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Wie sinnvoll ist Tempo 80 auf Landstraßen? – Frankreich senkt Maximalgeschwindigkeit

Auf einer gut ausgebauten Landstraße zwangsweise mit 80 km/h vor sich hinbummeln? Das führt zu Autofahrer-Frust. Besser ist eine andere Lösung.

. Im ersten Halbjahr 2015 sind 1.593 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, das sind 22 Personen oder 1,4 Prozen
. Im ersten Halbjahr 2015 sind 1.593 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, das sind 22 Personen oder 1,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum

Um die Zahl der Verkehrstoten zu verringern, will Frankreich das auf Landstraßen erlaubte Maximaltempo verringern: Ab 1. Juli soll die Höchstgeschwindigkeit von 90 auf 80 km/h gesenkt werden. In Deutschland passieren die meisten Unfälle mit tödlichen Folgen ebenfalls auf Landstraßen. Den Vorstoß unseres Nachbarlandes halten Unfallforscher für deutsche Straßen jedoch nur bedingt für tauglich. Typische Ursache für schwere Landstraßen-Unfälle ist überhöhte Geschwindigkeit. „Wenn die Zahl der Todesfälle im Straßenverkehr in Deutschland weiter sinken soll, dann müssen wir über angemessene Geschwindigkeiten auf Landstraßen reden“, so Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates. Der DVR fordert schon seit einigen Jahren, die Höchstgeschwindigkeit auf schmalen Landstraßen mit einer Fahrbahnbreite von bis zu sechs Metern, auf 80 km/h zu senken. Der Deutsche Verkehrsgerichtstag empfahl bereits 2015, die Regelgeschwindigkeit – also aktuell 100 km/h – auf 80 km/h zu senken und im Gegenzug gut ausgebaute Straßen für Tempo 100 freizugeben. In die gleiche Kerbe schlägt die Unfallforschung der deutschen Versicherer (UDV): „Sinnvoller als ein generelles Tempolimit ist es, die Geschwindigkeit je nach Ausbauzustand festzulegen“, sagt UDV-Leiter Siegfried Brockmann. Bei schmalen, schlecht ausgebauten Straßen würde dann Tempo 70 gelten, bei breiteren Straßen in besserem Zustand 90 oder 110 km/h, gemäß dem Regelwerk RAL (Richtlinie für die Anlage von Landstraßen), das für den Bau neuer Straßen gilt. Der Vorteil dieser Regelung: Das Limit orientiert sich an der realen Gefahr und ist für den Autofahrer leichter einzusehen. Vor allem Letzteres ist laut Brockmann ein wichtiger Aspekt, da sonst nach Erkenntnissen der Unfallforschung die vorgegebene Geschwindigkeit einfach nicht eingehalten wird. Der Großteil der Landstraßen ist hierzulande allerdings nicht umfassend ausgebaut: Grob geschätzt würden laut Brockmann bis zu 15 Prozent der Landstraßen für 110 km/h freigegeben werden können, auf den meisten Straßen (85%) wäre dann eine Verringerung Maximalgeschwindigkeit notwendig, auf 90 oder 70 km/h.

Hanne Schweitzer/SP-X

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