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    VW Amarok: Der Touareg fürs Grobe

    Hamburg (dpa-infocom) – Im Gegenwind der Klimakritik werden die großen Geländewagen immer schmächtiger und zivilisierter. Für echte Abenteurer und Asphalt-Cowboys wird die Auswahl deshalb dünner. Nur VW weicht mit dem Amarok vom Kurs ab.

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    Der Amarok ist gemacht für schlechte Pisten: Schlaglöcher, Bodenwellen und Geröllfelder können ihn kaum stoppen. (Bild: VW)

    Ein echter Offroader fürs Grobe

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    Große Ladefläche: Der Amarok kann eine Euro-Palette auch quer aufladen. (Bild: VW)

    Während auch der neue Touareg auf Kuschelkurs geht, fährt die Nutzfahrzeugsparte im Sommer für einen Schätzpreis zwischen 28 000 und 35 000 Euro den Amarok vor. Der erste Pick-up der Niedersachsen seit dem vom Toyota HiLux abgekupferten Taro ist ein Offroader aus altem Schrot und Korn. Schon auf den ersten Blick gibt der Amarok den Touareg fürs Grobe.

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    Für einen Offroader sind die Motoren ungewöhnlich klein: Zum Start gibt es den Amarok mit zwei 163 PS starken Turbo-Dieseln. (Bild: VW)

    So aufrecht wie der Ayers Rock

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    In Europa dürfte VW von seinem Pick-up nur kleine Stückzahlen absetzen. Handel und Handwerk setzen hier eher auf geschlossene Transporter. (Bild: VW)

    Zwar sind die beiden Modelle technisch weder verwandt noch verschwägert. Doch haben die Nutzfahrzeug-Entwickler zumindest die Designlinie übernommen – dabei aber jede Zurückhaltung abgelegt. Wo andere ihr Format kaschieren, bekennt sich der in Argentinien gebaute Amarok zu seiner Größe und steht so aufrecht in der Pampa wie der Ayers Rock im Outback. Was bleibt ihm bei 1,83 Metern Höhe, 1,94 Metern Breite und 5,25 Metern Länge auch anderes übrig.

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    Für ein Nutzfahrzeug sind Ambiente und Ausstattung des Amarok fast schon edel. (Bild: VW)

    Eine unverwüstliche Konstruktion

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    Die Entwickler des Amarok haben die Design-Linie des VW Touareg übernommen – technische haben die beiden Modelle aber wenig miteinander zu tun. (Bild: VW)

    Auch die Technik spricht für den harten Einsatz: Wo der Touareg eine selbsttragende Karosserie hat und seine Passagiere auf Luft bettet, steckt unter dem Amarok ein unverwüstlicher Leiterrahmen. Und die hintere Starrachse wird von Blattfedern gedämpft. Ohne Beladung auf einer guten Straße ist das nicht die komfortabelste Lösung. Doch auf schlechten Pisten ist der Amarok damit schier unschlagbar: Knietiefe Schlaglöcher, hüfthohe Bodenwellen, Geröllfelder, Schlammpfützen oder alpine Anstiege können den Pick-up kaum stoppen.

    Auf allen Vieren durch dick und dünn

    Dabei hilft ihm die in diesem Segment übliche Allrad-Ausstattung. In der Basisversion auch als Hecktriebler und für Deutschland mit automatischer Kraftverteilung lieferbar, startet er zunächst mit einem zuschaltbaren Allradantrieb samt Geländeuntersetzung und Hinterachssperre. Neu sind in diesem Segment elektronische Systeme wie der Helfer für steile Auf- und Abstiege sowie ein Offroad-ABS, das den Anhalteweg im Ernstfall um zwei Fahrzeuglängen verkürzt.

    Kleine Motoren für den großen Wagen

    Für dieses Segment ungewöhnlich klein sind die Motoren des Amarok. Denn mit Blick auf den Verbrauch und die Betriebskosten montiert VW einen nur zwei Liter großen Common-Rail-Diesel. Zum Start gibt es ihn mit zwei Turbos und 122 kW/163 PS. Später folgen eine abgespeckte Version mit 90 kW/122 PS und vielleicht auch ein Benziner.

    Der Selbstzünder hat zwar 400 Nm, wirkt auf dem Papier mit 11,1 Sekunden für den Sprint und 181 km/h Höchstgeschwindigkeit wie ein kräftiger Kerl und macht vor allem im Gelände eine gute Figur. Aber weil das sechsstufige Schaltgetriebe nicht richtig zum Motor passen will, gibt sich der Amarok auf der Straße ein wenig zäh: Zum Überholen braucht man viel Anlauf und für die flotte Fahrt viel Rückenwind. Da ist der Pick-up doch eher Last- als Lustkraftwagen.

    Edles Ambiente, umfangreiche Ausstattung

    Für ein Nutzfahrzeug edel und umfangreich sind Ambiente und Ausstattung. Immerhin gehören vier Airbags und ESP zur Serie. Gegen Aufpreis gibt es vom Leder bis zum Navi viele Extras. Dabei sitzt man in der Doppelkabine mit vier Türen und fünf Plätzen zumindest vorne ausgesprochen bequem auf großen Sesseln, blickt in ein schmuckes Cockpit und hat alle Schalter gut zur Hand.

    Eher für die Arbeit als fürs Abenteuer

    Zwar sieht die VW-Mannschaft tatsächlich auch eine Reihe von Privatkunden oder zumindest Mischnutzer am Steuer des Amarok, die damit werktags Schutt und Steine und am Wochenende ihr Sportgerät transportieren. Doch natürlich soll der Pritschenwagen in erster Linie ein Nutzfahrzeug sein. Mehr Wert als auf den Luxus haben die Entwickler deshalb auf die Ladekapazität gelegt.

    Eine Euro-Palette passt quer drauf

    Kein anderes Auto in dieser Klasse könne so viel schultern, sagt Markenvorstand Wolfgang Schreiber mit Blick auf 1,15 Tonnen Nutzlast. Außerdem sei der Amarok der einzige in seiner Liga, auf dem man eine Euro-Palette auch quer aufladen kann. Möglich macht das die breite Ladefläche, die selbst zwischen den Radkästen noch 1,22 Meter misst. Und wenn alles nicht hilft, kann man noch 2,8 Tonnen an den Haken nehmen.

    Fazit: Trotz aller Qualitäten ein Exot

    Mit dem Amarok kommt VW spät, aber gewaltig. Trotzdem werden die erfolgsverwöhnten Niedersachsen damit in Europa nur kleine Brötchen backen können. Weltweit ist der Pick-up zwar ein wichtiges Segment mit mehr als zwei Millionen Zulassungen. Doch bei uns setzen Handel, Handwerk und Gewerbe eher auf geschlossene Transporter. Und für Privatkunden ist der Amarok nicht viel mehr als ein faszinierendes Abenteuerspielzeug. Dumm nur, dass es zwischen Flensburg und Garmisch so wenig Schotterpisten gibt.

    Datenblatt: VW Amarok
    Motor und Antrieb:Vierzylinder-Common-Rail-Diesel
    Hubraum:1968 ccm
    Max. Leistung:120 kW/163 PS bei 4000 U/min
    Max. Drehmoment:400 Nm bei 1500-2000 U/min
    Antrieb:Heckantrieb, Allrad zuschaltbar
    Getriebe:Sechsgang-Schaltgetriebe
    Maße und Gewichte
    Länge:5254 mm
    Breite:1944 mm
    Höhe:1834 mm
    Radstand:3095 mm
    Leergewicht:1993 kg
    Zuladung:1147 kg
    Fahrdaten
    Höchstgeschwindigkeit:181 km/h
    Beschleunigung 0-100 km/h:11,1 s
    Durchschnittsverbrauch:7,8 Liter/100 km
    Reichweite:1010 km
    CO2-Emission:206 g/km
    Kraftstoff:Diesel
    Kosten
    Basispreis der Modellreihe:ca. 28 000 Euro
    Grundpreis des Amarok 163 PS, DoKa, Highline:ca. 35 000 Euro
    Typklassen:liegen noch nicht vor
    Kfz-Steuer pro Jahr:k.a.
    (alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke)
    Wichtige Serienausstattung
    Sicherheit:ESP, Front- und Seiten-Airbags, Offroad-ABS
    Komfort:Klimaanlage, Zentralverriegelung, Tempomat

    Ratgeber: Autotest
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