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    Vom alten Schlag – Test: Ssangyong Korando

    Wurden SUV früher ihrer praktischen Eigenschaften wegen gekauft, spielt heute der Lifestyle-Aspekt die größere Rolle. Der Ssangyong Korando ist so gesehen ein Modell vom alten Schlag.

    Für 19.900 Euro gibt es die schon normalerweise die ganz gut ausgestattete Basisvariante inklusive fünf Jahre Garantie
    Für 19.900 Euro gibt es die schon normalerweise die ganz gut ausgestattete Basisvariante inklusive fünf Jahre Garantie

    Wo Hyundai und Kia ihre Fahrzeuge zu einem Großteil in Europa entwickeln und produzieren und sich auch preislich längst
    Wo Hyundai und Kia ihre Fahrzeuge zu einem Großteil in Europa entwickeln und produzieren und sich auch preislich längst an Volumenhersteller wie Opel oder Ford annähern, pflegt der Ssangyong noch die alten koreanischen Tugenden

    Die Firmengeschichte des koreanischen Autoherstellers Ssangyong begann mit dem Lizenznachbau von Jeep-Modellen für die US-Armee. Ein kleiner Teil des Erbes hat sich bis zum Lifting des heutigen Einstiegsmodells Korando erhalten. Das Kompakt-SUV ist zwar anders als sein Urahn kein echter Geländewagen mehr, aber auch noch lange kein weichgespülter Crossover. Der Allrader ist so etwas wie die uneitle Alternative in einem von Lifestyle-Modellen bestimmten Markt.

    Der Ssangyong Korando erhält ein Lifting
    Der Ssangyong Korando erhält ein Lifting

    Dass der Korando eher ein kerniger Vertreter seiner Klasse ist – darüber kann auch die gerade frisch aufpolierte Front nicht hinwegtäuschen. Kompakte Länge, hoher Aufbau und ein eher schmuckloses Blechkleid lassen ihn neben modernen Softroadern wie Nissan Qashqai, VW Tiguan oder Ford Kuga leicht blässlich wirken. Auch der Innenraum kann nicht verhehlen, dass der immerhin schon seit 2010 gebaute Koreaner bei Optik und Ambiente nicht mehr auf der Höhe ist. Daran ändert auch das im Sommer erfolgte leichte Lifting nichts. Immerhin: Die Verarbeitung stimmt, die Bedienung geht nach einiger Gewöhnung leicht von der Hand.

    Die bessere Wahl im Korando ist der Diesel mit 131 kW/178 PS aus angemessenen 2,2 Litern Hubraum und einem kräftigen Dre
    Die bessere Wahl im Korando ist der Diesel mit 131 kW/178 PS aus angemessenen 2,2 Litern Hubraum und einem kräftigen Drehmoment von 400 Newtonmetern

    Lässt man Lifestyle-Aspekte außen vor, hat der Korando aber durchaus die Eigenschaften an Bord, die den Boom der SUV erst möglich gemacht haben. Da wäre zunächst das üppige Raumangebot: Vorne wie hinten sitzt es sich für jeweils zwei Personen luftig und bequem, selbst wenn sie groß gewachsen sind. Für einen dritten dauerhaften Fondpassagier fehlt es jedoch an Fahrzeugbreite. Ein Malus, der in engen Baustellenspuren allerdings zum Bonus wird; die einschlägige Konkurrenz von Nissan und Co. mit ihren breiten Hüften will dort deutlich vorsichtiger bewegt werden. Generell fühlt sich der Korando für ein SUV einigermaßen handlich an. Der Rundumblick geht in Ordnung, wirklich gut ist jedoch der Blick nach vorne. Der ist der selbst für SUV-Verhältnisse hohen Sitzposition geschuldet, die auch Fahrern mit Rückenproblemen entgegenkommt. Diese allerdings dürften wiederum Probleme beim Beladen des Kofferraums bekommen. Der ist zwar von ansprechender Größe und praktischem Zuschnitt, verschanzt sich aber auch hinter der bauarttypisch recht hohen Ladekante.

    Preis und Garantie überzeugen
    Preis und Garantie überzeugen

    Während das Raumkonzept also durchaus gefallen kann, ist der Korando auf der Straße allenfalls Durchschnitt. Das Fahrwerk ist eher komfortable abgestimmt, neigt auf ungleichmäßigem Untergrund aber zum Poltern und Holpern. In Kurven lehnt sich der Koreaner gutmütig und gelassen zur Seite. Und auch die wenig konturierten Sitze wecken dort keinen Bedarf nach zügiger Fahrt. Gleiches gilt für den immerhin 131 kW/178 PS starken 2,2-Dieselmotor, der es trotz üppigen Drehmoments mit dem fast zwei Tonnen schweren Ssangyong nicht eben leicht hat. Entsprechend hoch fällt auch der Testverbrauch von knapp acht Litern aus. Fahr- oder Sparspaß ist also weniger die Mission des Korando. Wo es aber etwas zu arbeiten gibt, ist er zur Stelle. In Kombination mit dem optionalen Allradantrieb und dem 131 kW/178 PS starken Diesel darf er bis zu 2.000 Kilogramm an den Haken nehmen, die Zuladung von rund 500 Kilogramm und die zulässige Dachlast von 75 Kilogramm sind ebenfalls aller Ehren wert.

    Auch die Sitze überzeugen
    Auch die Sitze überzeugen

    Ob die robuste Attitüde und das hohe Arbeitsethos gegen die überstarke Konkurrenz in der kompakten SUV-Klasse reichen? Letztlich dürfte das auch eine Frage des Preises sein. Die Basisvariante des Koreaners gibt es laut Liste bereits für günstige 20.000 Euro, dann mit Benzinmotor und Frontantrieb sowie ordentlicher Ausstattung. Wer Allradantrieb will, muss jedoch bereits 27.000 Euro investieren. Für das gleiche Geld gibt es den Diesel mit Frontantrieb, das entsprechende Allradmodell kostet 29.000 Euro. Der voll ausgestattete Testwagen hatte sogar einen Gegenwert von 34.090 Euro. Ein echtes Schnäppchen ist der Koreaner dann nicht mehr. Zumindest hält die großzügige fünfjährige Garantie die Folgekosten niedrig.

    Innen ist der Korando  überraschend solide und liebevoll eingerichtet
    Innen ist der Korando überraschend solide und liebevoll eingerichtet

    Technische Daten – Ssangyong Korando 2.2 E-XDI AWD:

    Fünftüriger, fünfsitziger SUV der Kompaktklasse; Länge: 4,41 Meter, Breite: 1,83 Meter, Höhe: 1,68 Meter (mit Dachreling: 1,71 Meter), Radstand: 2,65 Meter, Kofferraumvolumen: 486 – 1.312 Liter

    2,2-Liter-Diesel, 131 kW/178 PS, Automatik, Allradantrieb, maximales Drehmoment: 400 Nm bei 1.400 – 2.800 U/min, 0-100 km/h: 10,8 s, Vmax: 185 km/h, Normverbrauch: 6,9 Liter/100 Kilometer, Testverbrauch: 7,9 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 179 g/km, Euro 6, Effizienzklasse: B, Preis: ab 30.990 Euro

    Kurzcharakteristik – Ssangyong Korando:

    Warum: weil er praktisch ist und auf Schnickschnack verzichtet

    Warum nicht: weil er neben seinen Wettbewerbern alt aussieht

    Was sonst: Dacia Duster, Nissan Qashqai, Kia Sportage

    Holger Holzer/SP-X

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