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    Mit militärischen Mitteln gegen Autohacker – Magna

    Computer-Hacker sind immer häufiger fähig, Autos virtuell zu kidnappen oder in Gefahr zu bringen. Magna will dies verhindern. Und hat sich dazu einen Partner aus dem Militärbereich an Bord geholt. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann beim Kauf seines nächsten Fahrzeugs aber auch einen ganz einfachen Tipp beachten.

    Hacker erkannt - das Cybersicherheitsteam von Magna blockiert jetzt den Virus oder Trojaner, bevor er im Bordnetz ist
    Hacker erkannt - das Cybersicherheitsteam von Magna blockiert jetzt den Virus oder Trojaner, bevor er im Bordnetz ist

    Wenn Israels Militär sich um Sicherheit kümmert, dann schafft es wahrscheinlich keine Schimmelspore unbemerkt über die Mauern einer Kaserne. Die Armee ist ja bekannt für Findergeist und Akribie, wenn es um den Schutz des kleinen Landes geht. Da ist es ein beruhigender Gedanke, dass sich Software-Spezialisten mit dem militärischen Hintergrund der High-Tech-Einheit 8200 nun auch darum bemühen sollen, die virtuellen Feinde aus unseren Fahrzeugen herauszuhalten.

    Denn der Autozulieferer Magna hat sich zusammen mit der Allianz-Versicherung an dem israelischen Start-Up Argus Cyber Security beteiligt - und will unsere Autos künftig mit einer Art Firewall gegen Datendiebe und Hacker ausstatten. „Die Hersteller müssen da jetzt handeln”, meint Anton Mayer, Entwicklungschef beim zweitgrößten Zulieferer der Welt.

    Im vergangenen Jahr hat etwa Fiat-Chrysler in den USA 1,4 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen, weil einige Jeep-, Chrysler- und Dodge-Modelle via Entertainment-System plötzlich ferngesteuert werden konnten - sogar eine absolut sicherheitsrelevante Funktion wie die Bremse war betroffen. So etwas wäre bei deutschen Herstellern aber nicht möglich, sagt Andreas Koppe, Software-Experte bei Magna. Denn anders als die Italo-Amerikaner verwenden sie zwei voneinander unabhängige Bordsysteme. Eines für Unterhaltungs- oder Kommunikations-Funktionen - und abgeschottet ein zweites für Brems-, Lenkungs-, oder Assistenzsysteme.

    Aber auch das biete keine hundertprozentige Sicherheit, so Koppe: „Vernetzte Fahrzeuge sind eben auch verwundbare Fahrzeuge.” Die israelische Beteiligung ermöglicht darum ähnlich wie Sicherheits-Programme a la Kaspersky oder Avira ein Schutzprogramm, das die Angriffe von außen verhindern und Datendiebe aufhalten soll. Verständlicherweise interessiert sich besonders Fiat-Chrysler bereits sehr für den Einsatz.

    Koppe sagt aber auch, dass prinzipiell am Vernetzen kein Weg vorbei geht: „Der Verkehr wird immer dichter - und zugleich wollen wir weniger Staus und sichereres Reisen - das lässt sich nur bewerkstelligen, wenn Autos mit Ampeln, Gebäuden, anderen Fahrzeugen und Cloud-Informationen kommunizieren.” Millionen Menschen nutzen das zum Beispiel bei Online-Navigation über ihr Smartphone bereits.

    Noch besser werden die Systeme aber gerade dann, wenn sie Infos aus dem Fahrzeuginneren bekommen. Wann bremst der Fahrer? Wie sieht die Beschleunigung oder Traktion aus? Dadurch können Verkehrsvorhersagen für alle Teilnehmer abgeleitet werden - und auch die Lenker selbst können etwa sparsamer fahren, wenn die Schaltung schon weiß, dass nach 300 Metern hinter einer Kurve eine rote Ampel kommt. Denn dann kann das Fahrzeug sachte herunterschalten oder emissionsfrei segeln.

    „Darum muss es auch einen Datenaustausch zwischen sicherheitsrelevanten Systemen an Bord und dem Internet geben”, sagt Koppe. Und da setzen die Sicherheitsdienstleister an. Sie überwachen ständig den Datenverkehr - und sorgen zum Beispiel dafür, dass Viren aus einer App auf einem Android-Handy es nicht in die Tiefen des Motormanagements schaffen. Dazu stoppen sie den Datenverkehr der Car-Hacker, isolieren eventuell Viren oder Trojaner und melden Sicherheitsprobleme an den Hersteller. Der kann dann das System schnellstmöglich wieder updaten.

    Und das bald immer öfter „Over the Air” - wie beim Smartphone. Das Update der Software wird in Zukunft gleich über die Hersteller-Cloud gehen, so Koppe. „Meines Wissens macht das bisher erst Tesla - aber das ist der Trend”. Denn es spart dem Kunden einen lästigen Werkstattbesuch, dem Hersteller teure Arbeits- und Materialstunden - und bringt die Möglichkeit, sich neue Funktionen etwa beim Assistenzsystem nachträglich auf das Auto zu laden. „Ein Service-Vorteil, den die Menschen schätzen werden - aber den die Autohersteller noch nicht so nutzen wie möglich”, sagt Koppe.

    Allerdings eben auch ein neues Einfallstor für Datendiebe oder Car-Hacker. Gibt es aus diesem Teufelskreis der neuen Autowelt denn gar keinen Ausweg?  Für Neuwagen-Käufer wohl spätestens ab 2018 nicht mehr: Denn dann wird der e-Call-Knopf Pflicht - und „always online“ für alle Fahrer zum Standard. Eine Alternative hat Koppe dann aber doch anzubieten: “Kaufen Sie sich einen 30 Jahre alten Toyota.”

    Peter Weißenberg/SP-X

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