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    So gelingen längere Motorradtouren

    Sommerzeit, Urlaubszeit! Auch die Saison für längere Motorradfahrten hat begonnen. Damit Touren zum perfekten Erlebnis wird, müssen Biker jedoch die richtige Maschine wählen - und die Beladung muss stimmen.

    Harley Davidson Ultra Limited
    Unterwegs zu zweit: Wer - wie hier auf einer Harley Davidson Ultra Limited - einen Sozius mitnimmt, braucht besonders große Zulademöglichkeiten.
    Foto: Benedict Campbell/Harley Davidson/dpa-tmn

    München (dpa/tmn). Die Wetterprognose klingt günstig, das Wochenende naht, die Maschine steht vollgetankt vor der Tür. Was gibt es da für einen Motorradfahrer Schöneres, als sich auf die Sitzbank zu schwingen, den Helm aufzusetzen und auf eine längere Tour zu gehen?

    Letzte Kontrolle vor Fahrtbeginn
    Vor der Abfahrt zur Tankstelle: Vor längeren Fahrten mit Gepäck sollten Biker den Luftdruck ihrer Maschinen überprüfen und anpassen.
    Foto: ifz/dpa-tmn

    „Für längere Touren mit Gepäck und gegebenenfalls Sozius eignen sich vorrangig Tourer, Sporttourer und Reiseenduros“, erläutert Ruprecht Müller vom ADAC. Aber auch Allrounder, Naked Bikes und Cruiser kämen infrage. Der Vorteil bei Reiseenduros liegt in der ergonomisch ermüdungsfreien Sitzposition, genug Platz und der Zulademöglichkeit. Außerdem haben Reiseenduros wegen ihrer längeren Federwege und größeren Vorderräder weniger Probleme mit schlechten Straßen.

    Triumph Tiger 800 XRT
    Geringer Pflegeaufwand, längere Federwege, günstige Sitzposition: Reiseenduros wie die Triumph Tiger 800 XRT bieten auf längeren Fahrten viele Vorteile.
    Foto: Alessio Barbanti/Triumph/dpa-tmn

    „Wer viel Wert auf Komfort legt, setzt auf Griffheizung sowie höhere Windschilder“, sagt ADAC-Experte Müller. Kalte Finger verlangsamen die Reaktion, was zulasten der Sicherheit geht. Koffer können durch sogenannte Softbags ersetzt werden und Topcases durch Gepäckrollen.

    Yamaha XT1200ZE Super Ténéré
    Kurvenreiche Strecken abseits ihrer Hauspisten: Das wollen viele Motorradfahrer im Urlaub erleben, hier mit einer Yamaha XT1200ZE Super Ténéré.
    Foto: Alessio Barbanti/Yamaha/dpa-tmn

    „Softbags und Gepäckrollen haben den Vorteil, dass sie entsprechend dem akuten Platzbedarf angepasst werden können. Dadurch ist diese Packweise meist kompakter als bei Koffern und Topcases mit festem Volumen“, sagt Müller. Softbags seien aber oft nicht wasserdicht, Gepäckrollen schon. Rucksäcke, die der Fahrer die ganze Zeit tragen muss, können dagegen die Blutzirkulation in den Armen einschränken.

    BMW K 1600 GT
    Ab in die Berge! Zu den klassischen Tourern, mit denen viele Biker auf Reisen gehen, zählt die BMW K 1600 GT.
    Foto: Daniel Kraus/BMW/dpa-tmn

    Matthias Haasper vom Institut für Zweiradsicherheit (ifz) rät zu einem Tankrucksack. Dort hinein gehören Dinge, die rasch zur Hand sein sollten, darunter Kartenmaterial, Wasserflasche, Snacks, Regenkombi, Fotoapparat und Smartphone. Die Seitenkoffer oder Satteltaschen eignen sich am besten für den Transport von Wäsche- und Kleidungsstücken. Auf der Gepäckbrücke schließlich landen Zelt, Schlafsack und Isomatte, verpackt in einer wasserdichten Gepäckrolle.

    Blick aufs Navi
    Immer die richtige Route im Blick: Bei längeren Fahrten abseits bekannter Strecken lohnt sich der Einsatz eines Navigationsgeräts im Motorradcockpit.
    Foto: ifz/dpa-tmn

    Beim Packen sollten Fahrer darauf achten, dass der Schwerpunkt tief bleibt. „Schwere Gepäckstücke sollten deshalb nach ganz unten in den Koffern oder Packtaschen“, sagt Haasper. Wichtig sei auch, dass die Lastverteilung auf die beiden Räder nicht zu stark verändert wird. „Sonst kann das Motorrad in der Lenkung zu schwimmen beginnen, was ein exaktes Manövrieren erschwert.“ Unter www.ifz.de und www.adac.de finden Fahrer umfangreiche Packlisten.

    Zelten mit dem Motorrad
    Große Freiheit: Viele Biker - hier unterwegs mit der Suzuki V-Storm 1000XT - ziehen das Zelt einer Hotelübernachtung vor.
    Foto: Suzuki/dpa-tmn

    Vor längeren Touren sollten Motorradfahrer ihre Maschine durchprüfen und bei Verschleißteilen die zu erwartende Belastung einkalkulieren. „So kann ein Reifentausch während der Tour nötig werden, auch wenn vor Tourbeginn noch einiges an Puffer vorhanden ist“, sagt Haasper. Michael Lenzen vom Bundesverband der Motorradfahrer erinnert daran, Luftdruck und Fahrwerk an das höhere Gewicht anzupassen. Bei modernen Maschinen lässt sich manchmal der Dämpfer verstellen.

    Ducati Multistrada 950
    Beliebt für längere Touren sind Reiseenduros wie die Ducati Multistrada 950.
    Foto: Ducati/dpa-tmn

    „Generell sollte das Gepäck nicht einfach auf dem Gepäckträger in die Höhe gestapelt werden, sondern möglichst gut verteilt werden“, sagt Lenzen. Auch sei darauf zu achten, dass Blinker und Bremslicht nicht verdeckt werden. „Wer noch nie mit zwei Personen und Gepäck unterwegs war, sollte vor der großen Urlaubstour einmal seine Hausstrecke in voller Beladung absolvieren“, rät Lenzen. Und unterwegs sollten Biker auf nicht zu lange Etappen achten - sonst leidet die Konzentration.

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