche greifen, als beim zivilen Modell oder dem direkten Vorgänger. Mindestens 117.700 Euro kostet die sportliche Speerspitze der Baureihe.

    Bislang wilderten der X6 und seine noch rebellischere M-Version alleine durch ein Segment, das man bei BMW gerne Sports Activity Coupe (SAC) nennt, womit letztlich aber nur eine Mischung aus SUV und Sportcoupé gemeint ist. So oder so, die Konkurrenz ist aufmerksam geworden. Im vergangenen Jahr bereits hatte Mercedes das GLE Coupé vorgestellt und noch bevor dieses überhaupt erhältlich ist, stellten die Stuttgarter bereits das Topmodell vor. Das GLE 63 AMG Coupé feierte vor wenigen Wochen auf der Autoshow in Detroit Premiere und will mit seinem 5,5-Liter-V8 und in der sportlichsten S-Ausführung mit 430 kW/585 PS, also zehn Pferdestärken mehr als sie der X6 M aufweist, ganz gezielt dem starken Bayern in die Parade fahren. Doch als solcher sagt man sich wahrscheinlich nur: Schaun mer mal.

    BMW X6 M - Technische Daten:

    Fünftüriges, fünfsitziges SUV-Coupé; Länge: 4,90 Meter, Breite: 1,99 Meter, Höhe: 1,70 Meter, Radstand: 2,93 Meter, Kofferraumvolumen: 550 - 1.525 Liter

    4,4-Liter-Achtzylinder-Benziner, 423 kW/575 PS, maximales Drehmoment: 750 Nm bei 2.200 - 5.000 U/min, Vmax: 250 km/h, 0-100 km/h: 4,2 s, Durchschnittsverbrauch: 11,1 Liter, CO2-Ausstoß: 258 g/km, Effizienzklasse: E

    Preis: ab 117.700 Euro

    BMW X6 M - Kurzcharakteristik:

    Alternative zu: dem irgendwann erhältlichen Mercedes GLE 63 AMG Coupe

    Passt zu: jeder Art von Asphalt

    Sieht gut aus: in schneller Hatz 

    Wann kommt er: Ende April

    Adele Moser/SP-X

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