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    Mit eigenem Geld und europäischem Know-how – Pläne chinesischer Automobilhersteller

    Bislang ist China gerade für die deutschen Hersteller ein erfolgreicher Absatzmarkt für ihre Pkw und eine Quelle sprudelnder Gewinne. Doch die chinesischen Marken wollen ihrerseits nun auch nach Europa.

    Der chinesische Autobauer Qoros zeigte seine Modelle schon in diesem Frühjahr auf dem Genfer Autosalon
    Der chinesische Autobauer Qoros zeigte seine Modelle schon in diesem Frühjahr auf dem Genfer Autosalon

    Die Namen Dongfeng, Chery oder Qoros sagen den meisten deutschen Autofahrern wohl nichts. Noch nicht, ist man versucht zu sagen. Künftig dürften Autointeressierte in Europa diese und die Namen anderer chinesischer Autobauer wohl öfter hören. Denn die Hersteller aus dem Reich der Mitte mit ihren sprudelnden Gewinnen aus heimischem Absatz wollen nun verstärkt im Ausland investieren. Auch und gerade in Europa.

    Jüngstes Beispiel ist die Spekulation auf eine Liason zwischen Dongfeng und dem angeschlagenen französischen Automobilkonzern PSA, zu dem die Marken Peugeot und Citroen gehören. Nach einem Pressebericht in der „China Business Daily“ will sich der zweitgrößte chinesische Autobauer mit 30 Prozent an PSA beteiligen. Bis zu 10 Milliarden Yen (etwa 1,2 Milliarden Euro) wollen die Chinesen dem Bericht zufolge investieren. Damit würde Dongfeng bei der Ausrichtung des französischen Konzerns erheblich mitreden können.

    Einzelfall oder Trend?  „Vor allem in Südeuropa geht es bei vielen Automobilunternehmen gerade ans Eingemachte. Da könnten schon bald Investoren aus Fernost ihre Chance nutzen“, meint Branchenkenner Peter Fuß, Partner bei der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY). „Mit ihren üppigen Finanzmitteln sind die Chinesen ohnehin in der Lage, Zukäufe in erheblichem Ausmaß zu stemmen.“

    Die Berater haben dies in einer Studie untersucht für die im August 2013 Führungskräfte von 150 chinesischen Automobilherstellern und -zulieferern befragt wurden. Ergebnis: In den kommenden drei Jahren wollen fast die Hälfte der Zulieferer (47 Prozent) und knapp ein Drittel (31 Prozent) der Hersteller im Ausland zukaufen, Kooperationen eingehen oder auf eigene Faust den Markteintritt wagen. 31 Prozent planen Investitionen in Westeuropa – mehr als in Südost-Asien (29 Prozent), Afrika (26 Prozent) und Nordamerika (21 Prozent). Deutschland steht bei chinesischen Automanagern dabei besonders hoch im Kurs: Jeder Fünfte bezeichnet die Bundesrepublik bei der Umfrage als Top-Investitionsstandort.

    Beim Sprung auf den Weltmarkt setzen die chinesischen Automotive-Unternehmen der Studie zufolge vor allem auf Kooperation: Gut jeder zweite chinesische Automanager (53 Prozent) hält Joint Ventures für eine besonders erfolgversprechende Expansionsstrategie. Allerdings rechnet immerhin aber auch jeder Vierte damit, dass chinesische Unternehmen vermehrt ausländische Autokonzerne übernehmen werden. Experte Fuß glaubt: „Für die etablierten Hersteller heißt es jetzt aufgepasst: Denn die Konkurrenz aus Fernost könnte sich in puncto Innovation und Markterfolg schneller zu einem ernst zu nehmenden Wettbewerber mausern, als so mancher in Europa, Japan und den USA es wahrhaben will.“

    Dass sich eine Kooperation von europäischen Automobilunternehmen und chinesischen Investoren langfristig als Win-Win-Situation entpuppen kann, glaubt Yi Sun, Partnerin bei EY und Leiterin der China Business Services Deutschland, Österreich und Schweiz. Viele erfolgreiche Kooperationen hätten das in den vergangenen Jahren bewiesen. „Chinesische Unternehmen bekommen Zugriff auf europäisches Know-how und können sich verstärkt als Innovatoren positionieren – die Werkbank der Welt zu sein, genügt ihnen schon lange nicht mehr.“ Die Unternehmen aus dem Westen hingegen würden ihre Finanzen aufbessern und einen leichteren Zugang zum Wachstumsmarkt China erhalten, so Sun.

    Während die Pläne der Investoren als Zukunftsmusik im Hintergrund spielt, gibt ein chinesischer Hersteller offenbar schon richtig Gas: Die ersten Fahrzeuge der Marke Qoros, hinter der unter anderem der chinesische Autokonzern Chery steckt, sind gerade schon in der Slowakei ausgeliefert worden. Der Start der von deutschen Top-Automanagern gesteuerten Marke in Deutschland sei für 2015 geplant, heißt es. Einen wichtigen Test hat eine Qoros 3 genannte Limousine kürzlich bestanden: Sie erreichte als erstes Auto eines chinesischen Herstellers beim Crashtest von EuroNCAP die volle Punktzahl von fünf Sternen. Bislang waren die Autos anderer Hersteller aus dem Reich der Mitte an diesem Test immer katastrophal gescheitert.

    Hanne Lübbehüsen/SP-X

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