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Der etwas andere Kompakte – Fahrbericht: Subaru Impreza

Für sympathisch-eigenständige Marken ist heute auf den Mainstream-Märkten kaum noch Platz. Ein Hersteller wie Saab musste schon vor Jahren den Markt verlassen. Den Querdenkern aus Schweden am nächsten kommt heute vielleicht Subaru. Gerade haben die etwas anderen Japaner eine Neuauflage ihres Kompaktwagens Impreza vorgestellt.

Subaru legt den Impreza neu auf
Subaru legt den Impreza neu auf

Allradantrieb ist wie immer Serie
Allradantrieb ist wie immer Serie

Die Kompaktklasse platzt, was die Modellvielfalt angeht, aus allen Nähten, fast jeder Hersteller hat hier ein Fahrzeug im Angebot. Und an allen Produkten ist qualitativ und optisch wenig auszusetzen – allerdings sehen sich die Autos häufig auch erschreckend ähnlich, warten mit vergleichbaren Motoren, Systemen und Ausstattungen auf. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet schon seit nunmehr 25 Jahren der Impreza, der nun in der fünften Generation auf den Markt gekommen ist. Sein Hersteller Subaru setzte stets auf Boxermotoren und Allradantrieb, verbunden mit äußerst zurückhaltendem, um nicht zu sagen biederem Design, einer eher funktionalen Innenausstattung, dafür aber einer überragenden Langzeitqualität. Im Autowunderpark Deutschland konnte der japanische Hersteller damit natürlich kaum reüssieren, der sportliche Ableger WRX STi mit Leistungen bis 300 PS erreichte zwar einige Bekanntheit, die sich aber kaum in erhöhten Verkaufszahlten niederschlug. Auch die jetzt vorgestellte neue Generation wird hierzulande nicht zum Verkaufsschlager werden, zu unbekannt ist die Marke und zu viele Einschränkungen muss der Impreza-Käufer auch heute noch hinnehmen.

Das Fahrwerk gibt sich kommod, in der neuen Generation erstmals sogar geschmeidig
Das Fahrwerk gibt sich kommod, in der neuen Generation erstmals sogar geschmeidig

So gibt es den Fünftürer weiterhin nur mit Allradantrieb. Das wäre angesichts des Markenimages nur konsequent, aber dass Subaru den Impreza lediglich mit zwei Boxer-Benzinern anbietet, wirkt dann doch etwas dünn. Zumal das kleinere der beiden Aggregate, ein 1,6-Liter mit 84 kW/114 PS zu Preisen ab 21.980 Euro, für diese Klasse doch ziemlich schlapp daherkommt. Viel besser macht der 2,0-Liter mit 115 kW/156 PS seine Sache, aber hier werden dann auch schon 26.980 Euro fällig. Damit ist er rein preisoptisch über 2.000 Euro teurer als ein ähnlich motorisierter VW Golf, was aber vor allem an der sehr guten Ausstattung liegt. So ist nicht nur der Allradantrieb stets Serie, sondern auch ein CVT-Automatikgetriebe und einige Funktionen des bei Subaru „Eyesight“ genannten Assistentenpakets.

Einziger Motor ist ein Boxer-Benziner
Einziger Motor ist ein Boxer-Benziner

Das CVT-Getriebe mit sieben programmierten Fahrstufen entpuppt sich bei ersten Probefahrten dabei als deutlich besser als erwartet, so ganz konnten die Ingenieure die für diese Bauart typische Schwäche des „Gummibandeffekts“ nicht eliminieren. Drehzahlhöhe und Beschleunigung fallen vor allem bei sportlicher Fahrweise doch zu deutlich auseinander, mehr noch, der Motor heult auf, ohne dass seine Akustik gleich in Vortrieb umgesetzt wird. Zudem raubt die Automatik gefühlt einige der ohnehin nicht übermäßig vielen Pferdestärken. Was zu Folge hat, dass der kleine Motor wirklich nur für arg zurückhaltende Fahrer eine Alternative sein dürfte, beim großen Aggregat ist der Durchzug in Ordnung, allerdings wirkt auch der 2,0-Liter nicht gerade sportlich. Beide Motoren sind zudem nicht sparsam, weder auf dem Papier (6,2 bzw. 6,6 Liter auf 100 Kilometern), noch in der Wirklichkeit, wo der 2,0-Liter schon ein wenig mehr Fahrspaß mit Verbräuchen Richtung zehn Liter bestraft.

Design und Materialcocktail ergeben ein eher unscheinbares Bild
Design und Materialcocktail ergeben ein eher unscheinbares Bild

Dafür überzeugt der Impreza mit einem aufgeräumten und sauber verarbeiteten Innenraum, mit allerdings nicht an jeder Stelle hochwertigen Materialien. Außerdem gibt es mehr Platz auf den Rücksitzen; der Radstand wuchs gegenüber dem Vorgänger um 2,5 Zentimeter auf nun klassenübliche 2,67 Meter. Positiv bemerkbar machen sich vorne wie hinten auch die zusätzlichen 3,5 Zentimeter Breite. Das Kofferraumvolumen von 385 Liter (+ 5 Liter), durch Umlegen der Rücksitze auf maximal 835 Liter erweiterbar, geht ebenfalls in Ordnung.

Die Kamera hinter der Windschutzscheibe ist multifunktionell
Die Kamera hinter der Windschutzscheibe ist multifunktionell

Nochmals zum Innenraum: Nach europäischen Maßstäben ist das wie das Außendesign immer noch eher sachlich gehaltene Interieur trotz weicherer Kunststoffe und zumindest in den höheren Ausstattungsklassen feinem Leder zwar höchstens Mittelmaß, dem altgedienten Impreza-Fahrer wird es allerdings wie eine völlig neue Welt vorkommen. Dazu passt das neue, sehr geschmeidige Fahrwerk, das die Insassen nicht mit falsch verstandener Sportlichkeit foltert, sondern sie kommod über Unebenheiten führt und Bodenwellten sanft wegschaukelt.

Das absolut ruckfreie CVT muss man sich ein bisschen erziehen
Das absolut ruckfreie CVT muss man sich ein bisschen erziehen

Vergessen wir mal den schwachbrüstigen 1,6er und konzentrieren uns auf den 2.000 Euro teureren 2,0-Liter als deutlich attraktivere Variante. In der Basisausstattung „Comfort“ für knapp 27.000 Euro finden sich neben dem obligatorischen Allradantrieb und dem Automatikgetriebe auch bereits eine Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Rückfahrkamera, beheizbare Vordersitze, DAB-Radio, ein 8-Zoll-Display und Apple/Android-Anbindung. Zudem sind ein Notbremssystem inklusive Kollisionswarner, ein aktiver Spurhalteassistent und eine adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung immer an Bord.

Für 1.500 Euro mehr (knapp 28.500 Euro) erhält der Impreza-Fahrer in der „Exklusive“-Ausstattung zum Beispiel ein Navi, einen schlüssellosen Zugang und die um Spurwechsel-, Totwinkel- und Querverkehrsassistenten erweiterte Eyesight-Ausstattung. Die Top-Ausstattung „Sport“ (31.700 Euro) bietet zusätzlich Ledersitze, 18-Zoll-Felgen, ein Glasschiebedach und vor allem eine elektrisch geregelte Drehmomentenverteilung (Active Torque Vectoring).

Im Preis-/Leistungsverhältnis bleibt der Impreza damit auch in der fünften Generation weiterhin attraktiv, zumal fünf Jahre Garantie gewährt werden. Die Kombination aus Allrad, Boxermotor, CVT-Getriebe und dem speziellen, mit zwei Stereokameras arbeitenden Eyesight-System wird vor allem Fahrer anziehen, die diese Exotik zu schätzen wissen und/oder einfach schon immer Subaru fahren. Trotzdem wird der Impreza in Deutschland weiterhin ein Nischenprodukt bleiben, gerade mal mit 300 Einheiten kalkuliert Subaru-Deutschland-Chef Christian Amenda für den Rest des Jahres. Zehnmal so viele Käufer werden sich dagegen wohl für das Schwestermodell XV entscheiden, einfach weil es eines der zurzeit so gefragten Kompakt-SUV ist. So ganz kann sich eben auch diese ganz spezielle Marke den Zeittrends nicht entziehen.

Subaru Impreza – Technische Daten:

Fünftürige, viersitzige Limousine der Kompaktklasse, Länge: 4,46 Meter, Breite: 1,78 Meter, Höhe: 1,48 Meter, Radstand: 2,67 Meter, Kofferraumvolumen: 385 – 835 Liter

1,6-Liter-Boxer-Vierzylinder-Benziner, 84 kW/114 PS, maximales Drehmoment: 150 Nm bei 3.600 U/min, Allradantrieb, Automatikgetriebe, 0-100 km/h: 11,8 s, Vmax: 180 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,2 Liter, CO2-Ausstoß: 140 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: C, Preis: ab 21.980 Euro (Trend)

2,0-Liter-Boxer-Vierzylinder-Benziner, 115 kW/156 PS, maximales Drehmoment: 196 Nm bei 4.000 U/min, Allradantrieb, Automatikgetriebe, 0-100 km/h: 9,8 s, Vmax: 205 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,6 Liter, CO2-Ausstoß: 152 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: D, Preis: ab 26.980 Euro (Comfort)

Subaru Impreza – Kurzcharakteristik:

Warum: weil man einfach ein anderes Kompaktauto will

Warum nicht: wenig Auswahl – nur zwei Benziner, keine Handschaltung

Was sonst: Peugeot 308, Kia Ceed, Mazda3, Toyota Auris, Renault Mégane

Wann kommt er: schon erhältlich

Peter Eck/SP-X
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