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    Opel Insignia OPC: Mit Vollgas dem Frust davonfahren

    Hamburg (dpa-infocom) – Aus der Modellflut bei Opel sticht bei den diversen Insignia-Varianten, die in den vergangenen Monaten mit überraschend guten Absätzen von sich Reden machten, ein richtiger Stimmungsmacher hervor: der Insignia OPC.

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    Der Insignia aus dem Opel Performance Center (OPC) ist das stärkste Straßenmodell der Firmengeschichte. (Bild: Opel)

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    Seelenmassage für PS-Praktiker: In 6,0 Sekunden auf Tempo 100 – da wirkt die Limitierung auf 250 km/h fast wie Willkür (Bild: Opel)

    Der Sportler der krisengeschüttelten Opelaner

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    Raubtier mit Stützeffekt: Die Sportsitze tragen ein Gütesiegel der Aktionsgemeinschaft Gesunder Rücken. (Bild: Opel)

    Mit 239 kW/325 PS ist der Sportler aus dem Opel Performance Center (OPC) das stärkste Straßenmodell der Firmengeschichte und damit das richtige Auto, um in Krisenzeiten zwischendurch auch mal auf andere Gedanken zu kommen.

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    Das Fahrwerk passt zum kräftigen Motor: Wenn die Instrumentenbeleuchtung glutrot anläuft, werden auch die Federn und Dämpfer härter. (Bild: Opel)

    Auslauf bis 250 km/h

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    Kraft, die betankt werden will: Wer die 325 Pferde voll ausreiten möchte, muss sich über einen Verbrauch von 20 Litern nicht wundern. (Bild: Opel)

    Die Psychotherapie für PS-Praktiker beginnt schon beim Anlassen: Der mit neuer Motorsteuerung und Sportauspuff getunte 2,8-Liter-Sechszylinder beginnt laut zu grollen, wenn man nur den Fuß ans Pedal lehnt. Tritt man kräftig zu und lässt den ersten Gang einschnappen, folgt ein kurzes Dröhnen bei 2000 Touren. Dann beginnt der Turbo zu kreischen und der heiße Hesse schießt flink davon. Dank Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung mittlerweile hinreichend trittsicher, beschleunigt er kraft- und schwungvoll in 6,0 Sekunden auf Tempo 100. Auch jenseits von 200 km/h hat er noch so viel Dampf, dass die Limitierung auf 250 km/h nach Willkür aussieht. Nicht umsonst läuft der Wagen laut OPC über 270 Sachen.

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    Die senkrecht verchromten Lüftungsschlitze machen dem Vordermann klar: Mach Platz, oder es wird ungemütlich. (Bild: Opel)

    Der V6-Turbo ist Kraftprotz und Kampftrinker

    Wer mit dem Insignia OPC hart am Limit fahren will, braucht allerdings nicht nur einen schweren Gasfuß, sondern auch einen flinken Schaltarm. Denn wo die Konkurrenz in dieser Leistungsklasse auf Automatik- oder Doppelkupplung setzt, gibt es den OPC nur mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe. Das ist zwar gut geführt, hat aber relativ lange Schaltwege und muss zudem oft bemüht werden. Gemütlich gleiten kann man natürlich bei so viel Anzugskraft jederzeit in beinahe jedem Gang. Doch ihren Gipfel erreicht die Drehmomentkurve erst jenseits von 5000 Touren, so dass man vor einem Zwischenspurt lieber kurz herunterschaltet.

    Wer so fährt, darf sich freilich über einen hohen Verbrauch nicht wundern. Schon bei gemäßigter Gangart muss man mit knapp 12 Litern rechnen. Und wer den 325 Pferden ihren Lauf lässt und ein langes Autobahnstück ohne Limit findet, kann locker 20 Liter verheizen.

    Das Fahrwerk ist straff und spurstabil

    Zum kräftigen Motor passt das Fahrwerk: In der Grundstellung straff, aber nicht unkomfortabel, kann man seinen Charakter auf Knopfdruck ändern. Dann färbt sich nicht nur die Instrumentenbeleuchtung glutrot ein, sondern Federn und Dämpfer werden härter und der Insignia fährt wie ein ICE durch die Kurven – genau so schnell, aber manchmal auch so ungehobelt. Außerdem könnte zumindest im Rennmodus die Lenkung ein wenig direkter sein.

    Dank Allrad kommt die Kraft sicher auf die Straße

    Vollkommen problemlos dagegen ist die Traktion. Obwohl der Insignia als Fronttriebler entwickelt wurde und 435 Nm für die wuchtigen 245er Reifen eine schwere Prüfung sein können, bringt die Sportlimousine die Kraft gut auf die Straße. Dabei hilft ihr ein variabler Allradantrieb, der Schlupf sehr schnell unterbindet und so dafür sorgt, dass die Leistung nicht nur in Schall und Rauch aufgeht.

    Im Rückspiegel fletscht der Insignia die Zähne

    Zwar sind die Zeiten von breiten Schwellern, dicken Spoilern und dem legendären Fuchsschwanz bei Opel spätestens seit dem Manta vorbei. Doch trägt natürlich auch der Insignia OPC seine Muskeln zur Schau: Innen gibt es enge, aber bequeme Sportsitze (die einzigen mit dem Gütesiegel der Aktionsgemeinschaft Gesunder Rücken) sowie ein unten abgeflachtes Lenkrad. Und außen duckt sich der Wagen tief auf die Straße, macht dicke Backen, hat ein knackiges Heck und wirkt mit den senkrecht verchromten Lüftungsschlitzen im Rückspiegel, als fletsche ein Raubtier seine Reißzähne. Mach Platz, oder es wird ungemütlich, lautet die unmissverständliche Botschaft.

    Fazit: PS sind manchmal besser als eine Psychotherapie

    Natürlich bedient der Insignia OPC nur eine kleine Kundenschicht, die für den stärksten Opel aller Zeiten einen Grundpreis von 44 900 Euro bezahlt und den Expresszuschlag von über 20 000 Euro auf das Basismodell locker wegsteckt. Doch ist der ambitionierte Leistungsträger mit potentem Motor und gut ausbalanciertem Fahrwerk nicht nur gut fürs Image, sondern auch fürs Selbstwertgefühl und die Stimmung der Hessen. Manchmal helfen PS eben besser als Psychotherapie.

    Datenblatt: Opel Insignia OPC
    Motor und Antrieb:V6-Benziner mit Turbolader
    Hubraum:2792 ccm
    Max. Leistung:239 kW/325 PS bei 5250 U/min
    Max. Drehmoment:435 Nm bei 5250 U/min
    Antrieb:Allrad mit variabler Kraftverteilung
    Getriebe:Sechsgang-Schaltgetriebe
    Maße und Gewichte:
    Länge:4830 mm
    Breite:1856 mm
    Höhe:1498 mm
    Radstand:2737 mm
    Leergewicht:1810 kg
    Zuladung:505 kg
    Kofferraumvolumen:500-1010 Liter
    Fahrdaten:
    Höchstgeschwindigkeit:250 km/h
    Beschleunigung 0-100 km/h:6,0 s
    Durchschnittsverbrauch:11,4 Liter/100 km
    Reichweite:610 km
    CO2-Emission:268 g/km
    Kraftstoff:Super Plus
    Schadstoffklasse:EU5
    Kosten:
    Basispreis der Modellreihe:23 100 Euro
    Grundpreis des Insignia OPC:44 900 Euro
    Typklassen:KH 17/VK 25/TK 27
    Kfz-Steuer pro Jahr:352 Euro/Jahr
    (alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke)
    Wichtige Serienausstattung:
    Sicherheit:ESP, Front-, Seiten- und Kopf-Airbags, Allradantrieb
    Komfort:Klimaautomatik, E-Fensterheber, Zentralverriegelung, Tempomat

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