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    Winterpause fürs Motorrad – Einmotten in drei Schritten

    Essen/München (dpa/tmn) - Die letzten Tage der Motorradsaison sind angezählt. Bald verschwindet die Maschine für Monate in der Versenkung. Doch die Winterpause will vorbereitet werden. Wer kein System hat, macht sich unnötig viel Arbeit.

    Rostschutz für das Motorrad
    Wer seine Maschine vor dem Einmotten gründlich wäscht und konserviert, erlebt im nächsten Frühjahr keine böse Überraschung.
    Foto: Monique Wüstenhagen - DPA

    Im Herbst legen viele Biker eine Fahrpause ein. Damit ihre Motorräder gut überwintern und zu Beginn der nächsten Saison startklar sind, sollten sie sich etwas Arbeit machen. So werden Maschine und Schutzausrüstung in drei Schritten eingemottet:

    Blick auf den Peilstab
    Die Ölstandkontrolle gehört zu den Wartungsarbeiten am Motorrad vor der Winterpause.
    Foto: Monique Wüstenhagen - DPA

    Schritt 1: Die Fahrzeugwäsche

    Kleiderpflege für den Winter
    Am Ende der Motorradsaison hat auch die Schutzausrüstung etwas Aufmerksamkeit verdient.
    Foto: Monique Wüstenhagen - DPA

    Die Reinigung des Motorrads ist Grundvoraussetzung dafür, dass es in der Winterpause keinen Rost ansetzt, sagt Michael Lenzen vom Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM). Schmutz bindet Feuchtigkeit und begünstigt die Korrosion. Die Fahrzeugwäsche auf der Straße oder in der Garageneinfahrt ist verboten. Wer auf einem Waschplatz zum Hochdruckreiniger greift, sollte damit sehr vorsichtig sein, warnt Lenzen: «Den Wasserstrahl immer mit genügend Abstand auf die Maschine richten und auf keinen Fall direkt auf die Radlager.» Elektrische Bauteile und Verbindungen vertragen auch keine Hochdruckwäsche.

    Auf die Wäsche folgt Lenzen zufolge das Konservieren. Lackierte und verchromte Teile sollten mit Fahrzeugpolitur und Wachs behandelt werden. Gegen Rost hilft auch Korrosionsschutzöl. Das Öl darf beim Aufsprühen aber nicht auf Bremsen, Fußrasten und Hebel geraten. Eine Reinigung und frisches Fett verlängern die Lebensdauer der Kette. «Grafitöl für die Schlösser hält diese leichtgängig, und auch den Lagern der Hebeleien tut etwas Schmiermittel gut», sagt Lenzen. Lackschäden sollten gesäubert und mit einem Lackstift ausgebessert werden. Sonst bieten sie Rost einen idealen Nährboden. Spezielle Pflegemittel halten Gummi- und Kunststoffteile geschmeidig.

    Schritt 2: Der Technikcheck

    Die Wartungsarbeiten vor der Winterpause gehen im Prinzip schon in den Frühjahrscheck über. «Wer also im Herbst schon fleißig ist, kann im Frühjahr schneller wieder durchstarten», sagt Matthias Haasper vom Institut für Zweiradsicherheit (ifz). Die Kontrolle der Füllstände von Öl, Wasser und Bremsflüssigkeit ist schnell erledigt. Anschließend gilt es, die Kettenspannung, Ritzel und Bremsbeläge zu checken sowie den Luftfilter zu reinigen. Die Batterie sollte ausgebaut, frostgeschützt aufbewahrt und gelegentlich nachgeladen werden.

    Wer ein Motorrad mit Blechtank vor der Winterpause randvoll mit Sprit befüllt, verhindert Korrosion an der Innenwand. Plastiktanks sollten dagegen möglichst leer sein, weil Kraftstoffbestandteile durch den Kunststoff entweichen können. Haasper empfiehlt, bei Maschinen mit Vergaser die Schwimmerkammer zu leeren, damit später keine klebrigen Spritreste die Funktion beeinträchtigen: Man schließt den Benzinhahn und lässt den Motor so lange laufen, bis er ausgeht.

    Idealerweise überwintern Motorräder aufgebockt in einer trockenen und gut belüfteten Garage. Wer seine Maschine unter freiem Himmel abstellt, sollte unbedingt eine wasserdichte und atmungsaktive Plane darüberlegen, damit sich kein Rost durch Kondenswasser bilden kann.

    Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen müssen auf einem Privatgrundstück stehen, solange sie durch die Saisonbeschränkung abgemeldet sind. Das betrifft nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts rund ein Viertel der 3,9 Millionen in Deutschland zugelassenen Motorräder. Der Diebstahl- und Brandschutz der Kfz-Kaskoversicherung besteht nur in einem «befriedeten Bereich», also zum Beispiel in einem Hinterhof mit Tor.

    Schritt 3: Die Pflege der Schutzkleidung

    Nach dem Einmotten des Motorrads ist die Schutzausrüstung an der Reihe: den Helm mit milder Seifenlauge abwaschen, Fliegenreste aus den Lüftungen entfernen. Dann den Kopfschutz trocknen lassen und möglichst mit einem Stoffüberzug vor Staub schützen.

    Damit Bekleidung aus Glattleder bis zum nächsten Frühjahr geschmeidig bleibt, empfiehlt ADAC-Motorradexperte Ruprecht Müller, Schmutz mit Kernseife und einem feuchten Schwamm behutsam zu entfernen. Danach die trockenen Oberflächen mit Imprägnierspray einsprühen und dann mit Fett oder Lederöl einreiben.

    Mit Lederfetten aller Art muss man sparsam umgehen, damit die Kleidung atmungsaktiv bleibt, erklärt Müller. Bekleidung aus Velours- oder Nubukleder darf nicht mit Fett, sondern nur mit Spezialmitteln behandelt werden.

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